Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

17.11.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 19.11.

Am Mi. den 19. November trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Diesmal gibt es den zweiten Teil des Vortrags von Klaus:
Übergeordnetes Thema: Wartungstechniken.

Es geht darum, eine sich ständig ändernde Software vor dem entropischen Tod zu schützen. Die Verfahren sind teilweise in meinem Berufsalltag entstanden und entwickelt worden.

Wichtige Themengebiete:

  • Fehlerfrüherkennung
  • Fehlerlokalisation
  • Geringhalten des Änderungsaufwandes

Die Punkte werden an Hand von Quelltexten und Debugger diskutiert.

Viele Punkte sind auch für Anfänger verständlich.

16.11.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #187

Autismus

Computersicherheit

Depression

Drohnen

Elektronische Gesundheitskarte

Folter

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

MMS

Rassismus / Antisemitismus

Überwachung

Urheberrecht / Markenrecht

Vergewaltigung

Verkehrspolitik

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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09.11.2014

derf - HTTPS and custom CA certificates with LWP::UserAgent

The perl module LWP::UserAgent (at version 6.08) does not play well with custom CA certificates and most online resources seem to be outdated. Two notes on that (which may or may not apply to non-Debian systems as well):

  • If a certificate failed verification, you will not get a nice error message. Temporary workaround: sudo mv /usr/share/perl/5.20.1/IO/Socket/IP.pm{,_} (and then later sudo mv /usr/share/perl/5.20.1/IO/Socket/IP.pm{,_})
  • LWP::UserAgent does not support custom certificates installed with update-ca-certificates. You'll need HTTPS_CA_FILE=/etc/ssl/certs/ca-certificates.crt in your environment.

Frosch - Im Netz aufgefischt #186

Armut

Autismus

Autobahnmaut

Bahnstreik

Edward Snowden

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

LGBTI

Netzpolitik

Vorratsdatenspeicherung

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07.11.2014

OpenRheinRuhr - Standplan zur OpenRheinRuhr 2014 verfügbar

Foyer während der OpenRheinRuhrDas Aussteller-Team hat den Standplan für die OpenRheinRuhr 2014 aktualisiert und auf der Ausstellerseite zur Verfügung gestellt. Damit kann sich jeder Aussteller im Vorfeld zum Aufbau am 07.11.2014 die Position seines Standes ansehen.

Nachträgliche Änderungen an dem Plan sind nicht ausgeschlossen.

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05.11.2014

OpenRheinRuhr - Mit der Bahn zur OpenRheinRuhr 2014???

DSCF3404Wie wir seit dem 04.11.2014 wissen, wird die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL den Zugverkehr der Deutschen Bahn auch über das OpenRheinRuhr-Wochenende duch eine Streikmaßnahme beeinträchtigen. Alternativ wird Oberhausen Hauptbahnhof aber im Streckennetz der Eurobahn sowie im Streckennetz der NordWestBahn angefahren, deren Züge zum Großteil fahren werden.

Weiterhin ist der Oberhausener Hauptbahnhof Ziel verschiedener Fernbusse. Entsprechende Busverbindungen können über verschiedene Seiten abgerufen werden, z.B. bei busliniensuche.de.

Last not least steht für Autofahrer der kostenlose P&R Parkplatz am Westeingang des Hauptbahnhofs und damit direkt gegenüber dem Rheinischen Industriemuseum zur Verfügung. Sollte dieser belegt sein, kann auf die Parkplätze des in der Nähe gelegenen Bero-Zentrums ausgewichen werden. Ein Parken auf dem Gelände des Rheinischen Industriemuseums ist nicht möglich.

Apropos Autofahrer: Mitfahrgelegenheiten können über die Community-Mailingliste der ORR und den IRC-Channel #openrheinruhr auf Freenode organisiert werden.

Zusätzlich haben wir kurzfristig ein Forum eingerichtet in dem ebenfalls Informationen ausgetauscht werden können.

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04.11.2014

OpenRheinRuhr - Neue Version der Android App für das Vortragsprogramm

ORR-AppORR-AppDie schon etwas in die Tage gekommene Android App für das Vortragsprogramm der OpenRheinRuhr wurde von Holger Jakobs überarbeitet und für neuere Android Versionen nutzbar gemacht.

Damit steht das Vortragsprogramm jederzeit auf dem Android Mobiltelefon oder Tablet zur Verfügung.

Für alle anderen Endgeräte gibt es natürlich auch das Vortragsprogramm über das Web.

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03.11.2014

Frosch - Arbeitsverhinderungsamt

Sie können es immer noch nicht lassen. Das ARGE Düsseldorf-Mitte hat nach dem Existenzvernichtungsversuch vom Frühjahr/Sommer jetzt die nächste Schikane-Runde eingeläutet. Es ist nun offenbar der Meinung, eine Unternehmergesellschaft (UG) sei gleichbedeutend mit einer Bedarfsgemeinschaft (BG). Außerdem meinen sie, weil ihnen angeblich (!) die aktuellen Mietneben- und Heizkosten nicht bekannt sind, bräuchten sie dafür auch nichts auszubezahlen.

Der Bescheid, den ich letzte Woche auf meinen regulären Verlängerungsantrag hin (mit Anlage EKS) bekam, enthält einen vermuteten Gewinnanteil der UG, den ich bitteschön monatlich zu entnehmen hätte und der mir daher angerechnet wird. Dafür fehlen die Mietnebenkosten sowie die Heizkosten für meine Wohnung. Entsprechend fiel die Überweisung zum 1. November aus: Den Fehlbetrag, der angeblich als Gewinn aus der UG kommen soll, sollte ich dieser also wegnehmen, um zu Essen zu haben.

Der Witz ist: Das darf ich gar nicht, ich würde mich damit an anderer Stelle strafbar und gegenüber meinem Geschäftspartner haftbar machen. Das ARGE fordert mich also auf, gegen geltende Gesetze zu verstoßen und sowohl der Unternehmergesellschaft als auch meinem Geschäftspartner zu schaden.

Dazu kommt, daß wir hier nicht vom Bilanzgewinn reden. Denn den kann man bei einer Kapitalgesellschaft nicht wirklich monatlich ermitteln, und schon gar nicht auf sechs Monate im Voraus. Spätestens, wenn es um die verpflichtende Rücklage geht, die eine UG anlegen muß, ist ein monatlicher Anteil nicht mehr berechenbar. Die Höhe der Rücklage ergibt sich nämlich erst aus dem Jahresgewinn nach Steuern.

Aber solche Posten wie die verpflichtende Rücklage oder auch die Gewerbesteuer oder der IHK-Zwangsbeitrag sind in der Anlage EKS überhaupt nicht vorgesehen. Umgekehrt kann ich in der vorausschauenden Anlage EKS noch keine geplanten Ausgaben eintragen, für die wir keine einigermaßen sicheren Einnahmen haben, denn wir planen natürlich nicht ins Blaue hinein.

Eigentlich geht es aber noch um etwas völlig anderes: Die UG wird hier quasi als Bedarfsgemeinschaft behandelt. Mal unabhängig davon, daß ich solche Entnahmen wie gesagt nach GmbHG gar nicht vornehmen darf, wären sie eine Belastung der Firmenfinanzen (und so nebenbei auch eine mögliche Gewinnminderung für den zweiten Gesellschafter): Die Kosten, die später entstehen oder später erst berechnet werden können, schränken zunächst vor allem die Handlungsfähigkeit der UG ein. Dadurch werden der Mitgesellschafter als Person und die UG als Firma de facto indirekt zu meinem Unterhalt herangezogen. Erst wenn ich nachweise, daß der vorgesehene Gewinn nicht erreicht wurde, bekomme ich – vielleicht – eine Nachzahlung, die ich dann wieder an die UG abgeben müßte.

Denn alternativ müßte ich dann eben „freiwillig“ auf den Gewinnanteil, den das ARGE behauptet, verzichten – und hungern. Das wäre meiner Mitarbeit in der UG, um wiederum Gewinn erarbeiten zu können, dann auch wieder nicht sonderlich förderlich.

Aber so weit denkt man bei den ARGEn offenbar nicht, denn wie ich so sehe, ist das wohl ein übliches Vorgehen, dem sogar Sozialgerichte zustimmen.

Der Poster dort spricht noch einen weiteren wichtigen Punkt an: Die Unternehmergesellschaft ist juristisch gesehen ein Dritter, eine unabhängige (juristische) Person, die eigene Rechte hat.

Was da mit der Anlage EKS vorgelegt werden soll, ist nicht ein Einblick in meine Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Firma, sondern ein Einblick in die (geplanten/tatsächlichen) Einnahmen und Ausgaben der Firma selbst. Und die gehen das ARGE ja eigentlich mal gar nichts an.

Die Anlage EKS ist auch ursprünglich gar nicht dafür vorgesehen gewesen, Kapitalgesellschaften zu bewerten, sondern Einzelunternehmer. Trotzdem bestehen die ARGEn und offenbar auch die Sozialgerichte darauf, die UG genauso zu behandeln, obwohl bzw. auch wenn der aufstockende Gesellschafter weder allein handelnd noch geschäftsführend tätig ist (und auch dann würde er gegen GmbHG verstoßen, wenn er der Firma so viel Geld entzieht, daß sie nicht mehr handlungsfähig ist). Das hatte ich dem ARGE gegenüber auch in meinen – angeblich nie angekommenen – Fragen vom 30. Oktober 2013 und 15. Januar 2014 vorgehalten. Mir war im Gespräch vom 25. Juni 2014 schließlich gesagt worden, ich müsse das so machen, weil man sonst ja gar nicht sehen könne, welchen finanziellen Anteil ich an der Firma hätte. (Wir wissen ja, daß alle, die Geld vom Amt wollen, erstmal als Betrüger angesehen werden, bis sie das Gegenteil bewiesen haben.)

Im vorgenannten Forumseintrag wird folgendes zitiert:

Bei der Kapitalgesellschaft verfügt die Gesellschaft über den Gewinn, nicht der/die einzelnen InhaberInnen. Diese müssen sich in einer Gesellschafterversammlung über die Gewinnverwendung und Gewinnverteilung auf der Basis des Gesellschaftervertrages einigen. Je nach Konstellation können SGB II – Leistungsberechtigte nicht oder nur gering Einfluss nehmen auf Gewinnverwendung und Gewinnverteilung. Kapitalgesellschaften sind buchführungspflichtig. Die Gewinnermittlung geschieht durch Vermögensvergleich mit einer Bilanz und einer GuV als erläuternder Aufgliederung. Es ist unmöglich, diese Gewinnermittlung mit dem Formular „EKS“ zu erfassen. Hier kann nur der tatsächliche jeweilige Zufluss berücksichtigt werden.

Und selbst, wenn ich einen relevanten Einfluß auf die Gewinnverteilung habe, darf ich den nicht als erstes dafür nutzen, der Firma zugunsten des ARGE die Handlungsfähigkeit zu entziehen, indem ich ihr monatlich wesentliche Mittelsanteile wegnehme. Wir reden hier ja nicht von Riesen-Gewinnen, ganz im Gegenteil; wenn wir die hätten, wäre ich ganz sicher nicht mehr in Hartz IV. Ich steh ja eigentlich nicht so darauf, schikaniert zu werden.

Oder, in Kurz: Das ARGE erwartet gar nicht, daß ein Erwerbsloser auf die Idee kommt, sich seinen Arbeitsplatz selbst zu schaffen; vermutlich, weil das zu lange dauert, um statistisch interessant zu sein. Daher wird alles unternommen bzw. unterlassen, damit er eine trotzdem gegründete Firma bald wieder einstampfen muß, inclusive Nötigung zum Gesetzesbruch (und lügen sowieso).

Was Mietneben- und Heizkosten angeht: Natürlich haben sie die Daten. Und auch wenn die Mietnebenkosten seitdem gestiegen sind: Im Mietvertrag von 2002, den sie in Kopie vorliegen haben, stehen die ursprünglichen drin. Und die sind nicht Null.

Selbstverständlich ist dem ARGE auch bekannt, wie hoch meine Gasabschläge sind – und selbst wenn nicht: Das ARGE weiß durch frühere Nachzahlungen, wie hoch die Abschläge bislang waren und daß diese trotz des Warmwasser-Zuschlags immer noch höher sind als die Pauschale, die die Stadt Düsseldorf für Gas bezahlt. Wieviel ich derzeit genau dafür abdrücke, ist daher gar nicht relevant (oder hat jemand was davon gehört, daß das Gas in den letzten Monaten deutlich billiger geworden wäre)?

Zur Klärung der Mietneben- und Heizkosten wurde mir im Übrigen ein persönlicher Termin gegeben. Am 8. Dezember. Damit’s ja schön lange dauert. Man darf gespannt sein, welcher Spielchen und Tricks man sich diesmal bedienen wird, um die Nachzahlungen möglichst lange herauszögern zu können.

Der Widerspruch gegen diesen Bescheid und die nervliche Belastung daraus sind jetzt natürlich optimale Voraussetzungen, um an Nerd4U weiterzuarbeiten. Das ist ja derzeit nicht nur Kundengewinnung, sondern auch noch der zu einer UG dazugehörige Papierkram.

Echt, ich kotz mal wieder im Strahl.

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OpenRheinRuhr - Helfer für die OpenRheinRuhr gesucht

Helfer bei der OpenRheinRuhrWir suchen noch Helfer für die OpenRheinRuhr, und zwar für die folgenden Aufgabenbereiche:

Aufbau
Am Freitag ab 15 Uhr.
Tische schleppen, Kabel legen, Hinweisschilder kleben,…
Viele kleine Dinge möchten getan werden, und jede helfende Hand ist willkommen – auch noch um 17 oder 18 Uhr!

Catering
Für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Brötchen, Snacks und Getränke verkaufen.
Mit (fast) jedem Besucher zumindest mal ein Wort wechseln: “Kaffee?” – “Ja!”.
Du sitzt nicht nur an der Kaffeequelle, Du bist sie!

Social Event
Tische schleppen, Stühle schieben, alles vorbereiten.
Danach will auch beim Social Event der Durst gestillt werden.
Je später der Abend, desto ruhiger der Job beim Getränkeverkauf…

Moderation
Vorträge hören und dabei helfen:
Am Anfang eines Vortrages das Thema bekanntgeben und den Vortragenden kurz namentlich vorstellen.
Während des Vortrages ein bisschen auf die Uhr achten, damit alles pünktlich weitergeht.
Am Ende dem Vortragenden danken und auf den nächsten Vortrag hinweisen.
Das war’s schon.

Abbau
Wie Aufbau, nur umgekehrt.
Je mehr helfen, desto eher sind alle fertig.

Was ist für Dich drin?
T-Shirt, Essen, Getränke, freier Eintritt.
Und das gute Gefühl, geholfen zu haben!

Interesse?
Dann trage dich direkt selbst im Helferplan ein:
https://schichtplan.immerda.ch/plans/show/3xub7n7ycs
Name oder Nick genügt, aber schicke Deine Kontaktdaten bitte an helfer@openrheinruhr.de!

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OpenRheinRuhr - Keysigning-Party auf der OpenRheinRuhr

Foyer während der OpenRheinRuhrAuch dieses Jahr werden wir uns zum Keysigning auf der OpenRheinRuhr treffen. Samstag Abend um 18 Uhr, nach dem regulären Programm und vor dem Social Event finden wir uns im Kesselhaus zum gegenseitigen Schlüsselaustausch zusammen.

 

Eine kurze Anmeldung um die Liste zusammenzustellen wird erbeten, Details stehen auf der Eventseite. Wer kurzfristig noch dazu stoßen möchte, druckt bitte vorab noch die im laufe des Donnerstags, 06. November veröffentlichte Teilnehmerliste sowie eine hinreichende Anzahl Papierabschnitte mit dem SchlÚssel-Fingerabdruck aus.

 

Wer OpenPGP noch nicht kennt und nutzt, bekommt im Vortrag von Jens Erat am Sonntag eine Einführung in die Konzepte des Web of Trust, Sven Guckes gibt danach einen praktischen Workshop zur Nutzung von GnuPG mit mutt.

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02.11.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #185

Damit’s nicht wieder Mißverständnisse gibt: Das sind Hinweise auf Artikel, die ich gelesen habe, ohne jegliche Wertung (sofern nicht dahintergeschrieben). Es sind keine Empfehlungen, es ist kein Lesebefehl, sondern einfach nur eine Auflistung.

Armut

Asyl

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Nazis

Netzpolitik

Sexismus

Überwachung

Urheberrecht

Und sonst so?

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30.10.2014

Frosch - Antrag auf Spaltung der Regierungskoalition in NRW

Gestern Abend war ein Grünen-Abgeordneter aus dem Landtag NRW, Matthi Bolte, beim Düsseldorfer Fellowship-Treffen der FSFE im Chaosdorf zu Gast. Sein Vortrag ging eigentlich über OpenNRW, also ein geplantes Open-Government-Gesetz für das Land Nordrhein-Westfalen. Über den eigentlichen Vortrag wird sicher noch der Düsseldorfer Fellowship-Koordinator berichten. Ich greife mir hier eine Aussage von Matthi Bolte heraus, die ich – ganz unabhängig vom Thema – äußerst bemerkenswert fand; also bemerkenswert für das Demokratie-Verständnis der rot-grünen Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen.

Es kam nämlich im Zusammenhang mit BigData, OpenData und Transparenz auch die Sprache auf das Thema Vorratsdatenspeicherung. Die Piratenfraktion im Landtag NRW hatte am 14. Mai 2014 einen Entschließungsantrag „Zukünftigen Bemühungen zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung über die europäische Ebene frühzeitig entgegenwirken“ gestellt; dieser war von allen anderen Fraktionen inclusive der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt worden. Dazu kam aus dem Publikum die Frage, warum sich die Grünen Abgeordneten diesem Antrag nicht angeschlossen haben.

Matthi Bolte erklärte zunächst, daß das nichts mit der Position der Grünen in Sachen Vorratsdatenspeicherung zu tun habe. Im Gegenteil, man habe ja im Bundesrat durchaus gegen die Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Der Antrag der Piratenfraktion sei stattdessen abgelehnt worden, weil, und jetzt haltet Euch fest:

… wir grundsätzlich alle Anträge der Opposition ablehnen, die darauf ausgerichtet sind, die Koalition zu spalten.

Das heißt dann wohl, daß die Opposition sich nicht die Mühe zu machen braucht, Anträge zu Themen zu stellen, bei denen klar ist, daß sich SPD und Grüne darin nicht einig sind. Zum Beispiel, weil sie unterschiedliche bis gegensätzliche Positionen in ihren Partei- und Wahlprogrammen stehen haben. Auf das Thema selbst kommt es dann offenbar überhaupt nicht mehr an.

Da frage ich mich doch: Ist das noch Demokratie oder kann das weg?

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28.10.2014

OpenRheinRuhr - OpenRheinRuhr MailingListe

Banner aufhängenZusätzlich zu der internen Mailingliste wurde auf Bitte der Community eine Mailingliste auf der die Teilnehmer der OpenRheinRuhr kommunizieren können eingerichtet. Die Liste wird von Sven Guckes moderiert.

Was soll über die Liste laufen???

  • Wie kommt man zur ORR? (z. B. Mitfahrgelegenheiten)
  • wo kann man übernachten? (z. B. Hotelempfehlungen oder private Unterbringungen)
  • Gibt es wieder eine ORR Tasse? (z. B. über http://shop.openrheinruhr.de)
  • Gibt es noch freie slots im programm?
  • und gibt es eine Key-Signing Party?

Das alles.. und noch viel mehr kann man auf der Liste besprechen.

Die Anmeldung erfolgt unter https://mailman.mylinuxtime.de/mailman/listinfo/orr-info

Nach der Anmeldung koennt Ihr dann an diese Adresse mailen: orr-info@openrheinruhr.de

Seid dabei!  :-)

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27.10.2014

dictvm - First Impression: Cannondale CAADX 2015 SRAM Rival

Cannnondale CAADX 2015

Da ist er, der neue Crosser. Der Winter kann kommen. Es kann nur noch einige Tage dauern, dann ist er mein. Eigentlich wollte ich zuerst über mein Canyon Roadlite 7.0 schreiben, das ich seit Juli fahre, allerdings bin ich schlichtweg noch nicht dazu gekommen. Den letzten kläglichen Rest der Sommersaison wollte ich in meiner Freizeit lieber öfter auf dem Rennrad sitzen, da blieb das mit dem Blog auf der Strecke.

Es ist ein Cannondale CAADX 2015 mit SRAM Rival-Gruppe mit 61er-Rahmenhöhe geworden. Da mich die (eigentlich deutlich günstigere) 105er-Ausstattung mit nachgerüsteten TRP HY/RD-Semi-Hydraulikbremsen beinahe genau so viel gekostet hätte, war mir das Bisschen Aufpreis dann auch egal. Die Seilzug-Scheibenbremsen die die Hersteller per default verbauen sind leider nicht dazu im Stande, einen Menschen mit meiner Masse (derzeit 113kg) zu halten, daher waren sämtliche Einsteigermodelle aus dem Rennen.

Ich komme gerade von magno und bin mit meinem Rad einmal Probe gefahren. Zuerst war er ja skeptisch, dass ich so überzeugt davon war, dass es ein 61er sein sollte - für Crosser ist das definitiv eine enorme Höhe. Beim Ausmessen hat sich das dann aber bestätigt: Ich habe schlichtweg ziemlich lange Beine.

Da ich vom "einmal um den Laden fahren" natürlich keinen wirklichen Eindruck vom Fahrgefühl gewinnen kann, muss ich mich nun gedulden, bis der bürokratische Teil abgeschlossen ist und jobrad das Rad zur Abholung frei gibt. Mein erster Eindruck macht jedenfalls Lust auf mehr. Viel mehr. 

26.10.2014

Frosch - Wir sind Autismus!

Wir sind Autismus!

Heute fordert Hawkeye vom Realitaetsfilter dazu auf, im Hinblick darauf, daß andere, wie die sich selbst so nennende „Selbsthilfeorganisation“ Autismus Deutschland e. V., einmal klarzustellen: Wir sind Autismus!. Nicht NTs (neurotypische Menschen) und keine von NTs gegründeten und (überwiegend) von ihnen betriebenen Organisationen können definieren oder gar uns vorschreiben, was für uns das beste sei und wie wir uns zu verhalten und zu entwickeln hätten.

Nach meinem Gefühl ist die Anforderung, sich „normal“, also wie Neurotypische, zu verhalten, die größte Behinderung, der autistische Menschen ausgesetzt sind. Behinderung hier nicht als etwas, was von innen, sondern was von außen kommt.

Was ich von Autismus-Therapien überwiegend lese, ist, daß sie darauf ausgerichtet sind, uns zu einem „normalen“ Leben, zu einem „normalen“ Verhalten zu bringen – und nicht etwa, uns dabei zu helfen, trotz unserer Andersartigkeit in einer neurotypischen Gesellschaft zu bestehen. Es geht meistens darum, uns „handhabbarer“ zu machen für die NTs, und dann zu glauben, wir seien dann „inkludiert“, es ginge uns besser oder wir seien gar „geheilt“.

Und, noch schlimmer: Obwohl sich der Begriff des Autismus-Spektrums immer weiter durchsetzt, gibt es noch viel zu viele Menschen, die glauben, „den Autismus“ und „den Autisten“ bezeichnen zu können. Autisten können dies und können das nicht – und das muß dann für alle gelten, sonst sind sie ja keine „richtigen“, keine „echten“ Autisten; und die Probleme, die das Individuum hat, seien ja nicht schlimm genug, um Hilfe zu brauchen oder gar beanspruchen zu dürfen. So kommt das halt, wenn Leute, die Autismus nur von außen betrachten, glauben, zu wissen, was echt und unecht ist, beeinträchtigend oder nicht, störend oder nicht, „normal“ oder eben nicht.

Es gibt nicht „den Autisten“. So leid es mir tut, vor allem (aber nicht nur) für Euch, liebe Psychiater, die Ihr so gern in Schemata denkt: Es gibt Probleme, die kommen bei Autisten häufiger vor, bei manchen stärker, bei manchen weniger stark ausgeprägt. Und es gibt Auswirkungen, die nur bei einem Teil von uns überhaupt zum Tragen kommen, und da auch wieder in unterschiedlicher Ausprägung. Euer Schubladendenken nützt uns gar nichts, es schadet uns. Denn letztendlich bekommen wir nicht die Hilfen, die wir brauchen, sondern die, die in Eure Schubladen passen. Wenn überhaupt.

Letztendlich läuft es dann doch wieder nur darauf hinaus, zu bewerten, ob ein Mensch wirtschaftlich nützlich ist. Denn wir wissen ja: Nur, wer regelmäßig eine befohlene und bezahlte Arbeit leisten kann, ist für die Wirtschaft und damit für die Gesellschaft nützlich, alle anderen sind dann irgendwo zwischen Hartz IV und Pflegefall: überflüssig, kostenintensiv, nutzlos. Und wer einmal so eingestuft wurde, kann natürlich kein gutes oder erfülltes Leben haben.

Organisationen wie Autismus Deutschland e. V. und noch mehr die amerikanische Organisation „Autism Speaks“ vertreten uns nicht. Sie vertreten maximal diejenigen, die mit Autisten in der Familie, vor allem autistischen Kindern und Autisten, die zusätzliche mentale Einschränkungen haben, von der Gesellschaft und der Politik alleine gelassen werden. Ihnen soll geholfen werden, indem man zum einen versucht, uns „normal“ zu machen und zum anderen, uns gar nicht erst entstehen zu lassen.

Wie ich das meine? Autism Speaks setzt den größten Teil seiner Spendeneinnahmen dafür ein, Autismus bereits im Mutterleib erkennbar zu machen, wie das heute schon mit Trisomie-21, dem Down-Syndrom, der Fall ist. Letzteres hat dazu geführt, daß 90 % der Kinder, bei denen Trisomie-21 bereits im Mutterleib erkannt wurde, abgetrieben werden. Kinder, die in unserer Gesellschaft als eine erhöhte Belastung gesehen werden, sollen also gar nicht erst geboren werden – und das wird der „normalen“ Gesellschaft dann als Erleichterung verkauft.

In diesem Jahrzehnt das Down-Syndrom, im nächsten Autismus – und welche unerwünschten Menschen treiben wir im übernächsten Jahrzehnt so ab? Merkt Ihr, wo das hingeht?

Wir sind Autismus. Wir sind Teil dieser Gesellschaft. Ein seltsamer, ungewohnter, manchmal anstrengender Teil, aber ein Teil. Ein Teil, der genauso Anspruch auf Teilhabe in der Gesellschaft hat wie die „normalen“, gewöhnlichen, leicht handhabbaren Menschen. Wie jeder.

Relevante Menschen vom Autismus Deutschland e. V. dagegen sehen [PDF] Autismus als eine psychische Störung, die durch Therapie zu beseitigen ist, eines unserer häufigsten Probleme als „Klischee“ und die Aussagen von Autisten, die sich klar ausdrücken können, als Propaganda. Ja nicht mit denen auseinandersetzen, mit denen man es zu tun zu haben behauptet, nein, das könnte ja das Weltbild erschüttern.

Zum Klischee:

Sensorische Auffälligkeiten bei Autismus bezeichnet Kamp-Becker als Klischee. Sie sind eher an ein niedriges Funktionsniveau gebunden.

Quelle: Aleksander Knauerhase (@QuerDenkender): De Kees is gesse, Teil 3 seines Berichtes von der Bundestagung von Autismus Deutschland e. V. an diesem Wochenende in Dresden).

Da haben wir es wieder, das Funktionsniveau. Unwichtig, woher eine Einschränkung kommt, diese Menschen funktionieren halt nicht richtig, wie ein kaputtes Auto.

Wir sind Autismus. Hört auf, uns wie Gegenstände oder Maschinen zu behandeln, die man sich wunschgemäß zurechtbiegt, damit sie tun, was man von ihnen will. Und hört vor allem auf, zu behaupten, Ihr würdet irgendetwas für Autisten tun.

Wir sind Autismus. Und wir sind Menschen. Redet mit uns, nicht über uns. Inklusion, von der so gern geredet wird, heißt Mit- und Selbstbestimmung, und nicht die Festlegung einer Normalität, der sich alle anzupassen haben.

[Last Update: 2014-10-30 17:40]

Weitere Artikel zu #wirsindautismus

[/Update]

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Frosch - Im Netz aufgefischt #184

Asyl

Austeritätspolitik

Autismus

Bahn

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

DE-Mail

Ermittlungsbehörden / Justiz

Depression

Fotografie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Iran

LGBTI

Netzpolitik

Pressefreiheit

Überwachung

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22.10.2014

OpenRheinRuhr - Beta – Version des Vortragsprogramms der OpenRheinRuhr 2014 verfügbar

Call for PapersNachdem der Call for Papers am 15.10.2014 geschlossen wurde, hat sich das Vortrag – Team unter der Leitung von Dirk Röder an die Arbeit gemacht die verschiedenen Vorträge zu kategorisieren und in einen zeitlichen Ablauf zu packen.

Das Ergebnis ist die erste Beta – Version des Vortragsprogramms bei dem erst von wenigen Vortragenden die Bestätigung des genauen Termins vorliegt. Das Programm kann also noch nicht für die Planung des Aufenthalts auf der OpenRheinRuhr 2014 genutzt werden, da sich die Termine noch verschieben werden. Fragen und Anregungen bezüglich des Vortragsprogramms können unter vortrag@openrheinruhr.de per E-Mail eingereicht werden.

Aber, es kann einen Eindruck über die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Vorträge für das Vortragsprogramm am 08. und 09. November 2014 liefern.

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21.10.2014

OpenRheinRuhr - Shop der OpenRheinRuhr 2014 geöffnet

Flatrate Tasse der OpenRheinRuhr 2013

Flatrate Tasse der OpenRheinRuhr 2013

Der Shop der OpenRheinRuhr 2014 ist geöffnet und bietet neben den Tickets auch die bereits aus den Vorjahren bekannten Flatrate – Tassen an.

Die Flatrate – Tassen beinhalten eine Heißgetränke – Flatrate für Kaffee und Tee während der beiden Veranstaltungstage. Da die Anzahl der Tassen limitiert und sie von einigen Besuchern bereits als Sammlertassen gekauft werden empfielt es sich die Tassen im Vorfeld über den Shop zu bestellen und dann vor Ort abzuholen.

Auch die Kombination von Tasse und Ticket kann direkt bestellt werden.

Im letzten Jahr mussten wir leider schon am Samstag Mittag die traurige Mitteilung raushängen, dass die Tassen ausverkauft waren.

P.S.: Da die Tassen einen Jahresschriftzug enthalten sind natürlich die Tassen aus den Vorjahren nicht für die Flatrate in diesem Jahr zugelassen.

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19.10.2014

Frosch - „Hochfunktionaler“ und „niederfunktionaler“ Autismus

Dieser Text stammt nicht von mir; es handelt sich um meine Übersetzung des Artikels What’s the Difference Between High Functioning and Low Functioning Autism? von Romana Tate vom 19. Oktober 2014, mit freundlicher Genehmigung von Autism Women’s Network.

Romana schreibt:

Zu diesem Artikel wurde ich durch viele Begegnungen sowohl online als auch in der „realen Welt“ mit anderen Eltern autistischer Kinder inspiriert. Dabei stellte ich eine auffallende Betonung der Funktionalitäts-Labels in der Welt der Eltern autistischer Kinder fest. Wenn ich argumentierte, daß solche Labels zur Funktionalität beliebig sind und keinen Sinn ergeben, werde ich beschuldigt, keine Ahnung davon zu haben, wie es sei, Elternteil eines Kindes mit „echtem Autismus“ zu sein und ich das nicht sagen würde, wenn mein Kind nicht „hochfunktional“ sei. Ich bin sehr, sehr traurig, wenn ich an die Kinder solcher Eltern denke. Kein Kind sollte jemals das Gefühl haben, es werde nicht vollständig und bedingungslos geliebt. Und solche Eltern brechen mir ebenfalls das Herz, denn sie drehen einer liebenden und schönen Beziehung mit ihren eigenen Kindern den Rücken zu. Das ist mit Unterstützung und Verständnis nicht auszugleichen.

Wenden wir uns zuerst diesen Funktionalitäts-Labels zu.

Was heißt „hochfunktional“? Was ist „niederfunktional“?

Oft scheint die Unterscheidung daran festgemacht zu werden, wieviel gesprochene Sprache das Kind verwendet, welche als „funktionale Sprache“ eingestuft wird.

Also ist ein Kind, das reden und sich mit jemandem unterhalten kann, „hochfunktional“?

Was ist mit einem Kind, das stattdessen Schrift verwendet?

Was ist mit einem Kind, das manchmal die Sprache verliert und dann alles tippt, um zu kommunizieren?

Was ist mit einem Kind, das sich manchmal mit dem Tippen schwertut und dann stattdessen Bilderkarten verwendet, um zu kommunizieren?

Was ist mit einem Kind, das die Bilderkarten zu überwältigend findet und dann auf die einzige Weise kommuniziert, die es noch kennt, mit Frustration und manchmal SVV [selbstverletzendes Verhalten]? Oh, Ihr wußtet nicht, daß dieses Verhalten Kommunikation ist? Denn genau das ist es.

All das beschreibt mein Kind. Es gibt Tage, da paßt alles zusammen, sie wird vollständig unterstützt und ihre sensorischen Bedürfnisse werden befriedigt, und dann kann sie lebhafte gesprochene Gespräche führen, sogar mit Fremden.

Aber viel öfter schreibt sie auf, was sie sagen möchte.

Zu Hause tippt sie den größten Teil ihrer Kommunikation, denn hier gibt es schon gar keinen Druck, sich „anzupassen“ und kein autistisches Verhalten zu zeigen.

An den Tagen, an denen sie mit der schwierigen Aufgabe zu reden an ihren Grenzen angekommen ist, benutzt sie die Bilderkarten. Meistens jedoch, wenn sie zu erschöpft ist, um zu reden, kommt ihre Frustration heraus und sie kommuniziert auf dem einzigen Wege, den sie dann noch kennt. Manche Leute nennen das „schlechtes Benehmen“. Ich weiß es besser.

Ist das jetzt ein „hochfunktionales“ oder „niederfunktionales“ Kind?

Sagt es mir.

Was ist mit den Dingen, bei denen sie Hilfe braucht?

Mit ihren 11 Jahren braucht sie mich immer noch an ihrer Seite, um einschlafen zu können. Sie braucht auch eine Menge Hilfe, um durchschlafen zu können, aber das ist in Ordnung. Das braucht sie halt, und ich bin ihre Mutter. Das wird von mir erwartet.

Obwohl sie mit Begeisterung lernt, braucht mein Kind visuelle Pläne und Checklisten, um konzentriert und „auf dem Weg“ zu bleiben. Ohne diese kommt sie oft durcheinander und wird unruhig, weil sie nicht sicher ist, was der nächste Schritt in ihrer Schularbeit ist. Wir unterstützen sie, weil sie es wert ist, und alles Lamentieren darüber, wieviel Unterstützung sie braucht, ändert nichts daran, daß sie sie braucht. Es würde ihr nur ein schlechtes Gefühl geben, so zu sein, wie sie ist, und zu den Dingen, die sie als Hilfestellung benötigt. Weil wir sie wertschätzen, wissen wir, daß unsere Hilfe sie lehren wird, zu verstehen, daß ein Bedürfnis nach Unterstützung nicht beschämend ist.

In unserem Badezimmer stecken Bilderkarten am Medizinschrank, um ihr beim Toilettengang und mit der Hygiene zu helfen. Sie würde oft Schritte vergessen, wenn es keine visuellen Hinweise gäbe, um sie daran zu erinnern.

Mein „hochfunktionales“ Kind kann noch nicht allein auf die Toilette gehen und muß immer noch Windeln tragen. Wir unterstützen und lehren sie, aber wir beschämen sie niemals öffentlich oder sonstwie dafür, daß sie behindert und auf einem anderen Entwicklungsstand ist als andere Kinder im selben Alter.

Moment, macht sie das nicht „niederfunktional“? Ich bin verwirrt, denn sie liest auch den „Hobbit“, was sie sicher „hochfunktional“ macht.

Es ist fast so, als hätte ich recht damit, wenn ich sagte, daß Funktionalitäts-Labels beliebig, ableistisch und völlig frei erfunden sind.

Vielleicht sind es ja sensorische oder Ernährungsdinge, die über das Funktionalitäts-Label entscheiden?

Wir sind ziemlich vorsichtig mit unserer Nahrung, denn viele Lebensmittel triggern Anfälle oder Migräne bei unserem Kind. Obwohl diese Dinge nichts mit Autismus zu tun haben, sind sich viele Leute nicht darüber im Klaren oder verstehen es nicht, also dachte ich, ich nehme das mal dazu, um ihr Funktionalitäts-Label zu bestimmen. Zusätzlich zu diesen gesundheitlichen Bedenken ist sie durch sensorische Einflüsse bei Geschmack und Textur [von Lebensmitteln] in ihrer Ernährung noch weiter eingeschränkt.

Mein Kind hat auch verschiedene sensorische Schwierigkeiten mit der akustischen Verarbeitung, was es sehr schwierig für sie macht, mit ihr in volle Geschäfte oder Gaststätten zu gehen. Also kommen wir ihr entgegen, statt völlig Fremden im Internet zu erzählen, daß Autismus an unserer schweren Zeit als Eltern schuld sei oder an den ganzen Anpassungen, die nötig sind, um sie zu unterstützen. (Nur zur Info, wir essen dann eben später oder früher, wenn wir ausgehen wollen, um die Menschenmassen zu meiden, und wir entschuldigen uns nicht dafür oder werden verlegen, wenn sie autistische Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit zeigt. Sie hat genauso ein Recht darauf, an der Gemeinschaft teilzuhaben, wie alle anderen auch, und gleichzeitig authentisch zu sein.)

Sie benötigt auch eine Menge propriozeptiven und vestibulären Input und eine Menge Pausen über den Tag, um ausgeglichen und fröhlich zu sein. Wir verbringen viel Zeit auf dem Trampolin, beim Kreiseln oder Schwingen. Wir verwenden eine Menge Zeit für Stimming. Denn das Wissen, wann man sich um sich selbst kümmern muß, ist ein wichtiger Schritt zu Selbstbestimmung; wir bestärken sie immer darin, sich bemerkbar zu machen, wenn sie eine Pause braucht oder Zeit für sensorisches Spiel. Manche Tage verbringt sie mehr mit Pausen als mit Schularbeit. Also ist sie „niederfunktional“, weil ihre sensorischen Bedürfnisse so intensiv sind, oder ist sie „hochfunktional“, weil sie ihre Bedürfnisse für Körper und Geist selbst erkennt?

Verwirrendes Zeug, diese Funktionalitäts-Labels!

Da ich nicht weiß, ob sie überhaupt in eine dieser „Kategorien“ von Autismus passen würde, und weil ich sie respektlos ihr gegenüber als menschliches Wesen empfinde, weigere ich mich, Funktionalitäts-Labels zu verwenden. Mein Kind ist autistisch, und ich liebe und akzeptiere sie, egal wieviel Unterstützung sie benötigt. Egal wieviel gesprochene Sprache sie verwendet. Egal was, denn ihr Leben ist es wert, gelebt zu werden. Ehrlich gesagt bin ich angewidert von denen, die mich dazu zwingen wollen, sie in eine Kategorie einzuordnen und auf der Basis, was sie kann oder nicht kann, zu bestimmen, was sie wert ist.

Wie kann es jemand wagen, dem Leben meines Kindes einen Wert zuzuweisen?

Also: Reden wir über Eure Schlußfolgerungen

Wer nun annimmt, mein Kind sei „hochfunktional“ (was immer damit gemeint sein mag), weil ich erzähle, daß es nicht in Ordnung ist, anhand eines Funktionalitäts-Levels zu bestimmen, wieviel Akzeptanz ein autistischer Mensch verdient, der zieht Schlußfolgerungen aus der eigenen Bigotterie. Er unterstellt, daß ich mein Kind nur lieben und akzeptieren könne, weil ich nicht wisse, wie es sei, mit einem „wirklich autistischen“ Kind klarkommen zu müssen. Ist Euch klar, daß das mehr über Euch als über autistische Menschen, mich oder mein Kind aussagt?

Es bedeutet, Ihr denkt, einen Menschen zu lieben, den Ihr als „hochfunktional“ einstuft, sei einfacher, als einen Menschen zu lieben, der mehr Unterstützung braucht.

Es bedeutet, daß es in Ordnung sei, jemanden zu akzeptieren, der in der Lage ist, sich anzupassen, aber nicht jemanden, dessen Behinderung das unmöglich macht.

Es bedeutet, daß manche autistischen Menschen mehr wert sind als andere.

Es bedeutet, daß Ihr denkt, es sei in Ordnung, die sehr realen Bedürfnisse nach Unterstützung von Leuten, die Ihr als „hochfunktional“ betrachtet, als nicht vorhanden anzusehen, denn wenn sie sich zeitweise anpassen können, dann sollten sie auch in der Lage sein, sich mit den Gegebenheiten abzufinden und sich immer anzupassen.

Es bedeutet, daß Ihr das wichtigste über Autismus nicht wißt.

Es bedeutet auch, daß Ihr ein tief verwurzeltes und ziemlich besorgniserregendes ableistisches Weltbild habt, das Ihr mal einsehen und gegen das Ihr Hilfe in Anspruch nehmen solltet. Ihr schuldet das Euren Kindern.

Persönlich empfinde ich diese Schlußfolgerungen unglaublich beleidigend, denn sie bemessen aufgrund von eigener Ignoranz dem Leben meines Kindes einen Wert bei. Wagt es nicht, das meinem Kind anzutun. Mein Kind braucht eine Menge Unterstützung. Ich liebe und akzeptiere sie dennoch vollständig und absolut, egal auf welche Art sie sich entwickelt. Ich bin angeekelt und fühle mich beleidigt von denen, die denken, meine Liebe für sie sei nur bedingt und basiere nur darauf, daß sie keine „echte“ Autistin sei. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich akzeptiere alles an ihr, ihre Gaben, ihre Herausforderungen, ihr komplettes Selbst. Sie kann nicht von ihrer Neurologie getrennt werden, und ich würde das auch nie von ihr verlangen.

Ihr verletzt und entmenschlicht mein Kind und alle autistischen Menschen, wenn Ihr Euer ableistisches Weltbild aufrecht erhaltet.

Hört auf, Leuten zu erzählen, daß manche Autisten es wert seien, akzeptiert zu werden, aber andere nicht. Hört auf, Schlußfolgerungen über mein Kind und andere autistische Menschen zu treffen, die auf Eurer eigenen Ignoranz und Euren Vorurteilen basieren. Am wichtigsten: Hört auf, über Autismus zu reden, als würdet Ihr ihn wirklich verstehen. Denn wenn Ihr solche Funktionalitäts-Labels verwendet, wird klar, daß Ihr gar nichts verstanden habt.

Über die Autorin

Romana Tate ist das Pseudonym einer vielbeschäftigten Mutter. Sie schreibt nicht unter ihrem richtigen Namen, um die Privatsphäre ihres Kindes zu schützen, wollte aber trotzdem etwas über die Schlußfolgerungen von Leuten über Funktionalitäts-Labels sagen. Sie mag es, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und Eltern und Familien über die Erziehung ihrer autistischen Kinder mit Leidenschaft, Akzeptanz und bedingungsloser Liebe zu informieren.

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Frosch - Im Netz aufgefischt #183

Asyl

Autismus

Computersicherheit

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Datenschutz / Privatsphäre

Fotografie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Mindestlohn

Reichsbürger

Überwachung

Und sonst so?

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15.10.2014

OpenRheinRuhr - Letzter Tag für die Anmeldung von Projekten und Vorträgen

Call for PapersDer 15.10.2014 ist der letzte Tag um für die OpenRheinRuhr 2014 noch Projekte und Vorträge einreichen zu können.

Wer es verpasst hat seinen Vortrag bisher einzureichen kann dies kurzfristig unter http://tinyuri.de/submission tun.

Für die Anmeldung für Projekte reicht eine entsprechende Anmeldung unter aussteller@openrheinruhr.de

Natürlich dürfen sich auch noch zusätzliche Sponsoren unter sponsor@openrheinruhr.de melden.

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14.10.2014

Frosch - Meine autistische Welt

Ihr sagt, Autisten lebten in einer „eigenen Welt“, also zumindest in einer anderen als Ihr. Und das, obwohl wir uns auf demselben Planeten befinden, denselben Raum teilen und dieselbe Luft atmen. Indem Ihr unsere Gedanken als „eigene Welt“ bezeichnet, grenzt Ihr uns aus, und es schwingt schon deutlich mit, daß „unsere“ Welt nicht die richtige sei.

Aber wie sieht denn Eure „richtige“ Welt aus?

In Eurer Welt sind Recht und Gerechtigkeit eine Frage des Geldes.

In Eurer Welt müssen Menschen wunschgemäß funktionieren, fast wie Maschinen; auf „Empfindlichkeiten“ kann da keine Rücksicht genommen werden. Wer nicht funktioniert, der muß eben Nachteile hinnehmen – nicht nur die, die er von Natur aus schon hat, sondern noch weitere, die Ihr einfach bestimmt, also Nachteile wie Armut, Verzicht auf Teilhabe, Ausgrenzung bis hin zur Isolation, Folgekrankheiten und früherem Tod.

In Eurer Welt wird das, was irgendwie anders ist, nur schwer bis gar nicht akzeptiert. Statt Vielfalt als Vorteil und Stärke einer Gesellschaft zu erkennen, seht Ihr nur die Nachteile und Schwächen derer, die nicht Euren Normen entsprechen, und Schwächen wiederum seht Ihr als Last.

In Eurer Welt ist jeder, der – egal ob freiwillig oder unfreiwillig – nicht auf Anweisung und gegen Geld arbeitet, obwohl er sonst keine Einnahmen hat, ein Schmarotzer, der von Euren Steuergeldern lebt. Überflüssig, wertlos, faul, und am besten rechtlos. Seine Bedürfnisse interessieren Euch nicht. Daß Eure wertvollen Steuergelder, von der er es wagt, leben zu wollen, tatsächlich woanders verplempert werden, davor verschließt Ihr allerdings die Augen – genauso wie davor, daß es Euch jederzeit selbst treffen kann, plötzlich außerhalb dieser Arbeitswelt zu stehen.

In Eurer Welt ist es normal, zu lügen, wenn es Vorteile bringt. Ihr geht sogar teilweise so weit, es ehrlichen Menschen vorzuwerfen, wenn sie nicht lügen, um sich einen Vorteil zu sichern. Lügen erscheint Euch einfacher, als auf der Wahrheit zu bestehen. Erst recht, wenn diese Wahrheit unbequem ist.

In Eurer Welt ist es normal, Regierungen und Abgeordnete zu akzeptieren, die Euch falsche Versprechungen machen oder Entscheidungen aufgrund von offensichtlich falschen Informationen treffen. Es ist Euch egal, Ihr hört schon gar nicht mehr hin und wählt dann den, der die am schönsten klingenden Versprechen gibt – obwohl Ihr wißt, daß er sie nie einhalten wird und das auch gar nicht vorhat. Oder Ihr wählt gar nicht mehr und beschwert Euch dann über die, die von den anderen gewählt wurden.

In Eurer Welt gelten klare Ansagen als Affront. Ihr wollt nicht, daß eine Lüge „Lüge“ genannt wird. Ihr sagt „Konflikt“ statt Krieg. Totalüberwachung nennt Ihr „Sicherheit“, aber unsere tatsächliche, persönliche, wirtschaftliche oder gesundheitliche Sicherheit interessiert Euch nicht.

Ihr sagt, „wir betrachten die Entwicklung mit Sorge“ statt zu sagen, daß da was total falsch läuft und wer daran schuld ist.

Ihr zermatscht und verdreht die Sprache, nur damit alles schön glatt und freundlich klingt. Und Ihr merkt nicht, daß Ihr damit auch die Wahrheit und die eigene Realitätswahrnehmung zermatscht und verdreht.

Und Ihr maßt Euch an, Eure Welt als die „richtige“ zu bezeichnen und uns Autisten aus unserer „falschen“ Welt herausholen und in Eure hineinzwingen zu wollen?

An so eine Welt möchte ich weder angepaßt werden noch mich selbst anpassen.

In meiner Welt wird die Wahrheit gesagt, und ein Versprechen ist etwas wert. In meiner Welt heißt Sicherheit, daß ich keine Angst um meine Existenz haben muß. In meiner Welt ist Vielfalt Stärke. In meiner Welt steht nicht Arbeit gegen Geld, sondern der Mensch im Mittelpunkt.

Aber ich lebe ja nur in einer eigenen Welt, und so mancher nennt mich deswegen naiv.

Manchmal glaube ich, Ihr seid nur neidisch. :-)

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12.10.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 15.10.

Am Mi. den 15. Oktober trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

„A Coding Dojo is a meeting where a bunch of coders get together, code,
learn, and have fun. It’s got to be a winning formula!“ – Emily Bache

In unserem C++ Coding Dojo werden wir zusammen
Test-Driven-Development ausprobieren. Anhand einer Übungsaufgabe
erstellen alle gemeinsam Tests und Lösung. Dabei stellen wir uns
gegenseitig Fragen, geben Hinweise und wechseln uns an der Tastatur ab.
Zum Schluss fassen wir alles zusammen und betrachten unsere Erfahrungen.
Zusammen wird das mindestens 90min dauern.

Das Coding Dojo ist ein Ort, an dem wir die typischen Restriktionen der
täglichen Arbeit aufheben. Die Idee ist, Programmieren als Fertigkeit zu
üben. Gerade so, als wäre dies eine Sportart, die man übt. Zu sehen, wie
Code entsteht, anstatt sich nur fertigen Code anzuschauen, bedeutet,
dass man lernt mit welchen Mitteln guter Code geschrieben wird.

„Those elements – intro, retrospective, moderation, showing working, and
tests – are what sets a coding dojo apart from any other kind of coding
meeting.“ – Emily Bache, The Coding Dojo Handbook

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

Frosch - Im Netz aufgefischt #182

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Edward Snowden

Freiheit statt Angst

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Polizeigewalt

Sexarbeit

Überwachung

Wissenschaft

Und sonst so?

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30.09.2014

OpenRheinRuhr - Alte Laptops zur OpenRheinRuhr für das Labdoo Projekt

LabdooAlte Laptops aufarbeiten und denjenigen zur Verfügung stellen, die ihn benötigen. Das ist eine der Aufgaben des Projektes Labdoo.

Auf der OpenRheinRuhr hat jeder Besucher die Möglichkeit seinen alten Laptop am Stand des Projektes abzugeben und damit das Projekt zu unterstützen. Wer an der Kasse einen Laptop für das Projekt vorzeigen kann bekommt kostenfreien Eintritt zur OpenRheinRuhr.

Eine gute Chance den Keller und die Schränke zu durchsuchen und vielleicht schon als ‘Elektromüll’ abgeschriebene Geräte einer sinnvollen Weiterverwendung zukommen zu lassen.

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28.09.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #181

Arbeit

#aufschrei

Autismus

Behinderung / Inklusion

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Google

Hartz IV & Co.

Inzest

Telefonie

Überwachung

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25.09.2014

OpenRheinRuhr - FrogLabs 2014 auf der OpenRheinRuhr 2014

Teckids e. V.Der Verein Teckids e. V. organisiert auf der OpenRheinRuhr 2014 ein Workshop – Programm für Kinder und Jugendliche von etwa 10 bis 16 Jahren, bei dem an spannenden Projekten aus den Bereichen Informatik und Technik gebastelt, geforscht und gelernt werden kann.

Die FrogLabs waren schon auf einigen anderen OpenSource – Konferenzen wie den Chemnitzer Linuxtagen oder der FrOSCon in Sankt Augustin.

Für die Teilnehmer gibt es ein umfangreiches Programm während der OpenRheinRuhr. Auf den Seiten des Teckids e. V. gibt es ausführliche Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung.

Der OpenRheinRuhr e. V. unterstützt diese Workshops durch kostenfreie Eintrittskarten für die Veranstaltung.

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24.09.2014

dictvm - Ausgepixelt

The title is german for "outpixeled". Because I sold my Chromebook Pixel in order to buy a new roadbike for the summer instead. Luckily, I didn't even lose any money by selling it. It was also totally worth it, because of the incredible bicycle I got instead. But more on that in a future blog-post.

I didn't part ways with it without a bit of regret, however, but considering that my Macbook Pro is already doing most of the work that I am doing with a laptop, the device felt more and more like a luxury. While stayting in Berlin at the end of February, visiting a friend and colleague, it was simply a jukebox during my stay and during my hours at our local hackerspace it rested peacefully in the cabinet. While I've grown quite fond of the basic idea of Chrome OS, it still feels mostly crippled, due to the lack of proper, offline-capable Chrome-applications. A fully cloud-enabled device is also still mostly useless as long as I can exhaust my monthly LTE-bandwidth within a few minutes. Chrome OS also lacked advanced tiling window manager-features that I've grown accustomed to on OS X and its handling of SSH-connections wasn't to my liking either.

I do think that Google is on the right track with some parts of Chrome OS and especially the introduction of natively running Android-applications might just be the gamechanger it needs in the long run, especially when Chromebooks become even cheaper and better. I hope that Chromebooks with the Pixel's build-quality will be the default for devices in the 300EUR-pricerange.

23.09.2014

Michael Stehmann - Software Freedom Day 2014 in Köln

Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschah dies u.a. in der “Dingfabrik” in Köln. Diese war, seitdem wir das letzte Mal dort waren, von Deutz nach Nippes umgezogen.

Das engagierte Vorbereitungsteam hatte Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können. An der Organisation und am Programm waren rheinische Fellows beteiligt.

Glücklicherweise hatten wir uns auf dem letzten Stück des Hinweges ein wenig verfahren. Als wir wendeten, sahen wir eine uns bekannte Person, die schwer zu tragen hatte. Es waren, wie sich dann heraussttellte, ein Teil der Bücher für die abendliche Verlosung. Wir nahmen ihn dann mit. Nachdem wir ihn abgestzt hatten, gestaltete sich die Parkplatzsuche eher schwierig. Nippes ist insoweit sicherlich nicht besser als Deutz.

Die neuen und geräumigen Räume der Dingfabrik boten uns in diesem Jahr viel Platz. Fünf Vorträge standen in heuer auf dem Programm.

Ein Kölner Rechtsanwalt behandelte die Probleme, die sich bei der Kombination verschiedener Lizenzen Freier Software ergeben können. Im Vordergrund stand dabei die “Reichweite” der GPL. Seine Ausführungen waren auch für das in der Regel nicht juristisch kundige Publikum verständlich

Harald Weidner, der bislang in jedem Jahr einen interessanten Vortrag gehalten hat, hielt einen Vortrag zu “Big Data”. Endlich erfuhr man einmal, was die anderen Apache-Projekte so machen.

Das Mittagessen wurde dieses Jahr in einem kölschen Restaurant eingenommen. Den Sponsoren, besonders dem für das Mittagessen, sei auch in diesem Jahr wieder ein herzlicher Dank gesagt.

Nach dem Mittagessen präsentierte ich die Folien, die ich für CryptoParties vorbereitet habe. Ich habe also erzählt, was ich den Menschen auf diesen Events erklären möchte. Es wurden allerdings dann doch noch kryptologische Fragen diskutiert.

Der nächste Vortrag handelte dann von den Mühen, die ein von Freier Software überzeugter, nicht ganz unerfahrerer Anwender bei der Erfüllung seiner steuerlichen Erklärungspflichten hat. Unsere Finanzverwaltung scheint ein “Herz für Microsoft” zu haben und lässt die Nutzer anderer Betriebssysteme ziemlich “im Regen stehen”.

Danach gab es einen interessanten Vortrag zum Thema, wie man mit Software preiswerte Kameras mit den Features hochpreisiger Kameras ausstattet. Auch einige Hardwarehacks wurden gezeigt

Den Abschluss bildet ein Vortrag eines Bonner Neurologen zu den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes Freier Software in seiner Praxis. Walther wird übrigens beim Düsseldorfer Felowshiptreffen im Oktober einen Vortrag zur “Gesundheiskarte” halten.

Zum Schluss der offiziellen Veranstaltung gab es die traditionelle Verlosung gesponserter Bücher und eines T-Shirts. Dieses Jahr hatten die Sponsoren so reichlich gespendet, dass jeder ein Buch gewann.

Während am Vormittage die Teilnehmerzahl sich im Rahmen hielt, hatten die Veranstaltung am Nachmittag eine beachtliche Zuhörerschaft. Aus den drei rheinischen Fellowshipgruppen waren Teinehmer erschienen. Auch die ausgelegten Flyer der FSFE fanden ihre Leser.

Nach dem offiziellen Teil stand man zunächst noch in der Dingfabrik zusammen, um danach den Tag noch bei einem Italiener ausklingen zu lassen.

Der abschließende Dank gilt auch in diesem Jahr wieder dem Orga-Team, das dieses Treffen der rheinischen Freunde Freier Software organisiert und jedes Jahr wieder ein interessantes Programm auf die Beine stellt.

21.09.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #180

Asyl

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Datenschutz

Elektronische Gesundheitskarte

Freihandel

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Backschafter @BackschafterBo
#Sanktionen der #Jobcenter werden zumindest in Optionskommunen bereits im Voraus in den Haushalt mit einberechnet. Nett!

13:08 – 16. Sep. 2014

Kirche

NSU

Polizei / Polizeigewalt

Recht auf Vergessen

Rüstung

Und sonst so?

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20.09.2014

Frosch - Fotos in Google Maps/View

Google Plus begrüßte mich heute mit der freudigen Mitteilung, daß einige meiner bei Picasa eingestellten Fotos für Google Maps übernommen wurden. Ich wußte erst nicht so recht, ob ich das gut oder schlecht finden sollte. Google macht ja nichts ohne Grund, sprich, ohne Gewinnerzielungsabsichten.

Dann habe ich mir das Ganze mal genauer angesehen und muß leider zu dem Ergebnis kommen, daß ich das eher nicht gut finde, und das gleich aus mehreren Gründen:

In der genaueren Ansicht der übernommenen Fotos sollte ich bestätigen, ob das Foto an der genannten Stelle aufgenommen wurde. Ich habe ja bei vielen Fotos die – zumindest ungefähren – Standort-Koordinaten angegeben. Sie bezeichnen den Standort der Kamera bei der Aufnahme, nicht unbedingt den Standort aller gezeigten Objekte.

Google nennt bei der Standort-Bezeichnung allerdings nicht bevorzugt die eigentlichen Orte, sondern Firmen, die dort in der Nähe ansässig und bei Google Maps gemeldet sind. Das heißt letztendlich, mit meinen Fotos wird für Firmen geworben. Kandidaten waren dabei ein Eiscafé, mehrfach eine Weinstube, aber auch Firmen abseits vom Gastgewerbe.

So hatte ich CC-BY-NC-SA nicht gemeint, Google. Wenn die Firmen mit meinen Fotos werben möchten, sollen sie gefälligst dafür bezahlen. Und zwar mich, nicht Euch. (Nein, das kostet die Firmen derzeit vermutlich nichts, aber ich wette, da kommt noch was nach.)

In den meisten der übernommenen Fotos habe ich das erstmal geändert.

Auch da noch ein Punkt: Habe ich den Ort einmal definiert und möchte ihn danach nochmal korrigieren, so geht das nicht mehr. Was einmal übernommen wurde, kann nicht noch einmal editiert werden. Ich kann mir gut vorstellen, daß so eine Menge ungenauer Ortsangaben für die Fotos zustande kommen. Damit tut Google weder sich noch den beworbenen Firmen einen Gefallen.

Außerdem kann ich ein Foto nicht aus View/Maps wieder herausnehmen, wenn ich meine, daß es ungeeignet sei. Denn die Fotos wurden offensichtlich nicht von Menschen, sondern von Algorithmen ausgewählt. Dabei muß es zwangsläufig zu Fehleinschätzungen kommen. Und spätestens, wenn jemand völlig falsche Angaben über den Standort macht und das auch später nicht korrigiert, wird’s vermutlich lustig.

Wird echt Zeit, daß ich mir einen Mediagoblin aufsetze und meine Fotos und Videos selbst hoste. Dazu bräuchte ich aber erst einmal einen „etwas“ stärkeren Server. Immerhin habe ich da gerade was in Aussicht.

[Update 2014-09-20 16:55] Alex machte mich noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam, der auch nicht in Ordnung ist:

Alexander Schestag @alexschestag
@AtariFrosch du hast einen Punkt vergessen. Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen.

16:46 – 20. Sep. 2014

Oh ja! Es ist schon ein Unterschied, ob jemand zum Beispiel auf einer Demo fotografiert wird – und ja, bei den übernommenen Fotos ist mehr als eines dabei, das ich jeweils im Rahmen einer Demonstration gemacht hatte – und das dann in einem Album zur Demo zu sehen ist oder ob das Foto dann auf einmal unter dem Suchbegriff einer Firma erscheint, mit welcher die abgebildete Person nichts zu tun hat. Oder vielleicht nicht einmal was zu tun haben will. [/Update]

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16.09.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 17.09.

Am Mi. den 17. Sep. trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Experience with C++11 in ArangoDB

ArangoDB is an open source, multi-model NoSQL database that is written in C++ and embeds Google’s V8 engine to implement the higher levels of its functionality in JavaScript. Recently we decided to switch to C++11 for the database kernel.

In this talk I will first give a short overview of the software architecture of ArangoDB and proceed to tell you about our practical experiences with the switch to C++11. I will explain which of the parts of the “new” standard have been more important and which have been less useful, and I will report about the difficulties we encountered.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

Frosch - Armenhäuser

Im Juni schrieb ich:

Auf die Lager, in welche die „Überflüssigen“ zusammengetrieben werden, kann man allerdings durchaus warten, sofern die nächsten zwei, drei Bundesregierungen wieder aus asozialen Wirtschaftslobbyisten zusammengesetzt werden.

Nun fängt es an. Noch nicht in Deutschland, und noch nicht in Gesetzesform, aber als Vorschlag eines Abgeordneten – außerhalb des Sommerlochs. Und quasi vor unserer Haustüre, in Österreich:

In einem Artikel in der österreichischen Zeitung Vorarlberger Nachrichten wird über den Vorarlberger Nationalratsabgeordneten Christoph Hagen (Team Stronach) berichtet. Verlinken kann ich den Artikel leider nicht, weil er hinter einer Paywall liegt; mir liegt ein Scan vermutlich der Printausgabe vor, den ich wegen des Urheberrechts besser nicht weiterverbreite (er kursiert allerdings auf diversen sozialen Plattformen). Ich zitiere daher direkt und indirekt relevante Ausschnitte.

Der Herr Hagen hat nämlich ganz konkrete Vorstellungen darüber, was man mit Erwerbslosen so alles anstellen sollte. Bereits in der Überschrift heißt es: „Man muss die Leute so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen“. Dann erzählt er von Lebensmittelgutscheinen, die Eltern bekommen sollen, weil sie ihre Kinder sonst bestimmt nicht versorgen, sondern alles für Alkohol und Zigaretten ausgeben.

Aber der zentrale Punkt seines Vorschlages besteht darin, erwerbslose Menschen in „Armenhäuser“ zu schicken:

[…] „aber es muss nicht jeder einen Luxusstandard haben“, sagt er: „In Armenhäusern wird man versorgt. Die Leute können gemeinnützig arbeiten und Taschengeld verdienen. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher sowie Dusche und WC am Gang“, erklärt der Vorarlberger. Ein kleines Einzelzimmer mit Bett sollte Hagen zufolge die Privatsphäre garantieren: „Es muss sich wieder lohnen zu arbeiten. Viele Leute nützen den Staat nur aus. Man muss sie so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen.“

Told you so.

Ich werde jetzt nicht nochmal den ganzen Sermon mit Grund- und Menschenrechten aufdröseln und auch nicht nochmal ausführlich erklären, daß es gar nicht so viele Arbeitsplätze gibt. Auch daß ein nicht so ganz geringer Teil der Erwerbslosen (mit Sicherheit auch in Österreich) gar nicht mehr richtig arbeiten kann, chronisch krank ist oder Kinder oder andere Angehörige versorgen muß. Und ich muß glaube ich auch nicht mehr erklären, daß das Ganze ganz üble braune Hetze ist. Das habe ich in den letzten Jahren, glaube ich, zur Genüge getan.

Stattdessen könnte ich jetzt vermutlich einen Tageszähler laufen lassen, wann der erste deutsche Politiker diese Idee aufgreift und ganz toll findet.

Dann kommt mein nächstes „told you so“.

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15.09.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (5) – Aufräumarbeiten

Auch wenn das alles noch sehr seltsame Wege ging und sicher noch einiges zu klären ist: Ich bin wieder im Leistungsbezug. Das heißt nicht, daß sofort wieder alles in Ordnung ist: Nun kommen noch die Aufräumarbeiten.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat den Eingang meiner Strafanzeige vom 21. August zeitnah bestätigt. Ob und wann sie sich dann mal wirklich damit befaßt, ist natürlich eine andere Frage – erfahrungsgemäß ist man dort nicht so schnell. Allerdings konnte das ARGE nun auf einmal handeln, nur der Grund ist noch nicht so ganz klar.

Am 26. August erhielt ich einen Anruf von einer ARGE-Sachbearbeiterin, deren Name bislang nicht Teil des Spielchens war. Man habe mir die rückständigen Beträge ab Mai überweisen wollen, aber das Geld sei zurückgekommen, weil das Konto bei der Sparkasse nicht mehr existiere. Ich möge mich doch um eine aktuelle Kontoverbindung bemühen, damit man mir das Geld auszahlen könne. Wenn ich dann eine neue Verbindung habe, möge ich die Daten bitte persönlich vorbeibringen.

Einen Bescheid hatte ich dazu nicht bekommen. Ich wußte also nicht, wieviel da jetzt kommen sollte und ob der dazugehörige Bescheid überhaupt korrekt berechnet worden war.

Also ging ich am nächsten Tag erst einmal zu meiner Sparkassen-Filiale und erfuhr: Ja, richtig, das Konto existiert nicht mehr. Man könne es auch nicht reaktivieren, ich müsse dann schon ein neues aufmachen. Aber es sei gerade kein Berater da, der das machen könnte. – Wann wieder einer da ist? – Ja keine Ahnung, vielleicht in einer Stunde. Oder auch nicht.

LMAA, dachte ich mir nur, ging nach Hause und informierte mich über Banken, insbesondere solche, die ja vielleicht auch günstiger sind als die Stadtsparkasse. Ein Telefonberater der ComDirekt, bei der ich zuerst anrief, laberte mir einen an die Backe von wegen, eine Filialbank sei doch in meinem Fall besser (und gab mir damit zu verstehen, daß man Problem-Klientel wie mich wohl eher nicht haben will). Auf mehrfache Empfehlung von Followern auf Twitter rief ich schließlich bei der GLS-Bank an, wo ich freundlich informiert wurde und schließlich ein Konto bekam. Gegenüber der Sparkasse werde ich damit über den Daumen gepeilt 1/3 weniger pro Jahr an Gebühren bezahlen (2 € pro Monat plus 15 € jährlich für die Karte gegenüber 5,20 € pro Monat).

Allerdings ging das natürlich nicht so schnell. Ich bekam erstmal fast eine Woche später Post mit einem auszufüllenden Vordruck und einem weiteren für Post-Ident. Der GLS-eigene Vordruck sah recht lustig aus: Der nette Telefonberater hatte nämlich ein paar seltsame Daten eingetragen. Demnach hatte ich mich durch einen Personalausweis mit der Nr. 123, ausgestellt von der Stadt Bochum (Sitz von GLS), ausgewiesen. Äh, wat? ;-)

Ich rief nochmal bei der Hotline an und fragte nach. Die Mitarbeiterin am anderen Ende war nicht weniger verblüfft als ich darüber, was der Kollege da eingetragen hatte. Sie meinte schließlich, das sei eh irrelevant, da ich mich ja nirgends persönlich ausgewiesen habe; ich solle das also einfach vergessen und das mit dem Post-Ident machen. Sie würde diese falschen Daten dann rausnehmen.

Als nächstes trabte ich also zur Post am Hauptbahnhof, um zum ersten Mal Post-Ident zu machen. Das zumindest erwies sich als einfacher, als ich mir das vorgestellt hatte. Damit ging das ganze Papier wieder zur Post, und ich wartete hibbelnd auf die Zugangsdaten.

Diese kamen nun kurz vorm Wochenende an. Heute früh war ich damit dann beim ARGE, weil es ja laut der Anruferin vom 26. August persönlich sein sollte. Beim Wachpersonal fragte ich noch, ob ich die Daten mal eben an den Schnellschaltern vorn abgeben könne, wo nur wenige Leute anstanden – nein, das ging natürlich nicht, ich mußte eine Wartemarke ziehen.

Es war die Nr. 54, die mir um 07:48 Uhr (Öffnung: 07:30 Uhr) aus dem Automaten entgegenfiel. Angezeigt wurde gerade die Nr. 15. Ich setzte mich also in die schon recht vollen Reihen und verspeiste erstmal mein Frühstücksbrötchen, das ich mir unterwegs, um nicht noch später anzukommen, vom Bäcker geholt hatte. Um mich herum teils angespannte Gesichter, ein Mann las murmelnd in einem Buch in arabischer Schrift; eine Frau weinte, ihre Begleiterin wirkte etwas hilflos. Verteilt wurden die Aufgerufenen auf insgesamt vier Zimmernummern – von mindestens 15 Zimmern im direkten Umfeld des Wartesaals.

Eine gute halbe Stunde später war man bei Nr. 33, es ging also relativ flott. Das habe ich schon anders erlebt; es gab Zeiten, da verging zwischen zwei Aufrufen durchaus mal eine Viertel- oder auch eine halbe Stunde.

Als ich dann gegen 09:00 Uhr dran war, ging es auch erstmal relativ schnell, die Dame sprach sogar von Barvorschuß und daß ich den noch heute bekommen könnte. Ich müsse aber noch mal „oben“ vorsprechen. „Oben“, das ist die Leistungsabteilung im 2. OG. Allerdings fehle jetzt noch etwas: Obwohl das ARGE laut der Anruferin vom 26. August wußte, daß mein Konto nicht mehr existierte, sollte ich das jetzt bitte nochmal schriftlich nachweisen. Sie können’s nicht lassen mit der unnötigen Verschlepperei.

Ich legte also erstmal einen Spaziergang ein und lief zur Sparkassen-Filiale in der Friedrichstraße, um mir die Bestätigung zu holen. Die bekam ich problemlos.

Also wieder zurück: Die Bearbeiterin hatte mir gesagt, daß ich nach meiner Rückkehr, sollte das bis 11:00 Uhr geschehen, direkt zu ihr reingehen könnte, ohne nochmal eine Wartemarke ziehen zu müssen. Um ca. 09:35 Uhr stand ich wieder vor ihrer (ständig offenen) Türe, sie hatte gerade eine Kundin drin und telefonierte länglich vor sich hin. Während ich noch wartete, diesmal im Stehen, gesellten sich noch zwei Männer zu mir, von denen einer offenbar mit Nummer für dieses Zimmer aufgerufen worden war, obwohl das Zimmer ganz eindeutig noch belegt war. Der andere war vermutlich in der gleichen Situation wie ich, sollte also nur noch etwas nachliefern und durfte ohne Wartemarke antreten.

Das Kundengespräch dauerte insgesamt noch über eine halbe Stunde, und meine Knöchel – ich kann generell nicht lange stehen – beschwerten sich schon. Der Mann mit der Nummer drängte sich bereits vor, aber zuerst wurde der andere namentlich aufgerufen. Derweil fing ein kleines Kind an zu brüllen, was mein bereits angeditschtes Nervenkostüm so überhaupt nicht lustig fand. Daß der andere Mann mit Nummer dann auch noch vorgezogen wurde, fand ich ebenfalls nicht witzig.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde Stehen durfte ich dann endlich mein Papierchen abgeben. Ich bekam einen Computerausdruck und wurde in die Leistungsabteilung geschickt – um erneut zu warten. Diesmal immerhin wieder im Sitzen und in einer ruhigeren Umgebung.

Es dauerte nochmal eine halbe Stunde, bis ich endlich hereingerufen wurde (Erwerbslose haben ja viel Zeit, auch wenn sie als selbständige Aufstocker geführt werden). Nun hieß es, das Geld sei, nachdem es zurückgekommen war, auf einem Spezialkonto zwischengelagert, und eine Barauszahlung sei nicht so wirklich möglich. Auf Nachfrage meinte sie, ja, da sei auch das Geld für September mit bei, sodaß auch darauf nicht für eine Barauszahlung zurückgegriffen werden könnte. Sie werde das Geld jetzt für heute Nacht anweisen, ich solle es Donnerstag oder Freitag auf dem neuen Konto haben.

Außerdem bekam ich einen Ausdruck des dazugehörigen Bescheides. Der sieht von den Zahlen her richtig aus, nur das Datum stört mich dann doch ein bißchen: Angeblich ist der vom 22. Juli 2014. Das kann schon deshalb nicht sein, weil die Gesamtauszahlung den August und September beinhaltet die wären nämlich sonst separat gekommen; auch für die August-Auszahlung war der 22. Juli zu früh. Es wäre umgekehrt wenig sinnvoll, spätere Überweisungen auf ein Konto durchzuführen, von dem bereits bekannt ist, daß es gar nicht mehr existiert.

Die Auflösung meines Kontos war zwar genau einen Tag nach dem angeblichen Datum des Bescheides geschehen, aber das spielt in der Hinsicht keine Rolle, denn die Überweisungen vom ARGE kommen schon standardmäßig nicht unbedingt zeitnah an. Das gilt besonders, wenn es sich um Auszahlungen „außer der Reihe“ handelt.

Viel wichtiger ist daher das Datum des Anrufs vom ARGE: Wenn bereits am 22. Juli oder vielleicht auch ein paar Tage später das Geld angewiesen worden wäre, wüßte man von der Rückbuchung nicht erst einen Monat später, das kann mir keiner erzählen.

Ich glaube, ein falsches Datum auf einen Bescheid zu setzen, nennt man Urkundenfälschung, oder? Hier wohl mit dem Ziel, mir eine gerichtliche Überprüfung, sofern notwendig, wegen Fristablaufs unmöglich zu machen. Die Rechtsmittelfrist beträgt einen Monat.

Nun kommt also das große Aufräumen: Alle Daueraufträge und Lastschrift-Berechtigungen neu einrichten und die neue Kontonummer auch sonst überall fallenlassen, wo sie benötigt wird. Also erst, wenn das Geld tatsächlich eingegangen ist, natürlich. Dann werde ich wohl vorsichtig anfangen, meinen Investitionsstau hier abzubauen; insbesondere braucht das Handwaschbecken im Bad schon seit Wochen einen Klempner, da läuft das Wasser nicht mehr ab. Ist etwas unpraktisch, da ständig einen Eimer drinstehen zu haben und den in die Badewanne ausleeren zu müssen.

Auch zu der Aufstellung meiner zusätzlich angefallenen Kosten – von Fahrscheinen über Gebühren für Bareinzahlungen bis hin zu den rund 35 €, mit denen mein Sparkassen-Konto zuletzt im Minus stand, bin ich noch nicht gekommen; ich hoffe, ich finde die Belege alle wieder. Hier werde ich wohl eine Schadenersatzklage anstrengen müssen, denn freiwillig rücken die das ja sicher nicht raus; aus Sicht des ARGE ist man ja nie schuld an irgendwas und muß daher auch keinerlei Verantwortung für die Folgen seines Handelns übernehmen.

Ganz herzlich möchte ich allen Menschen danken, die mich in dieser schweren Zeit menschlich, juristisch, finanziell und mit Lebensmitteln unterstützt haben. Allein und insbesondere mit einer akuten Depression im Nacken kann man so einen Existenvernichtungsversuch nicht überstehen. Aber das ist ja vielleicht auch gar nicht vorgesehen …

Völliger Fail war übrigens die Sache mit dem Petitionsausschuß des Landes NRW. Der ließ sich viel, viel Zeit und gab die Akte dann, ohne mich vorher zu fragen, an den Petitionsausschuß im Bundestag weiter. Über die Weitergabe erhielt ich nur eine kurze schriftliche Information. Vom Petitionsausschuß des Bundes bekam ich bislang noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Die Sache wird dort also vermutlich planmäßig versanden.

So, und jetzt bestell ich mir was beim Asiaten. Ich glaub, das hab ich mir heute verdient.

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14.09.2014

Michael Stehmann - Außerordentliches Fellowshiptreffen am 10.09.2014

Am 10.09.2014 fand in Düsseldorf ein außerordentliches Fellowshiptreffen statt. Anlass war, dass Martin Gollowitzer aus Wien zusammen mit einem Kollegen Düsseldorf besuchte. Dies erschien eine gute Gelegenheit wienerisch-rheinischen Kultur- und Erfahrungsaustausches.

Zunächat trafen sich die meisten Teilnehmer des Treffens vorab im Restaurant des Floragartens, um noch ein wenig die frische Luft zu geniessen. Hier war neben einer persönlichen Begrüßung auch ein erstes Kennenlernen möglich.

Dann ging es zu Fuß pünktlich zum vereinbarten Ort des Felowshptreffens, dem Saal im Keller des Schwesterherz in Bilk. Leider stieß hir nur ein weiterer Teilnehmer hinzu. Ein gespendetes Faß Altbier wurde angeschlagen und die leider etwas wenigen Teilnehmer dieses Treffens mühten sich in der Folgezeit redlich, es zu leeren.

Gesprochen wurde über Freie Software im Allgemeinen, den Fortschritt der FSFE im Besonderen und über den alltäglichen Wahnsinn in der IT. Es ergaben sich angeregte und interessante Gespräche. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass sich auch dieses Treffen wieder bis in die Nacht hineinzog.

Unseren Wiener Gästen hat es wohl gut bei uns gefallen. Martin kündigte an, baldmöglichst wieder nach Düsseldorf zu kommen.

Einladung zum Software Freedom Day 2014 in Köln
Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschieht dies u.a. von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Dingfabrik Köln, Erzbergerplatz 9, 50733 Köln.

Das engagierte Vorbereitungsteam hat Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können.

Am Abend wird auch Gelegenheit für einen persönlichen Austausch sein.

Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren kann ich diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen.

Nächste Treffen in Düsseldorf

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 24.09.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.” (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben.”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt. Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, wird uns in seinem Vortrag Sinn und Inhalt dieses Satzes erläutern und auch seinen Urheber vorstellen.

Frosch - Im Netz aufgefischt #179

Computersicherheit

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

LGBTI

Netzpolitik

Netzsperren

Rassismus

Verschwörungstheorien

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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10.09.2014

Frosch - Kein Link, kein Klick, kein Cent!

Sorry Leute, ich versteh Euch nicht. Wir haben monatelang gegen das Leistungsschutzrecht angeschrieben, manche haben sich – wie ich – das D64-Plugin ins WordPress gepappt, und als das alles nichts nutzte, haben wir auf die Abgeordneten geschimpft, die es durchgewunken haben.

Und jetzt?

Wohin ich auch sehe, alle diejenigen, die da mitgemacht haben, verlinken weiterhin munter auf Medien, die das Leistungsschutzrecht forderten und dafür lobbyierten, Springer-Presse inclusive. Oft genug hinter Short-URLs auf Twitter, so daß man es nicht mal sieht, daß man dahin geleitet wird, um seine eigene Entscheidung treffen zu können.

(Short-URLs: Wenn man nur Twitter auf t.co kürzen läßt, kann noch jeder sehen, wohin es eigentlich geht; allerdings benutzen viele noch, warum auch immer, einen zweiten Kürzer. Damit sieht man nur noch den zweiten Kürzer, aber nicht mehr den originalen Link.)

Wie macht Ihr das eigentlich, wenn Ihr beim Lebensmittelkauf bestimmte Hersteller boykottieren wollt?

Ferrero
Ferrero möchte man ja vielleicht nicht so wirklich unterstützen, weil sie meinen, daß alles, was im Internet das Wort „Kinder“ verwendet, nur von ihnen kommen darf, wie beispielsweise im Streit um die Domain kinder.at. Wenn Ihr deshalb also keine Ferrero-Produkte kaufen wollt – kauft Ihr dann trotzdem noch Nutella, weil das doch so toll und Kult und überhaupt ist?
Nestlé
Bei Nestlé ist man der Meinung, Trinkwasser sei keine Ressource, die jeder einfach so haben sollte [Youtube-Video], sondern soll gefälligst von ihnen flaschenweise gekauft werden müssen. Das findet ja auch nicht jeder so toll – aber der leckere Nesquick für die Kinder, der muß doch sein, ne? Ich meine: Nein.

Und das sind nur zwei Beispiele. Wenn mir dann Konstantin von Notz sagt:

Konstantin v. Notz @KonstantinNotz
.@AtariFrosch Eine Zeitung hat nicht nur “eine” Meinung. Auch Schirrmacher hat für die @faz geschrieben. Artikel lohnt!

20:03 – 9. Sep. 2014

Nein, eine Zeitung hat nicht nur eine Meinung. Aber wenn der Verlag, der die Zeitung verkauft, sich dem Bemühen des Axel-Springer-Verlags anschließt, sich scheinbar genehme, aber eigentlich völlig schwachsinnige Gesetze quasi zu kaufen, dann interessiert mich keine dieser Meinungen.

Als Journalist sollte man sich umgekehrt durchaus überlegen, für welches Blatt man schreibt und wem das gehört. Denn sie, die die eigentliche Arbeit abliefern, haben vom Leistungsschutzrecht genau gar nichts. Daher gibt es für anständige Journalisten auch überhaupt keinen Grund, mit ihrer Arbeit Verlage zu unterstützen, die meinen, Suchmaschinen, speziell Google, dazu zwingen zu dürfen, ihnen Leser (und damit Klicks) zu verschaffen und dafür dann auch noch zu bezahlen.

Nein, Google ist sicher kein Engel. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin der Meinung, wer gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist, sollte darin konsequent sein:

Kein Link, kein Klick, kein Cent!

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07.09.2014

Michael Stehmann - zakk-Straßenfest 2014

Am Sonntag, den 31.08.2014 fand wieder ab 11 Uhr rund ums zakk in Düsseldorf-Flingern das zakk Straßenfest statt. Die Apache OpenOffice und die FSFE waren dort bereits im letzten Jahr vertreten.

Als wir in sonntagmorgendlicher Frühe dort ankamen, hatte Rainer bereits den sechs Meter langen und drei Meter tiefen Pavillion aufgestellt, sodass uns nur noch die Mithilfe bei der Einrichtung desselben und dessen Dekoration verblieb. Hier konnte Rainer erneut seine große Erfahrung ausspielen und einen ansehnlichen Stand schaffen, der Menschen anzog, was sogar zu angesichts des Trödelumfeldes respektablen Verkaufserfolgen bei Merchandiseartikeln führte.

Interessant war es wieder, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die man auf Freien-Software-Events nicht erreicht. Dabei wirkte es sich positiv aus, dass die Menschen, die auf der aus Gehrichtung rechten Fahrbahnseite am Stand vorbeiliefen, manchmal zuerst das Apache OpenOffice-Banner wahrnahmen, erklärten, dass sie OpenOffice kennten, und dann von uns auch über die Ziele und die Tätigkeit der FSFE informiert werden konnten.

Es konnten somit erstaunlich viele gute Gespräche sowohl über Freie Software, als auch über Apache OpenOffice geführt werden. Informationmaterial konnte Interessierten in die Hand gedrückt werden.

Neben der FSFE und Apache OpenOffice fanden ab dem späten Vormittag auch die Freifunker Platz unter dem Pavillondach. Dies erwies sich als nützlich, denn am Nachmittag und Abend regnete es mehrfach, sodass wir leider die Roll-ups und den Pavillon nass und ein wenig verdreckt einpacken mussten. Allerdings trieb der Regen auch Besucher in den Pavillion.

Wichtig war erneut, dass wir Freie Software wieder einmal “normalen” Menschen präsentieren konnten.

Michael Stehmann - FLA – Tue Gutes und rede ‘mal drüber

Auf dem Düsseldorfer Fellowshiptreffen im August hielt der Chronist am 27.08.2014 einen Vortrag mit dem Titel “FLA – ein Angebot für Freie-Software-Projekte”. Leider waren weniger als zehn Interessierte erschienen, darunter aber erfreulicherweise zwei neue Gesichter. Auch aus dem rechtsrheinischen Süden von Köln hatte sich ein interessierter Fellow auf dem Weg ins Chaosdorf gemacht.

Die “Neulinge” erhielten vor Beginn des offiziellen Teils eine Führung durch den Hackspace. Nachdem die kommenden Events angekündigt worden waren, wurde die inzwischen traditionelle Vorstellungsrunde eingeschoben, die dieses Mal nicht mit dem Chronisten begann, sondern mit ihm als Referenten endete.

FLA bedeutet Fiduciary Licence Agreement, zu deutsch: Treuhänderische Lizenzvereinbarung. Dieses von der FSFE bereits im Jahr 2003 entwickelte Vereinbarungsmuster erlaubt es Projekten mittels einer Urheberrechtsabtretung an eine geeignete Rechtspersönlichkeit, den gesamten für ein Projekt erstellten Code zu schützen, entweder indem das Urheberrecht oder vor allem in Kontinentaleuropa indem das exklusive Verwertungsrecht zusammengeführt wird. Leider ist das FLA wenig bekannt, vor allem bei den Entwicklern junger Projekten, für die es in erster Linie relevant ist. Daher erschien es dem Chronisten an der Zeit, es wieder einmal in Erinnerung zu bringen.

Er erläuterte Sinn und Inhalt des FLA und konnte berichten, dass es sich bereits vor einem deutschen Gericht bewährt hat. Die anschließende Diskussion war lebhaft und interessant – auch als sie “off topic” wurde.

Die Folien zum Vortrag stehen zur Verfügung.

Einladung zum Software Freedom Day 2014 in Köln

Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschieht dies u.a. von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Dingfabrik Köln, Erzbergerplatz 9, 50733 Köln.

Das engagierte Vorbereitungsteam hat Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können.

Am Abend wird auch Gelegenheit für einen persönlichen Austausch sein.

Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren kann ich diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen.

Nächste Treffen in Düsseldorf

Am 10.09.2014 findet im Saal im Keller des Schwesterherz in Bilk (Bilker Allee 66, 40219 Düsseldorf) ab 19:30 Uhr ein außerordentliches Fellowshiptreffen statt.

Anlass ist, dass Martin Gollowitzer aus Wien zusammen mit einem Kollegen Düsseldorf besucht. Dies ist eine gute Gelegenheit wienerisch-rheinischen Kultur- und Erfahrungsaustausches.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 24.09.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.” (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben.”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt. Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, wird uns in seinem Vortrag Sinn und Inhalt dieses Satzes erläutern und auch seinen Urheber vorstellen.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Michael Stehmann - Eine CryptoParty beim LDI

Auf Einladung des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI) fand am 25.08.2014 in dessen Räumen eine CryptoParty statt.

Von den Mitgliedern des Chaosdorfes und ihren Freunden, darunter Fellows der FSFE, werden nahezu monatlich CryptoParties veranstaltet. Dabei waren schon Hochschulen, beispielsweise die Kunstakademie und die Fachhochschulen Dortmund und Düsseldorf, aber auch eine evangelische Kirchengemeinde am Niederrhein unsere Gastgeber.

Der stellvertretende Behördenleiter und ein juristischer Mitarbeiter, der bereits an früheren CryptoParties teilgenommen hatte, stellten zunächst kurz die Behörde vor und legten rechtliche Aspekte des Datenschutzes dar. Danach führte ein sehr gut moderiertes, aber vor allem auch hervorragend illustriertes Gespräch unter Mitgliedern des Chaosdorfes die Teilnehmer inhaltlich in die CryptoParty ein.

Der Saal war voll. Später konnten die erfahreneren Teilnehmer der “Masse” der Teilnehmer, die in der Installation und im praktischen Umgang mit Kryptografiewerkzeugen eine erste Unterweisung erhalten wollten, kaum “Herr werden”. Das Interesse war also groß.

Es fanden sich aber auch Teilnehmer ein, die nicht unbedingt einer praktischen Unterweisung bedurften, ein. Drei Abgeordnete des Landtages mit Mitarbeitern hatten erschienen ebenso wie der Entwickler von GnuPG, ein Mitglied der CryptoParty-Bewegung aus Bonn und ein hochrangiges Mitglied von CAcert. Auch eine hochrangige Mitarbeiterin der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei war gekommen. Dies gab eine gute Gelegenheit für interessante “Party-Gespräche”.

Insgesamt war diese CryptoParty – auch aufgrund der guten Beteiligung – sehr erfolgreich.