Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

21.09.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #180

Asyl

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Datenschutz

Elektronische Gesundheitskarte

Freihandel

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Backschafter @BackschafterBo
#Sanktionen der #Jobcenter werden zumindest in Optionskommunen bereits im Voraus in den Haushalt mit einberechnet. Nett!

13:08 – 16. Sep. 2014

Kirche

NSU

Polizei / Polizeigewalt

Recht auf Vergessen

Rüstung

Und sonst so?

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20.09.2014

Frosch - Fotos in Google Maps/View

Google Plus begrüßte mich heute mit der freudigen Mitteilung, daß einige meiner bei Picasa eingestellten Fotos für Google Maps übernommen wurden. Ich wußte erst nicht so recht, ob ich das gut oder schlecht finden sollte. Google macht ja nichts ohne Grund, sprich, ohne Gewinnerzielungsabsichten.

Dann habe ich mir das Ganze mal genauer angesehen und muß leider zu dem Ergebnis kommen, daß ich das eher nicht gut finde, und das gleich aus mehreren Gründen:

In der genaueren Ansicht der übernommenen Fotos sollte ich bestätigen, ob das Foto an der genannten Stelle aufgenommen wurde. Ich habe ja bei vielen Fotos die – zumindest ungefähren – Standort-Koordinaten angegeben. Sie bezeichnen den Standort der Kamera bei der Aufnahme, nicht unbedingt den Standort aller gezeigten Objekte.

Google nennt bei der Standort-Bezeichnung allerdings nicht bevorzugt die eigentlichen Orte, sondern Firmen, die dort in der Nähe ansässig und bei Google Maps gemeldet sind. Das heißt letztendlich, mit meinen Fotos wird für Firmen geworben. Kandidaten waren dabei ein Eiscafé, mehrfach eine Weinstube, aber auch Firmen abseits vom Gastgewerbe.

So hatte ich CC-BY-NC-SA nicht gemeint, Google. Wenn die Firmen mit meinen Fotos werben möchten, sollen sie gefälligst dafür bezahlen. Und zwar mich, nicht Euch. (Nein, das kostet die Firmen derzeit vermutlich nichts, aber ich wette, da kommt noch was nach.)

In den meisten der übernommenen Fotos habe ich das erstmal geändert.

Auch da noch ein Punkt: Habe ich den Ort einmal definiert und möchte ihn danach nochmal korrigieren, so geht das nicht mehr. Was einmal übernommen wurde, kann nicht noch einmal editiert werden. Ich kann mir gut vorstellen, daß so eine Menge ungenauer Ortsangaben für die Fotos zustande kommen. Damit tut Google weder sich noch den beworbenen Firmen einen Gefallen.

Außerdem kann ich ein Foto nicht aus View/Maps wieder herausnehmen, wenn ich meine, daß es ungeeignet sei. Denn die Fotos wurden offensichtlich nicht von Menschen, sondern von Algorithmen ausgewählt. Dabei muß es zwangsläufig zu Fehleinschätzungen kommen. Und spätestens, wenn jemand völlig falsche Angaben über den Standort macht und das auch später nicht korrigiert, wird’s vermutlich lustig.

Wird echt Zeit, daß ich mir einen Mediagoblin aufsetze und meine Fotos und Videos selbst hoste. Dazu bräuchte ich aber erst einmal einen „etwas“ stärkeren Server. Immerhin habe ich da gerade was in Aussicht.

[Update 2014-09-20 16:55] Alex machte mich noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam, der auch nicht in Ordnung ist:

Alexander Schestag @alexschestag
@AtariFrosch du hast einen Punkt vergessen. Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen.

16:46 – 20. Sep. 2014

Oh ja! Es ist schon ein Unterschied, ob jemand zum Beispiel auf einer Demo fotografiert wird – und ja, bei den übernommenen Fotos ist mehr als eines dabei, das ich jeweils im Rahmen einer Demonstration gemacht hatte – und das dann in einem Album zur Demo zu sehen ist oder ob das Foto dann auf einmal unter dem Suchbegriff einer Firma erscheint, mit welcher die abgebildete Person nichts zu tun hat. Oder vielleicht nicht einmal was zu tun haben will. [/Update]

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16.09.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 17.09.

Am Mi. den 17. Sep. trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Experience with C++11 in ArangoDB

ArangoDB is an open source, multi-model NoSQL database that is written in C++ and embeds Google’s V8 engine to implement the higher levels of its functionality in JavaScript. Recently we decided to switch to C++11 for the database kernel.

In this talk I will first give a short overview of the software architecture of ArangoDB and proceed to tell you about our practical experiences with the switch to C++11. I will explain which of the parts of the “new” standard have been more important and which have been less useful, and I will report about the difficulties we encountered.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

Frosch - Armenhäuser

Im Juni schrieb ich:

Auf die Lager, in welche die „Überflüssigen“ zusammengetrieben werden, kann man allerdings durchaus warten, sofern die nächsten zwei, drei Bundesregierungen wieder aus asozialen Wirtschaftslobbyisten zusammengesetzt werden.

Nun fängt es an. Noch nicht in Deutschland, und noch nicht in Gesetzesform, aber als Vorschlag eines Abgeordneten – außerhalb des Sommerlochs. Und quasi vor unserer Haustüre, in Österreich:

In einem Artikel in der österreichischen Zeitung Vorarlberger Nachrichten wird über den Vorarlberger Nationalratsabgeordneten Christoph Hagen (Team Stronach) berichtet. Verlinken kann ich den Artikel leider nicht, weil er hinter einer Paywall liegt; mir liegt ein Scan vermutlich der Printausgabe vor, den ich wegen des Urheberrechts besser nicht weiterverbreite (er kursiert allerdings auf diversen sozialen Plattformen). Ich zitiere daher direkt und indirekt relevante Ausschnitte.

Der Herr Hagen hat nämlich ganz konkrete Vorstellungen darüber, was man mit Erwerbslosen so alles anstellen sollte. Bereits in der Überschrift heißt es: „Man muss die Leute so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen“. Dann erzählt er von Lebensmittelgutscheinen, die Eltern bekommen sollen, weil sie ihre Kinder sonst bestimmt nicht versorgen, sondern alles für Alkohol und Zigaretten ausgeben.

Aber der zentrale Punkt seines Vorschlages besteht darin, erwerbslose Menschen in „Armenhäuser“ zu schicken:

[…] „aber es muss nicht jeder einen Luxusstandard haben“, sagt er: „In Armenhäusern wird man versorgt. Die Leute können gemeinnützig arbeiten und Taschengeld verdienen. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher sowie Dusche und WC am Gang“, erklärt der Vorarlberger. Ein kleines Einzelzimmer mit Bett sollte Hagen zufolge die Privatsphäre garantieren: „Es muss sich wieder lohnen zu arbeiten. Viele Leute nützen den Staat nur aus. Man muss sie so erziehen, dass sie wieder arbeiten gehen.“

Told you so.

Ich werde jetzt nicht nochmal den ganzen Sermon mit Grund- und Menschenrechten aufdröseln und auch nicht nochmal ausführlich erklären, daß es gar nicht so viele Arbeitsplätze gibt. Auch daß ein nicht so ganz geringer Teil der Erwerbslosen (mit Sicherheit auch in Österreich) gar nicht mehr richtig arbeiten kann, chronisch krank ist oder Kinder oder andere Angehörige versorgen muß. Und ich muß glaube ich auch nicht mehr erklären, daß das Ganze ganz üble braune Hetze ist. Das habe ich in den letzten Jahren, glaube ich, zur Genüge getan.

Stattdessen könnte ich jetzt vermutlich einen Tageszähler laufen lassen, wann der erste deutsche Politiker diese Idee aufgreift und ganz toll findet.

Dann kommt mein nächstes „told you so“.

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15.09.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (5) – Aufräumarbeiten

Auch wenn das alles noch sehr seltsame Wege ging und sicher noch einiges zu klären ist: Ich bin wieder im Leistungsbezug. Das heißt nicht, daß sofort wieder alles in Ordnung ist: Nun kommen noch die Aufräumarbeiten.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat den Eingang meiner Strafanzeige vom 21. August zeitnah bestätigt. Ob und wann sie sich dann mal wirklich damit befaßt, ist natürlich eine andere Frage – erfahrungsgemäß ist man dort nicht so schnell. Allerdings konnte das ARGE nun auf einmal handeln, nur der Grund ist noch nicht so ganz klar.

Am 26. August erhielt ich einen Anruf von einer ARGE-Sachbearbeiterin, deren Name bislang nicht Teil des Spielchens war. Man habe mir die rückständigen Beträge ab Mai überweisen wollen, aber das Geld sei zurückgekommen, weil das Konto bei der Sparkasse nicht mehr existiere. Ich möge mich doch um eine aktuelle Kontoverbindung bemühen, damit man mir das Geld auszahlen könne. Wenn ich dann eine neue Verbindung habe, möge ich die Daten bitte persönlich vorbeibringen.

Einen Bescheid hatte ich dazu nicht bekommen. Ich wußte also nicht, wieviel da jetzt kommen sollte und ob der dazugehörige Bescheid überhaupt korrekt berechnet worden war.

Also ging ich am nächsten Tag erst einmal zu meiner Sparkassen-Filiale und erfuhr: Ja, richtig, das Konto existiert nicht mehr. Man könne es auch nicht reaktivieren, ich müsse dann schon ein neues aufmachen. Aber es sei gerade kein Berater da, der das machen könnte. – Wann wieder einer da ist? – Ja keine Ahnung, vielleicht in einer Stunde. Oder auch nicht.

LMAA, dachte ich mir nur, ging nach Hause und informierte mich über Banken, insbesondere solche, die ja vielleicht auch günstiger sind als die Stadtsparkasse. Ein Telefonberater der ComDirekt, bei der ich zuerst anrief, laberte mir einen an die Backe von wegen, eine Filialbank sei doch in meinem Fall besser (und gab mir damit zu verstehen, daß man Problem-Klientel wie mich wohl eher nicht haben will). Auf mehrfache Empfehlung von Followern auf Twitter rief ich schließlich bei der GLS-Bank an, wo ich freundlich informiert wurde und schließlich ein Konto bekam. Gegenüber der Sparkasse werde ich damit über den Daumen gepeilt 1/3 weniger pro Jahr an Gebühren bezahlen (2 € pro Monat plus 15 € jährlich für die Karte gegenüber 5,20 € pro Monat).

Allerdings ging das natürlich nicht so schnell. Ich bekam erstmal fast eine Woche später Post mit einem auszufüllenden Vordruck und einem weiteren für Post-Ident. Der GLS-eigene Vordruck sah recht lustig aus: Der nette Telefonberater hatte nämlich ein paar seltsame Daten eingetragen. Demnach hatte ich mich durch einen Personalausweis mit der Nr. 123, ausgestellt von der Stadt Bochum (Sitz von GLS), ausgewiesen. Äh, wat? ;-)

Ich rief nochmal bei der Hotline an und fragte nach. Die Mitarbeiterin am anderen Ende war nicht weniger verblüfft als ich darüber, was der Kollege da eingetragen hatte. Sie meinte schließlich, das sei eh irrelevant, da ich mich ja nirgends persönlich ausgewiesen habe; ich solle das also einfach vergessen und das mit dem Post-Ident machen. Sie würde diese falschen Daten dann rausnehmen.

Als nächstes trabte ich also zur Post am Hauptbahnhof, um zum ersten Mal Post-Ident zu machen. Das zumindest erwies sich als einfacher, als ich mir das vorgestellt hatte. Damit ging das ganze Papier wieder zur Post, und ich wartete hibbelnd auf die Zugangsdaten.

Diese kamen nun kurz vorm Wochenende an. Heute früh war ich damit dann beim ARGE, weil es ja laut der Anruferin vom 26. August persönlich sein sollte. Beim Wachpersonal fragte ich noch, ob ich die Daten mal eben an den Schnellschaltern vorn abgeben könne, wo nur wenige Leute anstanden – nein, das ging natürlich nicht, ich mußte eine Wartemarke ziehen.

Es war die Nr. 54, die mir um 07:48 Uhr (Öffnung: 07:30 Uhr) aus dem Automaten entgegenfiel. Angezeigt wurde gerade die Nr. 15. Ich setzte mich also in die schon recht vollen Reihen und verspeiste erstmal mein Frühstücksbrötchen, das ich mir unterwegs, um nicht noch später anzukommen, vom Bäcker geholt hatte. Um mich herum teils angespannte Gesichter, ein Mann las murmelnd in einem Buch in arabischer Schrift; eine Frau weinte, ihre Begleiterin wirkte etwas hilflos. Verteilt wurden die Aufgerufenen auf insgesamt vier Zimmernummern – von mindestens 15 Zimmern im direkten Umfeld des Wartesaals.

Eine gute halbe Stunde später war man bei Nr. 33, es ging also relativ flott. Das habe ich schon anders erlebt; es gab Zeiten, da verging zwischen zwei Aufrufen durchaus mal eine Viertel- oder auch eine halbe Stunde.

Als ich dann gegen 09:00 Uhr dran war, ging es auch erstmal relativ schnell, die Dame sprach sogar von Barvorschuß und daß ich den noch heute bekommen könnte. Ich müsse aber noch mal „oben“ vorsprechen. „Oben“, das ist die Leistungsabteilung im 2. OG. Allerdings fehle jetzt noch etwas: Obwohl das ARGE laut der Anruferin vom 26. August wußte, daß mein Konto nicht mehr existierte, sollte ich das jetzt bitte nochmal schriftlich nachweisen. Sie können’s nicht lassen mit der unnötigen Verschlepperei.

Ich legte also erstmal einen Spaziergang ein und lief zur Sparkassen-Filiale in der Friedrichstraße, um mir die Bestätigung zu holen. Die bekam ich problemlos.

Also wieder zurück: Die Bearbeiterin hatte mir gesagt, daß ich nach meiner Rückkehr, sollte das bis 11:00 Uhr geschehen, direkt zu ihr reingehen könnte, ohne nochmal eine Wartemarke ziehen zu müssen. Um ca. 09:35 Uhr stand ich wieder vor ihrer (ständig offenen) Türe, sie hatte gerade eine Kundin drin und telefonierte länglich vor sich hin. Während ich noch wartete, diesmal im Stehen, gesellten sich noch zwei Männer zu mir, von denen einer offenbar mit Nummer für dieses Zimmer aufgerufen worden war, obwohl das Zimmer ganz eindeutig noch belegt war. Der andere war vermutlich in der gleichen Situation wie ich, sollte also nur noch etwas nachliefern und durfte ohne Wartemarke antreten.

Das Kundengespräch dauerte insgesamt noch über eine halbe Stunde, und meine Knöchel – ich kann generell nicht lange stehen – beschwerten sich schon. Der Mann mit der Nummer drängte sich bereits vor, aber zuerst wurde der andere namentlich aufgerufen. Derweil fing ein kleines Kind an zu brüllen, was mein bereits angeditschtes Nervenkostüm so überhaupt nicht lustig fand. Daß der andere Mann mit Nummer dann auch noch vorgezogen wurde, fand ich ebenfalls nicht witzig.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde Stehen durfte ich dann endlich mein Papierchen abgeben. Ich bekam einen Computerausdruck und wurde in die Leistungsabteilung geschickt – um erneut zu warten. Diesmal immerhin wieder im Sitzen und in einer ruhigeren Umgebung.

Es dauerte nochmal eine halbe Stunde, bis ich endlich hereingerufen wurde (Erwerbslose haben ja viel Zeit, auch wenn sie als selbständige Aufstocker geführt werden). Nun hieß es, das Geld sei, nachdem es zurückgekommen war, auf einem Spezialkonto zwischengelagert, und eine Barauszahlung sei nicht so wirklich möglich. Auf Nachfrage meinte sie, ja, da sei auch das Geld für September mit bei, sodaß auch darauf nicht für eine Barauszahlung zurückgegriffen werden könnte. Sie werde das Geld jetzt für heute Nacht anweisen, ich solle es Donnerstag oder Freitag auf dem neuen Konto haben.

Außerdem bekam ich einen Ausdruck des dazugehörigen Bescheides. Der sieht von den Zahlen her richtig aus, nur das Datum stört mich dann doch ein bißchen: Angeblich ist der vom 22. Juli 2014. Das kann schon deshalb nicht sein, weil die Gesamtauszahlung den August und September beinhaltet die wären nämlich sonst separat gekommen; auch für die August-Auszahlung war der 22. Juli zu früh. Es wäre umgekehrt wenig sinnvoll, spätere Überweisungen auf ein Konto durchzuführen, von dem bereits bekannt ist, daß es gar nicht mehr existiert.

Die Auflösung meines Kontos war zwar genau einen Tag nach dem angeblichen Datum des Bescheides geschehen, aber das spielt in der Hinsicht keine Rolle, denn die Überweisungen vom ARGE kommen schon standardmäßig nicht unbedingt zeitnah an. Das gilt besonders, wenn es sich um Auszahlungen „außer der Reihe“ handelt.

Viel wichtiger ist daher das Datum des Anrufs vom ARGE: Wenn bereits am 22. Juli oder vielleicht auch ein paar Tage später das Geld angewiesen worden wäre, wüßte man von der Rückbuchung nicht erst einen Monat später, das kann mir keiner erzählen.

Ich glaube, ein falsches Datum auf einen Bescheid zu setzen, nennt man Urkundenfälschung, oder? Hier wohl mit dem Ziel, mir eine gerichtliche Überprüfung, sofern notwendig, wegen Fristablaufs unmöglich zu machen. Die Rechtsmittelfrist beträgt einen Monat.

Nun kommt also das große Aufräumen: Alle Daueraufträge und Lastschrift-Berechtigungen neu einrichten und die neue Kontonummer auch sonst überall fallenlassen, wo sie benötigt wird. Also erst, wenn das Geld tatsächlich eingegangen ist, natürlich. Dann werde ich wohl vorsichtig anfangen, meinen Investitionsstau hier abzubauen; insbesondere braucht das Handwaschbecken im Bad schon seit Wochen einen Klempner, da läuft das Wasser nicht mehr ab. Ist etwas unpraktisch, da ständig einen Eimer drinstehen zu haben und den in die Badewanne ausleeren zu müssen.

Auch zu der Aufstellung meiner zusätzlich angefallenen Kosten – von Fahrscheinen über Gebühren für Bareinzahlungen bis hin zu den rund 35 €, mit denen mein Sparkassen-Konto zuletzt im Minus stand, bin ich noch nicht gekommen; ich hoffe, ich finde die Belege alle wieder. Hier werde ich wohl eine Schadenersatzklage anstrengen müssen, denn freiwillig rücken die das ja sicher nicht raus; aus Sicht des ARGE ist man ja nie schuld an irgendwas und muß daher auch keinerlei Verantwortung für die Folgen seines Handelns übernehmen.

Ganz herzlich möchte ich allen Menschen danken, die mich in dieser schweren Zeit menschlich, juristisch, finanziell und mit Lebensmitteln unterstützt haben. Allein und insbesondere mit einer akuten Depression im Nacken kann man so einen Existenvernichtungsversuch nicht überstehen. Aber das ist ja vielleicht auch gar nicht vorgesehen …

Völliger Fail war übrigens die Sache mit dem Petitionsausschuß des Landes NRW. Der ließ sich viel, viel Zeit und gab die Akte dann, ohne mich vorher zu fragen, an den Petitionsausschuß im Bundestag weiter. Über die Weitergabe erhielt ich nur eine kurze schriftliche Information. Vom Petitionsausschuß des Bundes bekam ich bislang noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Die Sache wird dort also vermutlich planmäßig versanden.

So, und jetzt bestell ich mir was beim Asiaten. Ich glaub, das hab ich mir heute verdient.

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14.09.2014

Michael Stehmann - Außerordentliches Fellowshiptreffen am 10.09.2014

Am 10.09.2014 fand in Düsseldorf ein außerordentliches Fellowshiptreffen statt. Anlass war, dass Martin Gollowitzer aus Wien zusammen mit einem Kollegen Düsseldorf besuchte. Dies erschien eine gute Gelegenheit wienerisch-rheinischen Kultur- und Erfahrungsaustausches.

Zunächat trafen sich die meisten Teilnehmer des Treffens vorab im Restaurant des Floragartens, um noch ein wenig die frische Luft zu geniessen. Hier war neben einer persönlichen Begrüßung auch ein erstes Kennenlernen möglich.

Dann ging es zu Fuß pünktlich zum vereinbarten Ort des Felowshptreffens, dem Saal im Keller des Schwesterherz in Bilk. Leider stieß hir nur ein weiterer Teilnehmer hinzu. Ein gespendetes Faß Altbier wurde angeschlagen und die leider etwas wenigen Teilnehmer dieses Treffens mühten sich in der Folgezeit redlich, es zu leeren.

Gesprochen wurde über Freie Software im Allgemeinen, den Fortschritt der FSFE im Besonderen und über den alltäglichen Wahnsinn in der IT. Es ergaben sich angeregte und interessante Gespräche. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass sich auch dieses Treffen wieder bis in die Nacht hineinzog.

Unseren Wiener Gästen hat es wohl gut bei uns gefallen. Martin kündigte an, baldmöglichst wieder nach Düsseldorf zu kommen.

Einladung zum Software Freedom Day 2014 in Köln
Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschieht dies u.a. von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Dingfabrik Köln, Erzbergerplatz 9, 50733 Köln.

Das engagierte Vorbereitungsteam hat Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können.

Am Abend wird auch Gelegenheit für einen persönlichen Austausch sein.

Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren kann ich diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen.

Nächste Treffen in Düsseldorf

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 24.09.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.” (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben.”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt. Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, wird uns in seinem Vortrag Sinn und Inhalt dieses Satzes erläutern und auch seinen Urheber vorstellen.

Frosch - Im Netz aufgefischt #179

Computersicherheit

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

LGBTI

Netzpolitik

Netzsperren

Rassismus

Verschwörungstheorien

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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10.09.2014

Frosch - Kein Link, kein Klick, kein Cent!

Sorry Leute, ich versteh Euch nicht. Wir haben monatelang gegen das Leistungsschutzrecht angeschrieben, manche haben sich – wie ich – das D64-Plugin ins WordPress gepappt, und als das alles nichts nutzte, haben wir auf die Abgeordneten geschimpft, die es durchgewunken haben.

Und jetzt?

Wohin ich auch sehe, alle diejenigen, die da mitgemacht haben, verlinken weiterhin munter auf Medien, die das Leistungsschutzrecht forderten und dafür lobbyierten, Springer-Presse inclusive. Oft genug hinter Short-URLs auf Twitter, so daß man es nicht mal sieht, daß man dahin geleitet wird, um seine eigene Entscheidung treffen zu können.

(Short-URLs: Wenn man nur Twitter auf t.co kürzen läßt, kann noch jeder sehen, wohin es eigentlich geht; allerdings benutzen viele noch, warum auch immer, einen zweiten Kürzer. Damit sieht man nur noch den zweiten Kürzer, aber nicht mehr den originalen Link.)

Wie macht Ihr das eigentlich, wenn Ihr beim Lebensmittelkauf bestimmte Hersteller boykottieren wollt?

Ferrero
Ferrero möchte man ja vielleicht nicht so wirklich unterstützen, weil sie meinen, daß alles, was im Internet das Wort „Kinder“ verwendet, nur von ihnen kommen darf, wie beispielsweise im Streit um die Domain kinder.at. Wenn Ihr deshalb also keine Ferrero-Produkte kaufen wollt – kauft Ihr dann trotzdem noch Nutella, weil das doch so toll und Kult und überhaupt ist?
Nestlé
Bei Nestlé ist man der Meinung, Trinkwasser sei keine Ressource, die jeder einfach so haben sollte [Youtube-Video], sondern soll gefälligst von ihnen flaschenweise gekauft werden müssen. Das findet ja auch nicht jeder so toll – aber der leckere Nesquick für die Kinder, der muß doch sein, ne? Ich meine: Nein.

Und das sind nur zwei Beispiele. Wenn mir dann Konstantin von Notz sagt:

Konstantin v. Notz @KonstantinNotz
.@AtariFrosch Eine Zeitung hat nicht nur “eine” Meinung. Auch Schirrmacher hat für die @faz geschrieben. Artikel lohnt!

20:03 – 9. Sep. 2014

Nein, eine Zeitung hat nicht nur eine Meinung. Aber wenn der Verlag, der die Zeitung verkauft, sich dem Bemühen des Axel-Springer-Verlags anschließt, sich scheinbar genehme, aber eigentlich völlig schwachsinnige Gesetze quasi zu kaufen, dann interessiert mich keine dieser Meinungen.

Als Journalist sollte man sich umgekehrt durchaus überlegen, für welches Blatt man schreibt und wem das gehört. Denn sie, die die eigentliche Arbeit abliefern, haben vom Leistungsschutzrecht genau gar nichts. Daher gibt es für anständige Journalisten auch überhaupt keinen Grund, mit ihrer Arbeit Verlage zu unterstützen, die meinen, Suchmaschinen, speziell Google, dazu zwingen zu dürfen, ihnen Leser (und damit Klicks) zu verschaffen und dafür dann auch noch zu bezahlen.

Nein, Google ist sicher kein Engel. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin der Meinung, wer gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist, sollte darin konsequent sein:

Kein Link, kein Klick, kein Cent!

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07.09.2014

Michael Stehmann - zakk-Straßenfest 2014

Am Sonntag, den 31.08.2014 fand wieder ab 11 Uhr rund ums zakk in Düsseldorf-Flingern das zakk Straßenfest statt. Die Apache OpenOffice und die FSFE waren dort bereits im letzten Jahr vertreten.

Als wir in sonntagmorgendlicher Frühe dort ankamen, hatte Rainer bereits den sechs Meter langen und drei Meter tiefen Pavillion aufgestellt, sodass uns nur noch die Mithilfe bei der Einrichtung desselben und dessen Dekoration verblieb. Hier konnte Rainer erneut seine große Erfahrung ausspielen und einen ansehnlichen Stand schaffen, der Menschen anzog, was sogar zu angesichts des Trödelumfeldes respektablen Verkaufserfolgen bei Merchandiseartikeln führte.

Interessant war es wieder, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die man auf Freien-Software-Events nicht erreicht. Dabei wirkte es sich positiv aus, dass die Menschen, die auf der aus Gehrichtung rechten Fahrbahnseite am Stand vorbeiliefen, manchmal zuerst das Apache OpenOffice-Banner wahrnahmen, erklärten, dass sie OpenOffice kennten, und dann von uns auch über die Ziele und die Tätigkeit der FSFE informiert werden konnten.

Es konnten somit erstaunlich viele gute Gespräche sowohl über Freie Software, als auch über Apache OpenOffice geführt werden. Informationmaterial konnte Interessierten in die Hand gedrückt werden.

Neben der FSFE und Apache OpenOffice fanden ab dem späten Vormittag auch die Freifunker Platz unter dem Pavillondach. Dies erwies sich als nützlich, denn am Nachmittag und Abend regnete es mehrfach, sodass wir leider die Roll-ups und den Pavillon nass und ein wenig verdreckt einpacken mussten. Allerdings trieb der Regen auch Besucher in den Pavillion.

Wichtig war erneut, dass wir Freie Software wieder einmal “normalen” Menschen präsentieren konnten.

Michael Stehmann - FLA – Tue Gutes und rede ‘mal drüber

Auf dem Düsseldorfer Fellowshiptreffen im August hielt der Chronist am 27.08.2014 einen Vortrag mit dem Titel “FLA – ein Angebot für Freie-Software-Projekte”. Leider waren weniger als zehn Interessierte erschienen, darunter aber erfreulicherweise zwei neue Gesichter. Auch aus dem rechtsrheinischen Süden von Köln hatte sich ein interessierter Fellow auf dem Weg ins Chaosdorf gemacht.

Die “Neulinge” erhielten vor Beginn des offiziellen Teils eine Führung durch den Hackspace. Nachdem die kommenden Events angekündigt worden waren, wurde die inzwischen traditionelle Vorstellungsrunde eingeschoben, die dieses Mal nicht mit dem Chronisten begann, sondern mit ihm als Referenten endete.

FLA bedeutet Fiduciary Licence Agreement, zu deutsch: Treuhänderische Lizenzvereinbarung. Dieses von der FSFE bereits im Jahr 2003 entwickelte Vereinbarungsmuster erlaubt es Projekten mittels einer Urheberrechtsabtretung an eine geeignete Rechtspersönlichkeit, den gesamten für ein Projekt erstellten Code zu schützen, entweder indem das Urheberrecht oder vor allem in Kontinentaleuropa indem das exklusive Verwertungsrecht zusammengeführt wird. Leider ist das FLA wenig bekannt, vor allem bei den Entwicklern junger Projekten, für die es in erster Linie relevant ist. Daher erschien es dem Chronisten an der Zeit, es wieder einmal in Erinnerung zu bringen.

Er erläuterte Sinn und Inhalt des FLA und konnte berichten, dass es sich bereits vor einem deutschen Gericht bewährt hat. Die anschließende Diskussion war lebhaft und interessant – auch als sie “off topic” wurde.

Die Folien zum Vortrag stehen zur Verfügung.

Einladung zum Software Freedom Day 2014 in Köln

Am Software Freedom Day werden seit 2004 jedes Jahr die Erfolge Freier Soft­ware gefeiert. Am Samstag, den 20. September 2014, geschieht dies u.a. von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Dingfabrik Köln, Erzbergerplatz 9, 50733 Köln.

Das engagierte Vorbereitungsteam hat Referenten für ein interessantes Programm gewinnen können.

Am Abend wird auch Gelegenheit für einen persönlichen Austausch sein.

Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren kann ich diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen.

Nächste Treffen in Düsseldorf

Am 10.09.2014 findet im Saal im Keller des Schwesterherz in Bilk (Bilker Allee 66, 40219 Düsseldorf) ab 19:30 Uhr ein außerordentliches Fellowshiptreffen statt.

Anlass ist, dass Martin Gollowitzer aus Wien zusammen mit einem Kollegen Düsseldorf besucht. Dies ist eine gute Gelegenheit wienerisch-rheinischen Kultur- und Erfahrungsaustausches.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 24.09.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

“Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.” (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben.”) ist ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit. Diese Erkenntnis ist jedoch etwa 1600 Jahre alt. Ralf Peter Reimann, Diplom-Informatiker und Pastor, wird uns in seinem Vortrag Sinn und Inhalt dieses Satzes erläutern und auch seinen Urheber vorstellen.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Michael Stehmann - Eine CryptoParty beim LDI

Auf Einladung des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI) fand am 25.08.2014 in dessen Räumen eine CryptoParty statt.

Von den Mitgliedern des Chaosdorfes und ihren Freunden, darunter Fellows der FSFE, werden nahezu monatlich CryptoParties veranstaltet. Dabei waren schon Hochschulen, beispielsweise die Kunstakademie und die Fachhochschulen Dortmund und Düsseldorf, aber auch eine evangelische Kirchengemeinde am Niederrhein unsere Gastgeber.

Der stellvertretende Behördenleiter und ein juristischer Mitarbeiter, der bereits an früheren CryptoParties teilgenommen hatte, stellten zunächst kurz die Behörde vor und legten rechtliche Aspekte des Datenschutzes dar. Danach führte ein sehr gut moderiertes, aber vor allem auch hervorragend illustriertes Gespräch unter Mitgliedern des Chaosdorfes die Teilnehmer inhaltlich in die CryptoParty ein.

Der Saal war voll. Später konnten die erfahreneren Teilnehmer der “Masse” der Teilnehmer, die in der Installation und im praktischen Umgang mit Kryptografiewerkzeugen eine erste Unterweisung erhalten wollten, kaum “Herr werden”. Das Interesse war also groß.

Es fanden sich aber auch Teilnehmer ein, die nicht unbedingt einer praktischen Unterweisung bedurften, ein. Drei Abgeordnete des Landtages mit Mitarbeitern hatten erschienen ebenso wie der Entwickler von GnuPG, ein Mitglied der CryptoParty-Bewegung aus Bonn und ein hochrangiges Mitglied von CAcert. Auch eine hochrangige Mitarbeiterin der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei war gekommen. Dies gab eine gute Gelegenheit für interessante “Party-Gespräche”.

Insgesamt war diese CryptoParty – auch aufgrund der guten Beteiligung – sehr erfolgreich.

Michael Stehmann - FrOSCon 2014

Am 23. und 24. August 2014 fand die neunte Free and Open Source Software Conference (FrOSCon) in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin statt.

Auch in diesem Jahr hatten sowohl Apache OpenOffice als auch die FSFE dort jeweils einen Stand.

Am erstgenannten standen Mechtilde, Michaela, marudor und der Chronist für Apache OpenOffice. Zu uns gesellte sich wieder Thomas für LibreOffice. Auf der einen Seite stand neben uns DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.. Auf der anderen Seite war auf unsere Bitte hin der Stand des sidux e.V., an welchem die PrOOo-Box und “OpenOffice T-Shirt Raritäten, sowie hochwertige bedruckte Glastassen” zugunsten des PrOOo-Box-Projektes feilgeboten wurden.

Neben den häufigen Hinweisen darauf, dass man eine der beiden Freien Officesuiten nutze und zufrieden sei, gab es auch wieder einige längere Gespräche, in denen technische Fragen geklärt werden konnten.

Der Stand der FSFE befand sich wieder an traditioneller Stelle. Auch dort wurden interessante Gespäche geführt. Dieses Event ist auch immer ein Fellowshiptreffen. Neben “auswärtigen” Fellows, beispielsweise aus der Schweiz, trafen sich dort auch Fellows aus allen rheinischen Fellowshipgruppen.

Der Chronist versuchte auch, Referenten für die Düsseldorfer Fellowshiptreffen vor allem im nächsten Jahr zu akquirieren.

Matthias, unser Vizepräsident, und Isabel hielten Vorträge. Isabel nutzte auch die Gelegenheit, uns ihr Töchterchen, ein ausgesprochen xenophiles Baby, vorzustellen. Auch Karsten, der Präsident der FSFE, stattete mit seinen Kindern, die sichtlichen Spaß an der “Hacker-Kultur” hatten, der diesjährigen FrOSCon einen Besuch ab.

Insgesamt war auch dieses Jahr die FrOSCon wieder anstrengend, aber auch erfolgreich. Am Ende verabschiedete man sich von den anderen Ausstellern wieder mit dem Gruß “Auf Wiedersehen auf der OpenRheinRuhr!”.

Frosch - Im Netz aufgefischt #178

Asyl

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Kinder

Oury Jalloh

Polizei

Qualitätsjournalismus

Terrorismus

Twitter

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

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05.09.2014

Frosch - Dahin, wo die anderen sind?

Derzeit macht sich Twitter massiv unbeliebt, indem sie zum einen dem Dienst Twitpic Ärger machen und zum anderen planen, den Nutzern die Kontrolle über die Timeline zu nehmen. Tweets sollen, ähnlich wie bei Facebook (und teilweise wohl auch bei Google+) nicht mehr nach zeitlicher Reihenfolge, sondern nach „Gewichtung“ angezeigt werden.

Das wirft für viele Nutzer die Frage auf, ob Twitter noch der Dienst ihres Vertrauens ist – und was die Alternativen wären. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, was potentielle Alternativen für Funktionen bieten, sondern auch, wer da sonst hingeht. Wo gehen die Freunde hin, die Zeitungen und Magazine, denen man so folgt, die Prominenten, die Abgeordneten und sonstigen Politiker?

Chris de Burgh sagte mal in einem Interview, er bevorzuge Facebook vor Twitter (obwohl er auf beiden Plattformen Accounts unterhält, die teilweise von ihm selbst, teilweise vom Management befüttert werden), weil auf Facebook mehr Leute seien. Mein Eindruck ist, daß er mit dieser Ansicht unter Prominenten nicht alleine steht.

Ich halte diesen Ansatz aber für falsch. Tatsächlich sind es gerade Prominente, die oft genug quasi bestimmen (können), für welche Social-Media-Plattform(en) sich Nutzer entscheiden. Oder anders: Mit jedem Prominenten, egal ob aus Politik, Kultur usw., der einen aktiven (!) Account auf einer bestimmten Plattform betreibt, bekommt diese Plattform mehr Zulauf, weil Nutzer ein spezielles Interesse an den Nachrichten dieses Prominenten haben.

Die angekündigten Änderungen bei Twitter treiben seit ein paar Tagen sowohl der freien Federati-Gemeinde (StatusNet/GNU social, kurz SN/GS) als auch dem Dienst Ello – den ich mir noch nicht angesehen habe – neue Nutzer in die Arme. Als Betreiberin einer eigenen StatusNet-Instanz freut mich das natürlich besonders. Es hat mich sowieso schon gewundert, warum insbesondere Piraten so dermaßen an Twitter kleben, statt auf eine freie Plattform zu wechseln – und es sind längst nicht nur Piraten, die jetzt SN/GS zumindest mal testweise nutzen.

Auch wenn der Software dahinter noch einige Features fehlen und die Einrichtung einer Instanz öfter mal mit Basteleien verbunden ist, wie ich im IRC-Channel (Freenode, #social) so mitbekomme, kann das nur positiv sein. Ein Anwachsen der Nutzerzahlen bringt mit Sicherheit auch weitere Leute mit Programmierkenntnissen dazu, zur Weiterentwicklung von GNU social beizutragen, was das Netzwerk wiederum verbessern wird.

Bevor die Frage aufkommt, was mir an Features fehlt: Zum einen ist es nicht möglich, private Nachrichten über Instanzen hinweg zu verschicken; das geht nur an Nutzer auf derselben Instanz. Der Aufwand ist hier möglicherweise größer als beim zentralistischen Twitter, andererseits denke ich mir, daß der Transport nicht so viel anders funktionieren dürfte als der von öffentlichen Meldungen.

Zum zweiten, für mich stark störend, sieht man in der Timeline auch Antworten von Nutzern, denen man folgt, an Dritte, denen man nicht folgt. Ich erinnere mich dunkel, daß das bei Twitter in der Anfangszeit, also so 2008, 2009 rum, auch mal so gewesen war und dort dann aus guten Gründen abgestellt wurde. Damit habe ich eine Menge „Rauschen“ in meiner Timeline, das nicht sein müßte. Einem bestimmten Account folge ich deshalb schon nicht mehr, obwohl ich das gern tun würde.

Es gibt wohl durchaus Befürworter dieser Darstellungsart, aber dann wäre es doch sinnvoll, jedem Nutzer oder zumindest jedem Admin einer Instanz die Freiheit zu geben, selbst zu entscheiden, ob Antworten an Dritte zu sehen sein sollen oder nicht. Diese Wahlfreiheit fehlt mir; ich bekomme diese Antworten ungefragt in die Timeline gespült.

Und noch eins stört mich: Wenn ich einen anderen Nutzer blocke, sehe ich trotzdem Antworten von ihm, wenn diese direkt an mich gerichtet sind. Das ist eigentlich nicht der Zweck einer Blockade.

Was auch definitiv noch fehlt: Ein Gateway, um RSS-Feeds direkt auf Accounts zu schicken. Das soll wohl mit einigen Verknotungen und einem Script möglich sein, aber ein Plugin, welches das „einfach so“ erledigt, gibt es (noch?) nicht. So kann man Zeitungen, Magazine, Blogs etc. nicht gut davon überzeugen, sich einen Account einzurichten oder gar selbst eine Instanz zu betreiben.

Aber es gibt gegenüber Twitter auch einen echten Pluspunkt: Gruppen. Eine Gruppe wird auf einer Instanz angelegt und kann dann von allen angeschlossenen Instanzen aus abonniert werden. Sie dient als vergrößerter, themenbezogener Verteiler: So wird alles, was ich mit dem Gruppen-Tag !piratenpartei abschicke, an alle Abonnenten der Gruppe verschickt, auch wenn sie mir sonst nicht folgen.

„Normale“ #Hashtags gibt es natürlich auch, aber diese wirken – wie auf Twitter – nicht als Verteiler, sondern nur als Suchbegriff.

Trotz der genannten Mängel: Ich überlege ernsthaft, Twitter zwar nicht sofort, aber in absehbarer Zeit den Rücken zu kehren und stattdessen mehr Zeit in SN/GS zu investieren. Es ist nervig genug, daß Google+ mir vorschreibt, welche Meldungen derjenigen, die ich eingekreist habe, ich wann zu sehen bekomme – und manches bekomme ich dann einfach gar nicht zu sehen, wenn ich nicht ständig auch direkt in die Profile gucke. Wenn Twitter genauso wird, wird es unbrauchbar. Nur den Firmen-Account @nerd4u_eu würde ich wohl weiterhin beschicken.

Und wer weiß, vielleicht ist das Netzwerk irgendwann groß genug, damit sich auch Prominente mit der oben genannten Ansicht einen Account nehmen oder sich sogar eine Instanz einrichten lassen. Letzteres hätte so nebenbei den Vorteil, daß keiner über die Logs etc. ihre IP sehen könnte.

Ich gehe damit nicht dahin, wo „die anderen“ hingehen. Ich gehe da hin, wo ich die größte Freiheit habe. Und wenn das dann auch noch dezentral und mit Freier Software möglich ist, umso besser.

Aus Performance-Gründen kann ich derzeit nur noch maximal ganz wenigen Leuten einen Account anbieten. Mein Server – ein Core, 1 GB RAM – ist derzeit zeitweise an seiner Leistungsgrenze, und die StatusNet-Installation scheint mir daran nicht ganz so unschuldig zu sein. Daher bin ich mit weiteren Accounts erstmal vorsichtig.

Allerdings gibt es natürlich weitere Instanzen, bei denen man sich einen Account besorgen kann, beispielsweise quitter.se, hier sogar ohne Einladung.

[Update 2014-09-07 17:48] Quitter ist hoffnungslos überlastet, bitte nicht mehr dort registrieren! Notices von Quitter-Accounts brauchen derzeit über drei Stunden, um bei allen anderen anzukommen; ich will gar nicht wissen, unter welcher Last die Maschine steht. – Es gibt genug andere Instanzen, die Zugänge frei oder auf Einladung anbieten, bitte nutzt den Vorteil der Dezentralität! Ihr könnt auf jeder Instanz allen Nutzern im gesamten Netzwerk folgen. [/Update]

Bei status.pirati.ca kann man einen Account bekommen, indem man den Betreiber kontaktiert.

[Update 2014-09-05 19:05] Nun habe ich sie doch noch gefunden: Die Liste aller bekannten Instanzen. [/Update]

Sehen wir uns dort?

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01.09.2014

Frosch - Freiheit statt Angst 2014

Nachdem das ARGE angedeutet hatte, daß sie mich jetzt doch wieder weiterexistieren lassen wollen (die Geschichte will ich diese Woche auch noch verbloggen), habe ich mich am Donnerstag Abend nach einem Kassensturz kurzfristig dazu entschieden, doch noch an der Demonstration „Freiheit statt Angst“ (FsA) in Berlin teilzunehmen. Eine günstige Fahrgelegenheit war nicht mehr zu bekommen. Die Fernbusse werden ja immer teurer, je näher ein Reisetermin rückt und je voller die Busse werden. Den Bus von #StopWatchingUs Köln wiederum wollte ich wegen der zu erwartenden Unruhe darin, und weil ich dafür am Samstag früh bereits um vier Uhr hätte in Köln sein müssen, nicht nutzen. Also fuhr ich eben mit der Bahn – und genehmigte mir eine Übernachtung in einem Hostel.

Ticket und Reservierung hatte ich dann bereits am Donnerstag Abend aus einem Automaten am Hauptbahnhof gezogen: ICE 1045 sollte es sein, Abfahrt 07:53 Uhr, Ankunft (geplant) 12:10 Uhr. Es gibt auch ein paar wenige ICs, die durchfahren, für 6,50 € weniger (pro Strecke, mit BC50), aber die waren zeitlich ungünstiger – und stärker ausgebucht.

Blick von der Fußgängerbrücke über die Spree

Also fuhr ich am Samstag früh mal wieder nach Berlin. Die Fahrt verlief unspektakulär, und die runde Viertelstunde Verspätung, die der Zug eingefahren hatte, weil er vor Hamm auf seinen zweiten Zugteil warten mußte, störte mich nicht; ich mußte ja keine Anschlußzüge erwischen. Am Berliner Hauptbahnhof aß ich dann beim Asiaten zu Mittag und lief dann über die Fußgängerbrücke, vorbei am Paul-Löbe-Haus und am Reichstag, zum Brandenburger Tor.

Vor diesem gab es zwar interessante Aufbauten, aber irgendwie konnte ich mir dann doch nicht vorstellen, daß die Veranstalter der FsA Zuschauertribünen an den Startpunkt der Demo gestellt hatten. Es stellte sich dann heraus, daß dort eine andere, kommerzielle Veranstaltung stattfand. Nur relativ kleine Papierschilder, die mir auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen waren, wiesen darauf hin, daß die Demo dieses Mal nicht auf dem Pariser Platz, sondern auf der anderen Seite des Brandenburger Tores starten sollte. Und selbst da mußte ich noch an irgendwas anderem vorbei, bis ich die bekannte Bühne von hinten her sah und damit die Demo fand.

Alex war dann leichter zu finden; ich hatte ihm vorher nichts gesagt, und er war dann doch sehr überrascht von meinem „Überraschungs-Quak“ ;-)

Piratentruck bei der FsA 2014

Um 14:00 Uhr sollte es offiziell losgehen, aber um diese Zeit war noch nichts davon zu merken. Dominant fielen drei Piraten-Trucks plus Schiff auf, daneben gab es einige Infostände. Sogar eine Firma, die ihre kostenlose Verschlüsselungs-App für Telefongespräche unter die Leute bringen wollte, hatte sich dazugesellt. Als etwas unpassend empfand ich Amnesty International, die mich seit Jahren, ohne je meine Zustimmung eingeholt zu haben, alle paar Monate mit Bettelbriefen beschicken. Und ob den Grünen, die da rumgurken, so klar ist, daß sie mit Hartz IV den Datenschutz für Erwerbslose nahezu vollständig ausgehöhlt haben?

So standen wir also rum, guckten mal hier und mal da, und warteten darauf, daß die Auftaktkundgebung begann; „nur“ eine halbe Stunde später als geplant. padeluun erklärte zunächst, daß die Demo praktisch keine Auflagen bekommen hatte. Das war schon recht erstaunlich, wenn man bedenkt, daß wir durchs Regierungsviertel wollten und ziemlich nah am Bundeskanzleramt vorbeikommen würden. In den letzten Jahren hatte es außerdem immer wieder mehr oder weniger Scharmützel mit der Polizei gegeben, teilweise inclusive Einkesselungen. Insofern war diese Ansage schon bemerkenswert.

Nach padeluuns Veranstaltungseröffnung kam erst einmal ohrenbetäubende und teils übersteuerte Musik einer Berliner Jung-Band. Danke dann auch an die Veranstalter für den Overload, das hätte für mich echt nicht sein müssen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Bei der #fsa14 ktiegt man erstmal das Trommelfell weggeschossen :-/

14:45 – 30. Aug. 2014

Und dann gab es auch noch eine leichte Dusche von oben, zum Glück nicht für lange.

Auf dem Platz vor der Bühne drängten sich zwar mittlerweile viele Leute, trotzdem hatte ich das Gefühl, daß es zu wenige seien. Zu wenige für das Thema, das ja immerhin alle und jeden betrifft, und zu wenige, um in Berlin, das Demonstrationen gewohnt ist, aufzufallen.

Rolf Goessner

Von der Rumsteherei taten mir dann schonmal die Füße weh. Immerhin sollte die Demo-Strecke diesmal kürzer sein als letztes Jahr; vermutlich aufgrund des „Tag der offenen Tür“ im Bundeskanzleramt ging es diesmal einmal rund ums Regierungsviertel, während wir im letzten Jahr bis zum Alexanderplatz und zurück gelaufen waren. Notiz an mich selbst: Auftaktkundgebung zukünftig sausen lassen, Reden hinterher nachlesen oder auf Videos gucken, stattdessen irgendwo in der Nähe hinsetzen, bis es richtig losgeht, damit die Füße durchhalten.

Wegen der lauten Musik waren wir nicht ganz so nah an der Bühne, das heißt, als dann die Redner auf die Bühne kamen, waren wir zwar nah genug dran, um alles zu verstehen, aber nicht nah genug, um die Leute wirklich sehen zu können. Selbst mit voll ausgefahrenem Zoom konnte ich nur wenige Bilder machen, weil ich meistens Köpfe dazwischen hatte.

Die Redner waren der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, Annegret Falter vom Whistleblower-Netzwerk, Dr. Rolf Gössner (Internationale Liga für Menschenrechte; Foto), Jacob Appelbaum (u. a. Tor-Projekt) und Christoph Bautz (Campact). Der bekannte US-amerikanische IT-Spezialist Jacob Appelbaum, der seit einem guten Jahr in Deutschland lebt, trug seine Rede unter dem Titel „Wir müssen Widerstand leisten!“ in deutscher Sprache vor; noch im letzten Jahr und im Dezember in Hamburg hatte er seine Reden und Vorträge auf Englisch gehalten.

Schild: Wiedereinführung von Grundrechten und Rechtsstaatlichkeit

Gegen 16:00 Uhr ging es dann endlich auf die Strecke. Anfangs wurden noch die üblichen Parolen gerufen („Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut!“), aber schon bald dröhnte wieder Musik aus den diversen begleitenden Fahrzeugen, gegen die keiner anbrüllen wollte. Tip an die Veranstalter: So wird dat nix, für Parolen muß akustischer Freiraum vorhanden sein!

Die Anzahl der Teilnehmer war bis dahin noch gewachsen. Meine eigene Schätzung lag bei 2.500, allerdings habe ich in der Vergangenheit schon öfter festgestellt, daß ich Menschenmengen eher unterschätze. Selbst Spiegel Online spricht in seinem Artikel „Tausende demonstrieren in Berlin gegen Überwachung“ von 5.000 Teilnehmern; die 6.500, die der AK Vorrat meldete, halte ich allerdings auch für zu hoch gegriffen. Immerhin versucht der Spiegel diesmal nicht mehr, die Zahlen herunterzulügen oder die Demo ganz zu ignorieren, wie in früheren Jahren geschehen; da hat man also dazugelernt.

Auf der anderen Seite erinnere ich mich an ganz andere Teilnehmerzahlen: 2008 waren wir etwa 75.000 gewesen (Polizei: 50.000, Veranstalter: 100.000; teilnehmende Menschen waren sich hinterher darüber einig, daß die Wahrheit etwa in der Mitte liegen müßte) – und da hatte es noch keinen Edward Snowden gegeben.

Sind die Demonstranten von damals müde geworden? Hat der DDoS der ständigen neuen Enthüllungen, das immer stärker werdende Gefühl von Hilflosigkeit, sie ausbrennen lassen? Einige Dinge haben sich seitdem geändert, aber es scheint so wenig zu sein. Gefeiert wurde in den Reden der Auftaktkundgebung vor allem die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung.

Plakat: Angela Merkel mit Stinkefinger: Aber ich liebe, äää, kriege Euch Alle!

Gleichzeitig sind sowohl auf der Ebene der deutschen Bundesregierung wie auch auf der europäischen Ebene eher weniger Aktivitäten zugunsten von Datenschutz und Privatsphäre zu erwarten; es scheint, als ginge es im Gegenteil um immer mehr Überwachung. Die Berufspolitiker selbst fühlen sich nicht als Betroffene, von dem abgehörten „Kanzler-Handy“ (eigentlich: Handy der CDU-Vorsitzenden, also auf ein anderes Amt bezogen) mal abgesehen, und sie werden damit auch noch wiedergewählt. Der Generalbundesanwalt mag nicht so wirklich ermitteln, der Gesetzgeber unterstützt lieber die Überwachungsindustrie, und für die „Durchschnitts-Deutschen“ sind überwachungskritische Menschen eher solche, bei denen man mal erst recht mal genauer hingucken sollte, denn die haben doch bestimmt was zu verbergen.

Demonstranten am Kanzleramt

Am Bundeskanzleramt gab es eine Zwischenkundgebung, diesmal sprach Katharina Nocun als Mitglied von Campact. Leider war hier der Lautsprecher am Wagen vermutlich zu leise; wir waren zwar ziemlich nah dran und haben alles gut verstanden, aber ich glaube kaum, daß man weiter hinten im Demo-Zug noch was davon mitbekommen hat.

Am Bundeskanzleramt waren Tischreihen aufgebaut und da saßen auch Leute, aber das Interesse an unserer Demo schien sich von dort aus doch, ähm, sehr in Grenzen gehalten zu haben. Die Schnittchen waren wohl wichtiger.

Nach der Rückkehr hinter das Brandenburger Tor gab es dann noch eine Abschlußkundgebung, der wir dann jedoch nicht mehr zuhörten. Bevor die Reden anfingen, wurde wieder überlaute, übersteuerte Musik gespielt, die wenig Lust darauf machte, nochmal zur Bühne zu gehen – ich muß mir den Overload ja nicht auch noch freiwillig abholen. Stattdessen setzte ich mich weiter hinten am Stand der Grünen in die dort herumstehenden Liegestühle, um meine mittlerweile heftig schmerzenden Füße ein wenig zu entlasten. Dort unterhielt ich mich ein wenig mit dem Besitzer eines knuffigen Schäferhundes, der sich ebenfalls dort niedergelassen hatte.

Kurz darauf stießen noch Christian und zwei weitere Menschen von #StopWatchingUs zu uns, und wir sprachen noch angeregt über weitere Aktionsmöglichkeiten. Außerdem sollte wohl noch ein Bündnis geschmiedet werden (gibt’s da noch nicht genug?).

Schließlich beschlossen wir, gemeinsam noch in Richtung Alexanderplatz zu fahren, um Essen zu gehen, aber dadurch, daß Alex noch von jemandem aufgehalten wurde, verloren wir dann doch wieder den Kontakt zu Christian. Wir hatten auch keine Handynummern parat, um nachzufragen, wo er nun steckte; denn wir waren uns vorher noch nicht so ganz darüber einig gewesen, wo wir nun eigentlich genau hingehen wollten.

Wir entschieden uns dann dafür, allein zum Hauptbahnhof zurückzugehen und von dort aus zum Alexanderplatz zu fahren. Weil der Platz hinter dem Bundestag abgesperrt war, mußten wir dafür einen recht großen Umweg gehen. Den Abend verbrachte ich dann mit Alex im (Bistro) Alex am Alex. ;-)

War die Demo groß? Ja, aber sie hätte viel größer sein müssen.

War sie bunt? Ja, auf jeden Fall! Allerdings habe ich von meiner Position aus nicht alles davon gesehen. Im Gegensatz zu anderen Demo-Teilnahmen habe ich eine statische Position innerhalb des Demo-Zuges gehalten. Manchmal versuche ich ja bei Demos, wenigstens einmal von vorn nach hinten und zurück durchzugehen, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Das habe ich diesmal nicht gemacht, das hätten meine Füße auch nicht durchgehalten.

War die Demo erfolgreich? Werden wir sehen …

Alle Fotos gibt es bei Picasa, derzeit fehlen noch die Bildbeschreibungen und die Positionsangaben.

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31.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #177

Autismus

Computersicherheit

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Justiz

LGBTI

Qualitätsjournalismus

Solarenergie

Überwachung

Urheberrecht

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

Und sonst so?

  • 25.08.2014 Frau Haessy schreibt: Auf’s Maul? (via +Marco Modano)

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26.08.2014

dictvm - Moderner Quake3-Server unter CentOS 7

Wie bereits erwähnt, bin ich in punkto Quake 3 wieder auf den Geschmack gekommen. Nun, da einige aus dem Hackerspace gelegentlich ebenfalls Spaß am Beben entdeckt haben, wird es wohl etwas länger dauern, bis ich wieder die Lust verliere. Insofern dachte ich mir, kann ich auch gleich mal einen eigenen Server aufsetzen - und das dann gleich richtig. Das heisst: Kein screen-Gefrickel, kein "ach, packen wir's in tmux und gut ist". Zudem ist die ganze Dokumentation für den Betrieb von Quake 3-Servern im Netz hoffnungslos veraltetet. Und es war ohnehin an der Zeit mal eine eigene systemd-Unit zu stricken. Also los.

Ich habe seit irgendeiner "du kriegst 40% Rabatt wenn du jetzt zuschlägst"-Aktion eine 512MB-Kiste bei ramnode, die ich monatlich bezahle. Als Distribution verwende ich CentOS 7. Die Schritte dürften sich sich bei einer Debian-basierten Distribution aber nicht großartig unterscheiden.

Wir brauchen erstmal zwei Dateien von ioquake.org: Den Installer für ioquake und den Installer der das letzte Pointrelease sowie die Spieldaten - wobei wir letzteres schlichtweg manuell erledigen:

wget http://ioquake3.org/files/1.36/installer/ioquake3-1.36-7.1.x86_64.run  
sh ioquake3-1.36-7.1.x86_64.run  
wget http://ioquake3.org/files/1.36/data/ioquake3-q3a-1.32-9.run  
sh ioquake3-q3a-1.32-9.run  

Beides führt uns jeweils durch einen ncurses-Installer. Der eine fragt nach einem Installations-Pfad für die ioquake3-Binaries, der andere will für uns die Installation der Spieldaten von einem optischen Medium erleichtern. In erstem Falle habe ich schlichtweg den Default übernommen und die Dateien in /usr/local/bin/ioquake/ schreiben lassen. Die Spieldaten sind dann nach /usr/local/games/ioquake3 installiert worden. Da wir aber kein optisches Medium haben, wählen wir einfach alles ab, was danach klingt, als wollten wir von CD nachinstallieren. Diesen Schritt holen wir nämlich sofort manuell nach.

Nun soll der Rest aber nicht mehr systemweit installiert werden. Also legen wir zuerst einen neuen User an, in dessen Kontext später auch der dedizierte Server laufen soll:

adduser q3a  
su - q3a  
mkdir -p .q3a/baseq3  

Die pak0.pk3 mit den proprietären Inhalten (Sounds, Texturen, Models, etc) kippen wir in /home/q3a/.q3a/baseq3:

mv pak0.pk3 /home/q3a/.q3a/baseq3

Damit wir nicht nur langweiliges Vanilla-Quake spielen können, besorgen wir uns noch Challenge Promode Arena (CPMA):

wget http://playmorepromode.org/CPMA148.zip  
unzip CPMA148.zip  
mv cpma /home/q3a/.q3a/  

Im weiteren brauchen wir auch noch eine einfache Server-Konfiguration. In meinem Fall erlaube ich explizit das Voting, damit ich jederzeit Clan Arena spielen kann, ohne es vorher konfigurieren zu müssen. (Ich weiß nämlich noch nicht, wie das geht.)

cat <<__EOF__ >> /home/q3a/.q3a/baseq/server.cfg  
seta rconpassword ""  
seta g_allowvote 1  
seta sv_maxRate 10000  
seta g_gametype 0  
seta fraglimit 30  
seta timelimit 25  
seta sv_maxclients 8  
seta sv_hostname "dictvm's CPMA server"  
seta g_motd "don't fuck around, behave, play fair."  
seta sv_maxPing "500"  
seta g_slowmoDuelEnd 1  
seta mode ca  
seta selfdamage off  
seta teamdamage off  
seta limit 10  
 __EOF__

Nun erstellen wir noch unsere systemd-Unit:

cat <<__EOF__ >> [Unit]  
Description=This service spawns a ioquake3 dedicated server with sane defaults  
# However, these defaults may not apply to all use cases.

[Service]
User=q3a  
ExecStart=/usr/local/games/ioquake3/ioq3ded.x86_64 +set net_port 27960 +set fs_game cpma +set dedicated 2 +set sv_pure 1 +set com_hunkmegs 128 +exec server.cfg  
Restart=on-abort  
# there are several options to tweak the server's performance:
# net_port defines the UDP-port used for connections to the server
# fs_game should be the mod you want to play. Not necessary for vanilla-q3/FFA
# dedicated 0 and 1 are LAN, 1 is Internet
# sv_pure 1 prevents clients from using their own pk3-files
# com_hunkmegs defaults to 56, should be 128/192/256 on a modern system(?)
# rate 25000 defines the rate in which client & server communicate
# snaps 40 defines gamestate-snapshots client & server exchange in secs# cl_maxpackets 125 max amount of FPS being counted on the server-side

[Install]
WantedBy=multi-user.target  
 __EOF__

Veranlassen wir systemd dazu, seine Unit-Files neu einzulesen und aktivieren unsere q3a-Unit per Symlink:

systemctl daemon-reload  
systemctl enable q3a  

Nun muss der Port noch geöffnet werden, per default sind ausser SSH nämlich sämtliche Ports geschlossen. Das geht ganz trivial, dank firewalld:

firewall-cmd --zone=public --add-port=27960/udp

Meinen Server erreicht ihr unter ramnode.dictvm.org:27960

Update: Habe das Unit-File mit Kommentaren für relevante Server-Parameter versehen.

Update #2: Habe die server.cfg noch etwas angepasst. Nun läuft auch CPMA Clan Arena per default.

24.08.2014

Frosch - Nein.

Nein, ich werde keine Kommentare mehr zulassen von Leuten, die mir ständig erzählen wollen, was ich für ein Loser sei.

Der Gedanke, Menschen würden in dieser Gesellschaft grundsätzlich nur durch eigene Schuld – und nicht etwa durch Erwerbslosigkeit mitsamt dem asozialen Hartz IV, durch (chronische) Krankheit oder Behinderung, durch Schicksalsschläge etc. – „abrutschen“ und hätten sich den Verlust aller Chancen, sofern es die je gab, selbst zuzuschreiben, ist menschenverachtend.

Ich geb mir sowas nicht mehr. Schreibt Eure Kommentare bei der BILD, da passen sie hin, wenn Ihr schon meint, solchen gedankenlosen Unsinn verbreiten (lassen) zu müssen.

Vergeßt aber nicht: Es kann Euch jederzeit selbst treffen. Depressionen zum Beispiel fragen nicht danach, ob Ihr erfolgreicher seid als andere.

Verlaßt Euch also nicht so sehr auf Eure scheinbare Gewinnerposition; Ihr könntet unversehens selbst zu denjenigen gehören, auf die Ihr jetzt noch verächtlich von oben herab mit dem Finger zeigt.

Im Übrigen sagen solche Kommentare mehr über die Kommentatoren als über mich aus. Ihr dürft Euch dann bitte in Zukunft woanders blamieren.

(Gewisse Leute wissen, daß sie gemeint sind.)

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Frosch - Im Netz aufgefischt #176

Autismus

Blog-Klau

Computersicherheit

Digitale Agenda

Fotografie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Krieg

Leistungsschutzrecht

Netzsperren

Psychiatrie

Qualitätsjournalismus

Überwachung

Urheberrecht

Und sonst so?

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22.08.2014

Chaosdorf e.V. - Cryptoparty im LDI

Am kommenden Montag, den 25.08.2014, findet in Kooperation von Chaos Computer Club Düsseldorf e.V. und dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit eine Cryptoparty statt. Der Ort der Veranstaltung ist das Landesamt für Datenschutz und Informationsfreiheit in der Kavalleriestraße 2 – 4.

Um 19 Uhr geht es mit einer kleinen Vorstellungs- und Fragerunde los. Im Anschluß daran wird es verschiedene Workshops geben, und zwar zu Verschlüsselungstechniken für Festplattenverschlüsselung, Email-Verschlüsselung und dem unbeobachteten anonymen Surfen im Internet.

Bitte bringt eure Laptops, Notebooks, etc. mit, so dass die benötigten Programme gleich auf euren Geräten installiert werden können.

Wenn man es einmal ausprobiert und verstanden hat ist das mit dem Verschlüsseln gar nicht so schwer – am Ende des Abends sollte jeder erfolgreich verschlüsselt nach Hause gehen – und sollten doch noch Fragen bleiben, so steht das Chaosdorf auch hierfür an Freitagen weiterhin offen.

Warum eigentlich verschlüsseln?

Hier einige Vorschläge :

  • Weil man Festplatten in der Bahn liegen lassen kann durch Zufall oder weil sie geklaut werden können und dann nicht jeder Zugang zu den Daten haben soll
  • Weil man Briefe auch in Umschläge steckt und zuklebt — Und es auch Menschen gibt, die privat oder beruflich vertraulich kommunizieren möchten oder müssen
  • Weil man gerne den unzähligen Werbetrackern entgehen oder allgemein anonym surfen möchte

Neben den praktischen Workshops gibt es (alkoholfreie) Getränke und die generelle Möglichkeit zum Gedankenaustausch und gegenseitigen Kennenlernen.

Die Cryptoparty ist wie immer öffentlich und kostenfrei, eine Anmeldung ist unter anmeldung@ldi.nrw.de möglich. Auch kurzentschlossene unangemeldete Besucher sind willkommen.

21.08.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (4) – Strafanzeige

Der Tanz geht weiter. Den zweiten Termin beim ARGE am 1. Juli sagte ich telefonisch ab, weil ich so tief im psychischen Loch gesteckt hatte, daß ich es einfach nicht geschafft hatte. Stattdessen schickte ich die Anlage EKS und die erneut kopierte Gewerbeanmeldung etwas später als Einschreiben gegen Unterschrift.

Daraufhin bekam ich einen Anruf, daß man jetzt noch mehr Papier haben wolle: Handelsregisterauszug und Gesellschaftervertrag der Nerd4U UG. Die Anforderung käme dann noch per Brief, „damit Sie sich nicht wundern“. Ahja. Damit es nicht langweilig wird, stand im angekündigten Brief dann jedoch schon wieder was ganz anderes …

Die telefonisch angeforderten Unterlagen bekamen sie. Was im Brief stand, fand ich, war dann das kleine bißchen zu viel Unverschämtheit: Angeblich sollte ich jetzt noch Unterlagen zur Wohnung und zum Gasbezug einreichen, weil man sonst – obwohl nun meine finanzielle Lage geklärt sein sollte – immer noch keinen Bescheid ausstellen könnte.

Die Masche kenne ich doch aus 2002? Jetzt noch dieses Papierchen, ach und dann hätten wir gern noch jenes Papierchen – ich warte jetzt drauf, daß es wieder heißt, Papiere seien „nicht bei den Akten“, obwohl seitdem alles per Einschreiben gegen Unterschrift per Post bzw. in einem Fall mit einem Rechtsanwalt als Zeugen in den Hausbriefkasten ging. Oder darf’s zur Abwechslung dann auch mal eine verlorene Akte sein?

Für mich war das dann genug der Verarsche. Ich setzte ein Ultimatum auf den 20. August: Bis dahin habe ich einen positiven, rechtsmittelfähigen Bescheid, eine Vorab-Barauszahlung in Höhe von mindestens 250 €, und die Auszahlung der seit 1. Mai rückständigen Beträge ist angestoßen. Alternative: Strafanzeige.

Das ARGE erklärte mir schweigend, daß ihm meine Rechte weiterhin am Arsch vorbeigehen und sie meine Existenzvernichtung weiterbetreiben wollen.

Verschleppen geht gar nicht, das sagte ich schon öfter. Also mußte es jetzt eben die Strafanzeige sein.

Und das steht drin:

Strafanzeige

gegen

  1. Frau Edeltraut Strangalies, Sachbearbeiterin
    zu laden über JobCenter Düsseldorf-Mitte, Luisenstraße 105, 40215 Düsseldorf
  2. Frau Petra Bergner, Teamleiterin der Beschuldigten zu 1
    zu laden ebenda
  3. die Person(en) im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die am 30/31.10.2013 den äußeren Hausbriefkasten geleert und die Post im Hause verteilt hat/haben;
  4. die Person(en) im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die am 15./16.01.2014 den äußeren Hausbriefkasten geleert und die Post im Hause verteilt hat/haben, sofern nicht mit Nr. 3 identisch;
  5. alle in dieser Sache in Frage kommenden weiteren beteiligten, insbesondere anweisenden Personen im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die mir möglicherweise nicht bekannt sind, weil sie mir gegenüber nicht direkt aufgetreten sind

wegen

folgender teils einzeln, teils gemeinschaftlich, teils fortgesetzt begangener Straftaten:

  • Unterschlagung
  • Betrug
  • Gesundheitsschädigung im Amt
  • Verleumdung
  • Bruch des Diensteides
  • und aller weiteren in Frage kommenden Delikte

zum Nachteil meiner Person.

Zeugen

  1. Rechtsanwalt …

Begründung

Ich bin beim JobCenter Düsseldorf-Mitte seit Oktober 2009 erwerbslos gemeldet und beziehe Leistungen nach dem SGB II.

Im Februar 2013 meldete ich zusammen mit einem Freund eine Firma „Nerd4U UG (haftungsbeschränkt)“ über einen Düsseldorfer Notar zum Eintrag ins Handelsregister Düsseldorf an.

Daraufhin forderte mich das JobCenter auf, eine Gewerbeanmeldung für meine Selbständigkeit vorzulegen. Das war jedoch erst einmal gar nicht möglich, weil eine UG (Unternehmergesellschaft), wie jede Firmenform, die ins Handelsregister eingetragen wird, erst einen Gewerbeschein beantragen kann, wenn die Eintragung vollzogen wurde und das entsprechende Dokument vom Registergericht vorliegt.

Später im Jahr, im Zusammenhang mit meinem halbjährlichen Verlängerungsantrag auf ALG II, wurde ich nochmals aufgefordert, die Gewerbeanmeldung vorzulegen, und außerdem eine „Anlage EKS“ auszufüllen; dies mit Fristsetzung 08.11.2013. Mit diesem zusätzlichen Vordruck zum Antrag auf ALG II verlangt das JobCenter ausführliche Informationen darüber, wieviel die Firma aus welchen Quellen einnimmt, welche Ausgaben sie hat und wie hoch ergo der Gewinn ist.

Am 30. Oktober 2013 warf ich um etwa 16:10 Uhr einen Brief in den äußeren Hausbriefkasten des JobCenters Düsseldorf ein. In diesem Brief stellte ich einige Fragen zum Formular „Anlage EKS“; mir war nicht klar, wieso eine Kapitalgesellschaft so ausführlich und dann auch noch auf ein halbes Jahr im voraus einer Behörde Auskunft über seine finanziellen Verhältnisse geben muß, wenn nur ein Gesellschafter tatsächlich ALG II bezieht. Es sollte doch genügen, wenn ich aufschlüssle, welche Beträge von mir in die Firma geflossen sind und welche ich entnommen habe. (Die Gewerbeanmeldung hatte ich zu dem Zeitpunkt zwar vorliegen, aber dann schlicht vergessen, sie beizufügen.)

Auf dieses Schreiben erhielt ich keine Reaktion; dem Verlängerungsantrag auf ALG II wurde jedoch, wie in allen Fällen zuvor, stattgegeben.

Ende Dezember 2013 erhielt ich ein Schreiben des JobCenters, daß ich nun doch bitte endlich die Gewerbeanmeldung und die Anlage EKS einreichen möge.

In den ersten beiden Wochen des Januar war ich so stark erkältet, daß ich nicht einmal für einen Arztbesuch das Haus verlassen konnte (meine Wohnung liegt im 5. Stock, es gibt keinen Aufzug, und ich traute meinem Kreislauf nicht).

Am Nachmittag des 15. Januar 2014 schrieb ich einen weiteren Brief, in welchem ich darauf aufmerksam machte, daß die Anlage EKS nicht ausfüllen kann, wenn meine Fragen von Ende Oktober 2013 nicht beantwortet werden. Es gehört immerhin zu den Pflichten der Angestellten des JobCenters, solche Fragen zu beantworten.

Danach ging ich mit diesem Brief und der originalen Gewerbeanmeldung in den Clubraum des nahgelegenen Chaos Computer Club Düsseldorf Chaosdorf e. V. (kurz: Chaosdorf; Hüttenstraße 25, 40215 Düsseldorf), in welchem ich Mitglied bin, um eine Kopie anzufertigen, da im Clubraum ein Fotokopierer vorhanden ist. Dort im Clubraum haben mich mehrere weitere Mitglieder gesehen und auch mitbekommen, daß ich einen Brief an das JobCenter vorbereite. Nach Anfertigung der Kopie ging ich direkt zur Luisenstraße 105 und warf den Brief wiederum in den äußeren Hausbriefkasten ein.

Es erfolgte keinerlei Reaktion. Daher ging ich davon aus, daß das JobCenter jetzt zufrieden war. Da die Fragen nicht beantwortet wurden, vermutete ich, daß diese Anlage EKS vielleicht doch nicht so wichtig sein könne, sonst würde man ja seine Pflicht erfüllen und die Fragen beantworten.

Die böse Überraschung kam dann Ende April 2014. Ich hatte wiederum den üblichen Verlängerungsantrag gestellt und darin nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, daß ich die Anlage EKS nicht ausfüllen kann, weil mir Informationen fehlen, die auch im dazugehörigen Merkblatt nicht zu finden sind.

Die Beschuldigte zu 1 stellte daraufhin einen ablehnenden Bescheid aus mit der Begründung, die Anlage EKS sei nicht ausgefüllt und der Gewerbeschein nicht vorgelegt worden. Daher würden mir die Leistungen vollständig versagt.

Somit ist als erstes festzuhalten, daß zwei Briefe von mir, nämlich vom 30. Oktober 2013 und vom 15. Januar 2014, eingeworfen in den äußeren Hausbriefkasten des JobCenters Düsseldorf-Mitte, unterschlagen wurden. Ob die Beschuldigten zu 1 und 2 oder ein Postdienst jeweils dafür verantwortlich zu machen sind, kann ich natürlich nicht feststellen; daher habe ich weitere mögliche Beschuldigte zu 3 und 4 ohne Namen angegeben. Ich gehe aber nicht davon aus, daß sich diese Briefe von allein in Luft aufgelöst haben.

Des weiteren ist festzuhalten: Den Mitarbeitern im JobCenter Düsseldorf-Mitte ist seit Antragstellung im Oktober 2009 bekannt, daß ich seit Jahren an einer chronischen Depression leide und einem solchen Druck, wie er durch den Entzug der Existenzgrundlage zwangsläufig entsteht, nicht lange standhalten kann. Somit wurde und wird hier zumindest durch die Beschuldigten zu 1 und 2 gemeinschaftlich und fortgesetzt eine Gesundheitsschädigung im Amt begangen.

Schließlich ist festzuhalten, daß das JobCenter durchaus ein „milderes“ Mittel an der Hand gehabt hätte, hätte ich die geforderten Unterlagen tatsächlich nicht eingereicht. Ab spätestens Januar hätte die Möglichkeit bestanden, mich mit einer Sanktion zu belegen.

Zwar sind Einschnitte in das Existenzminimum, welches das ALG II darstellt, eigentlich nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 09.02.2010 – 1 BvR 1/09 – schon aus verfassungsrechtlichen Gründen gar nicht möglich, da das Existenzminimum nach diesem Urteil „unverfügbar“ ist und „eingelöst werden“ muß. Aber das hindert ja auch sonst kein JobCenter daran, insgesamt über eine Million Sanktionen deutschlandweit pro Jahr auszusprechen.

Eine Sanktion ist aber mit zusätzlicher Arbeit für die Mitarbeiter des JobCenters verbunden. Daher unterstelle ich, daß man lieber gemütlich abgewartet hat, bis ich den Verlängerungsantrag stelle, um mich dann sofort komplett aus dem Bezug auszuschließen.

Über die Gründe für die gesamte Aktion kann ich nur spekulieren: Ich wohne in einer Wohnung, die dem JobCenter zu groß und zu teuer ist. Allerdings kann man mich wegen meiner krankheitsbedingten Einschränkungen nicht offiziell zwingen, umzuziehen. Möglicherweise sucht man sich hier eine andere Methode, um mich aus der Wohnung rauszukriegen; wenn die Miete zwei Monate lang nicht bezahlt wird, hat ein Vermieter bereits das Recht, die Wohnung fristlos zu kündigen; das ist natürlich auch jedem JobCenter-Mitarbeiter bekannt.

Ich legte sofort Widerspruch ein, den ich vor einem Wachmann des JobCenters Düsseldorf-Mitte am 28. April 2014 nachmittags um ca. 14:45 Uhr in einen der inneren Hausbriefkästen einwarf. Am 29. April 2014 stellte ich außerdem beim Sozialgericht Düsseldorf Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen das JobCenter Düsseldorf-Mitte, damit das JobCenter nicht behaupten kann, auch der Widerspruch sei nicht angekommen.

Das Sozialgericht lehnte den Antrag drei Wochen später ab. Es fand die aus Textbausteinen zusammengestückelte und absolut nicht auf meinen Widerspruch eingehende Stellungnahme des JobCenters Düsseldorf-Mitte wohl bequemer und schöner – mit Rechtsprechung hat das meiner Ansicht nach nichts zu tun – und meinte, ich hätte eben die Unterlagen nicht eingereicht, damit meine Mitwirkungspflicht nicht erfüllt und würde daher zu Recht keine Leistungen mehr beziehen.

Ich wußte allerdings nicht, daß die Mitwirkungspflicht beinhaltet, den Mitarbeitern im JobCenter quasi den Hintern nachzutragen, wenn sie stillschweigend Unterlagen verlieren, und mehrfach nachtreten zu müssen, wenn sie auf Fragen nicht reagieren, und ich bin der Ansicht, daß diese Interpretation nicht rechtens sein kann.

Daraufhin beauftragte ich eine Fachanwältin für Sozialrecht. Diese reichte eine Klage beim Sozialgericht Düsseldorf ein.

Am 15. Juni 2014 schloß ich mit der Zeugin zu 1 einen Darlehensvertrag ab. Sie überließ mir damit XXXX €, um mich erst einmal über Wasser halten zu können, da Sozialgerichte bekanntermaßen überlastet sind und ich selbst für eine Einstweilige Verfügung nicht mit einer sofortigen Entscheidung rechnen konnte. Ohne dieses Darlehen wäre ich heute bereits ohne Strom, Gas und Telekom-/Internetanschluß, und ich hätte auch keine Reserven mehr, um Lebensmittel zu beschaffen.

Erst nach der Klage durch die Fachanwältin kam man beim JobCenter auf den Trichter, daß man ja vielleicht auch mal mit mir reden könnte; ich unterstelle, ohne Einschaltung eines Anwaltes wäre das nicht geschehen. Ich erhielt eine Einladung für den 25. Juni 2014 zur Beschuldigten zu 2, wobei in dieser Einladung nicht stand, daß ich irgendetwas mitbringen sollte. Die Beschuldigte zu 2 gab in dieser Einladung auch nicht ihre Stellung innerhalb des JobCenters an. Daß sie die Teamleiterin über der Beschuldigten zu 1 ist, erfuhr ich erst durch einen Blick auf ihr Namensschild an der Zimmertür. Übrigens hatte sie auch „vergessen“, ihre Telefonnummer und/oder Mailadresse auf der Einladung anzugeben (auf dem ablehnenden Bescheid der Beschuldigten zu 1 stand beides auch nicht); eine Kontaktaufnahme, die von mir ausgeht, ist offensichtlich nicht erwünscht.

Die Beschuldigte zu 2 wiegelte in diesem Gespräch jeden Hinweis, daß ich bereits zwei Briefe geschickt hatte, ab. Wörtlich: „Bei uns geht nichts verloren.“ Sie unterstellte mir zwar auch nicht direkt, daß ich die Briefe nicht eingeworfen hätte. Aber diese pauschale Aussage beinhaltet indirekt genau diese Behauptung: Wenn da „nie“ etwas verloren geht und ich sage, daß ich da was eingeworfen habe, dann muß der Eindruck entstehen, daß meine Behauptung falsch war.

Sie hat also gelogen und verleumdete mich damit vor meiner Begleiterin, der Zeugin zu 1, auf welche ich mich bezüglich aller Aussagen aus diesem Gespräch berufe.

Die Beschuldigte zu 2 behauptete weiterhin, meine Zeugen für (die Vorbereitungshandlungen für) den Einwurf am 15. Januar 2014 seien nicht relevant, weil sie auf Seiten des JobCenters ja nicht ebenfalls Zeugen dafür habe. Ich bin allerdings der Meinung, daß es nicht mein Problem sein kann, daß am Außenbriefkasten des JobCenters nicht 24/7 ein Aufpasser des JobCenters steht.

Zusätzlich muß man wissen, daß die Kunden des JobCenters Düsseldorf-Mitte regelmäßig und nachdrücklich dazu aufgefordert werden, Unterlagen nicht persönlich abzugeben, sondern eben in die Briefkästen einzuwerfen. In der IT, insbesondere im Zusammenhang mit Anonymisierung und Verschlüsselung, nennt man das „plausible deniability“, das heißt, die Möglichkeit, später plausibel verneinen zu können, mit jemandem Kontakt gehabt zu haben. Der Briefkasten gibt mir schließlich keine Einwurfbestätigung. Werfe ich etwas nur in den Hausbriefkasten, so kann das JobCenter jederzeit behaupten, es sei nichts angekommen.

In diesem Zusammenhang verweise ich insbesondere auch auf den Zeugen zu 2. Er wird ebenfalls vom JobCenter Düsseldorf-Mitte betreut und hat etwa im gleichen Zeitraum ein Dokument dort abgegeben, das danach nicht mehr auffindbar war. Dafür hat er ein offizielles Entschuldigungsschreiben des JobCenters Düsseldorf-Mitte vorliegen. Die Behauptung, daß dort „nie“ etwas verloren gehe, ist damit also schon widerlegt.

Die Beschuldigte zu 2 verlangte, daß ich, obwohl die Nerd4U eine Kapitalgesellschaft ist, ausführlich in der Anlage EKS über bisherige Einnahmen und Ausgaben sowie über die geplanten weiteren Einnahmen und Ausgaben bis Oktober 2014 Auskunft erteile. Es ginge letztendlich darum, wieviel Geld ich aus der Firma bekommen würde bzw. auf welche Beträge ich möglicherweise Anspruch hätte. Außerdem warf sie mir vor, daß ich die Kopie der Gewerbeanmeldung nicht mitgebracht hatte, obwohl es keinerlei Hinweis darauf in der Einladung gegeben hatte. Zitat: „Das hätten Sie sich doch denken können!“ (Sorry, ich hab keine Kristallkugel.)

Bis heute ist für mich ungeklärt, ob diese Verpflichtung bezüglich der Anlage EKS tatsächlich besteht. Ich habe den Eindruck, daß diese Anlage EKS eigentlich nur für Einzelunternehmen gedacht und geeignet ist; und selbst da halte ich es für datenschutzrechtlich bedenklich, so viele Daten über die Firma an eine Behörde herauszugeben, die mit der Firma selbst eigentlich gar nichts zu tun hat. – Auf die Idee, daß ein Erwerbsloser Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft werden oder sein könnte, ist man wohl auch noch nicht gekommen.

Ich gewann in diesem Gespräch generell den Eindruck, daß die Beschuldigte zu 2 überhaupt nicht wußte, was eine UG ist. Die Gesellschaftsform gibt es ja auch erst seit 2008, da ist es wohl zu viel verlangt, daß Angestellte des JobCenters sie im Jahr 2014 schon kennen.

In diesem Gespräch merkte ich – eigentlich nur nebenbei – an, daß die Mietnebenkosten um 20 € pro Monat höher sind, als mir zuletzt ausbezahlt worden waren. Darauf hatte ich auch in meinem Verlängerungsantrag vom April 2014 bereits hingewiesen. Diese kleine Anmerkung sollte später noch Auswirkungen haben.

Für die Einreichung der Unterlagen wurde ein neuer Termin am 1. Juli 2014 angesetzt. Diesen hatte ich dann jedoch an diesem Tag wenige Stunden vorher telefonisch über eine auf dem Briefbogen genannte „Telefonzentrale“ abgesagt. Diese „Telefonzentrale“ hat zwar die Vorwahl 0211, sitzt aber keineswegs in Düsseldorf, sondern ist eigentlich ein Callcenter irgendwo in Ostdeutschland, das wohl auch für weitere JobCenter die telefonische Auffangstation spielt. Ob meine Absage tatsächlich an die Beschuldigte zu 2 weitergegeben worden war, ist mir nicht bekannt, da ich keinerlei Rückmeldung erhielt.

Ich hatte abgesagt, weil ich für die gestellten Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen länger brauchte. Ich hatte massive depressive Phasen und war zeitweise handlungsunfähig sowie latent suizidal. Den Beschuldigten zu 1 und 2 kann nicht so ganz verborgen geblieben sein, was sie da tun; man entzieht einem Menschen mit chronischer Depression nicht eiskalt die Lebensgrundlage, ohne sich drüber klar zu sein, daß damit Schaden angerichtet wird! Wer das trotzdem unternimmt, sollte nicht für die Existenz anderer Menschen verantwortlich sein, sondern lieber mit Holz, Metall oder sonst irgendwas arbeiten, was keine Schmerzen empfinden kann.

In Absprache mit meinem Firmen-Partner, der gleichzeitig der Geschäftsführer der UG ist, habe ich die Vordrucke Anlage EKS für einen Zeitraum bis Oktober 2014 ausgefüllt, die Gewerbeanmeldung noch einmal kopiert und beides, diesmal per Einschreiben gegen Unterschrift, zur Post gegeben.

Etwa eine Woche später meldete sich die Beschuldigte zu 1 telefonisch bei mir. Man habe jetzt erst anhand der Gewerbeanmeldung erkannt, daß da ja noch eine Person beteiligt sei. Ich konnte mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, daß sie das schon seit spätestens Mitte Januar wissen könne. Die Beschuldigte zu 1 äußerte daraufhin, wie schon vorher die Beschuldigte zu 2 im Termin vom 25. Juni: „Hier geht keine Post verloren“ (was ja bereits als Lüge entlarvt ist).

Nun verlangte sie von mir zusätzlich den Handelsregisterauszug und den Gesellschaftervertrag der Nerd4U UG und kündigte an, daß ich diese Anforderung auch noch per Brief bekommen würde. Kleiner Hinweis: Ohne die Vorlage dieser Dokumente hätte ich die Gewerbeanmeldung nicht bekommen. Das heißt, die Anforderung dieser Dokumente ist eigentlich überflüssig; ich muß auch von niemandem eine Geburtsurkunde sehen, wenn er mir zum Beweis seiner Identität einen Personalausweis vorzeigt.

Ich kopierte also – wieder einmal im Chaosdorf-Clubraum – beide Dokumente und warf sie unter den Augen des Zeugen zu 3, der zufällig dort anwesend war und sich vorher den Inhalt des Umschlages angesehen hatte, am 31.07.2014 um 20:06 Uhr in den äußeren Hausbriefkasten in der Luisenstraße 105 ein.

Als ich an diesem Tag das Haus verließ, fand ich außerdem den angekündigten Brief in meinem Briefkasten vor. Darin wurden die Dokumente zur Nerd4U UG aber gar nicht erwähnt. Statt dessen wollte die Beschuldigte zu 1 nun auf einmal Mietnebenkosten- und Gasabrechnungen bis 2011 zurück sehen. Außerdem wollte sie eine Vermieterbescheingung haben – für eine Wohnung, in der ich seit Ende 2002 ununterbrochen wohne. Vorher könne sie keinen Bescheid ausstellen.

Das ist natürlich falsch. Die Beschuldigte hätte sehr wohl einen vorläufigen Bescheid mit den bisherigen Beträgen ausstellen und die längst fälligen Leistungen rückwirkend seit 1. Mai 2014 ausbezahlen können. Ob meine Nebenkosten jetzt 20 € mehr oder weniger betragen, spielt erstmal keine Rolle. Bezüglich Gas ist dort bekannt, daß mein monatlicher Abschlag, wenn auch mit Schwankungen, immer höher war als die Pauschale, die dafür bewilligt wird, und daß ich trotzdem noch jedes Jahr eine Nachzahlung zu leisten habe.

Aber wenn klar ist, daß ich meine Existenz nicht allein sichern kann, muß das JobCenter mich absichern. Die Frage nach den Nebenkosten und ggf. dem Gas kann immer noch danach geklärt werden; zur Not hätte man eben erst einmal den niedrigeren Betrag ausbezahlt und später nach Nachweis nachgezahlt.

Aber offenbar spielen die Beschuldigten zu 1 und 2 jetzt auf Zeit, damit ich so lange wie möglich weiterhin keine Miete mehr bezahlen kann. Sie schädigen damit wissentlich und willentlich weiterhin meine Gesundheit, gefährden meine Existenz und riskieren meine Obdachlosigkeit.

[Absatz mit Nerd4U-interna gelöscht]

Falls die Frage aufkommt, warum ich zwar in einer eigenen Firma Aufgaben übernehmen kann, aber dem Druck einer Existenzvernichtung nicht standhalte: Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich mir Aufgaben und Arbeitszeiten (und somit auch Ruhezeiten) selbst heraussuchen kann oder ob mir eines davon oder beides aufgezwungen wird.

Ich stehe nun seit fast vier Monaten unter massivem psychischem Druck, ausgelöst durch die Straftaten der Beschuldigten. Ich steuere auf die völlige Handlungsunfähigkeit zu, was den Beschuldigten sicher entgegen kommt, wenn sie so weitermachen wollen.

Das Darlehen ist zum größeren Teil verbraucht. Im September und Oktober kann ich wohl noch die laufenden Kosten bestreiten – allerdings ohne die Miete. Ich hatte davon Ende Juni nur die Miete für Mai bezahlt, als klar wurde, daß das JobCenter auf Zeit spielen und sich das ganze länger hinziehen wird. Bislang hatte ich schlicht Glück, daß ich noch keine Kündigung bekommen habe; die Vermieter bzw. die Hausverwaltung hatte ich natürlich anfangs sofort über die Situation informiert, bislang aber keinerlei Rückmeldung bekommen.

Ich habe im Jahr 2002 durch ähnliche Methoden des „Sozialamtes“ Düsseldorf schon einmal eine Wohnung verloren. Damals hatte ich allerdings keinen rechtlichen Beistand und kein Darlehen, dafür aber eine wesentlich schwerere Depression. Das Sozialamt setzte auf immer wieder verlorengehende Unterlagen, die teils mehrfach angefordert wurden, die Anforderung überflüssiger Unterlagen, Verschleppung und den angeblichen Verlust einer kompletten Akte. Es scheint, es hat nun im JobCenter Düsseldorf-Mitte einen Nachahmer gefunden. So nach dem Motto: Hat doch schonmal geklappt, also kriegen wir das auch nochmal hin.

Zwar hatte ich zunächst Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Beschuldigten zu 1 und 2 erwogen. Aufgrund des offensichtlich nicht vorhandenen Aufklärungswillens beider Beschuldigter und ihrer fortgesetzten „falschen Tatsachenbehauptungen“ (vulgo: Lügen) habe ich davon abgesehen. Ich habe anhand der Selbstverständlichkeit, mit welcher diese Lügen vorgebracht wurden, den Eindruck gewonnen, daß diese Masche in diesem Hause als völlig normal angesehen und möglicherweise sogar von der Behördenleitung gestützt wird.

Allerdings haben alle Angestellten im öffentlichen Dienst einen Diensteid auf das Grundgesetz abgelegt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. – Es ist damit unvereinbar, einem kranken Menschen die Existenzgrundlage zu nehmen, obwohl die Bedürftigkeit eindeutig gegeben und nachgewiesen ist. Damit haben mindestens die Beschuldigten zu 1 und 2 fortgesetzt ihren Diensteid gebrochen.

Ich weise nochmals besonders auf das weiter oben schon genannte Urteil des Bundesverfassungsgerichts – 1 BvR 1/09 vom 09.02.2010 – hin. Dessen erste beiden Leitsätze lauten:

  1. Das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG sichert jedem Hilfebedürftigen diejenigen materiellen Voraussetzungen zu, die für seine physische Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich sind.
  2. Dieses Grundrecht aus Art. 1 Abs. 1 GG hat als Gewährleistungsrecht in seiner Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG neben dem absolut wirkenden Anspruch aus Art. 1 Abs. 1 GG auf Achtung der Würde jedes Einzelnen eigenständige Bedeutung. Es ist dem Grunde nach unverfügbar und muss eingelöst werden, bedarf aber der Konkretisierung und stetigen Aktualisierung durch den Gesetzgeber, der die zu erbringenden Leistungen an dem jeweiligen Entwicklungsstand des Gemeinwesens und den bestehenden Lebensbedingungen auszurichten hat. Dabei steht ihm ein Gestaltungsspielraum zu.

(Hervorhebungen von mir.)

Nochmal, zum einprägen:

DIESES GRUNDRECHT […] IST UNVERFÜGBAR UND MUSS EINGELÖST WERDEN!

Auch vom JobCenter Düsseldorf-Mitte. Und auch, wenn die Mitarbeiter dazu keine Lust haben, wenn es ihnen zusätzliche Arbeit macht, wenn ihnen das ihre Statistiken versaut, sie dann nicht genügend „sparen“ können und sie vielleicht keine Leistungsprämien kassieren können.

Als juristischer Laie bin ich nicht in der Lage, zu überprüfen, ob weitere strafrechtliche Aspekte vorliegen. Daher stelle ich die Strafanzeige auch wegen „aller weiterer in Frage kommenden Delikte“.

Ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr überlebe. Ich weiß nicht, ob und wann ich obdachlos werde.

Unter dem gegebenen Druck habe ich zuletzt, am 11. August 2014, verschickt als Einschreiben gegen Unterschrift, der Beschuldigten zu 1 ein Ultimatum gestellt. In diesem verlangte ich, daß mir bis zum 20. August 2014 ein positiver, rechtsmittelfähiger Bescheid vorliegt, die Auszahlung der rückständigen Beträge angestoßen wird und ich eine Vorab-Barauszahlung in Höhe von mindestens 250,00 € erhalte. Für den Fall der Nichterfüllung habe ich diese Strafanzeige angekündigt. Sie wird außerdem parallel mit Namensnennung der Beschuldigten auf meinem Blog veröffentlicht.

Das Ultimatum ist nicht erfüllt worden. Ich habe nicht einmal irgend eine Art von Eingangsbestätigung erhalten. Die Beschuldigten zu 1 und 2 legen offenbar Wert darauf, meine Existenz zu vernichten.

Das JobCenter Düsseldorf-Mitte und dort insbesondere die Beschuldigten zu 1 und 2 machen sich somit fortgesetzt und gemeinschaftlich strafbar der Unterschlagung, des Betruges und der Gesundheitsschädigung im Amt. Sie bedienen sich dabei der bewußten Lüge und der Verleumdung.

In anderen Zusammenhängen würde man den wissentlichen und willentlichen Entzug der Existenzgrundlage vermutlich als versuchten Mord bezeichnen. Die vermuteten Ziele, nämlich Geld und Arbeit zu sparen, Statistiken zu schönen und eventuell sogar Leistungsprämien zu kassieren, kann man wohl als niedrige Beweggründe nach dem Strafgesetzbuch ansehen. Für das JobCenter und seine Mitarbeiter kann kein anderes Recht gelten als für Bürger, die nicht im öffentlichen Dienst tätig sind (Art. 3 GG).

Ich beantrage daher, in dieser Sache zu ermitteln und Anklage zu erheben.

Ich bitte um eine Eingangsbestätigung dieser Strafanzeige.

Mit freundlichen Grüßen

Daneben habe ich meine Rechtsanwältin damit beauftragt, die Klage in aller Härte weiterzubetreiben. Eine gerichtliche Entscheidung in einem Jahr oder so wird mir aber natürlich nicht mehr helfen, wenn die Wohnung bis dahin schon gekündigt und geräumt ist.

Vielleicht hilft da dieser „Schuß vor den Bug“ den Verantwortlichen dabei, Grundgesetz und Gewissen (wieder-)zuentdecken.

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19.08.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 20.08.14

Am Mi. den 20. Aug. trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Wartungstechniken.

Es geht darum, eine sich ständig ändernde Software vor dem entropischen Tod zu schützen. Die Verfahren sind teilweise in meinem Berufsalltag entstanden und entwickelt worden.

Wichtige Themengebiete:

  •   Fehlerfrüherkennung
  •   Fehlerlokalisation
  •   Geringhalten des Änderungsaufwandes

Die Punkte werden an Hand von Quelltexten und Debugger diskutiert.

Viele Punkte sind auch für Anfänger verständlich.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

 

OpenRheinRuhr - Call for Papers – OpenRheinRuhr 2014

Call for PapersDie fünfte OpenRheinRuhr in Oberhausen wird mit ihren Konzept an den
bisherigen Veranstaltungen nahtlos anknüpfen. Als Messe und Fachkongress
zu allen Themen um Freie Software und Netzpolitik können sich Anwender,
IT-Fachleute und Entscheider aus Wirtschaft, Ausbildung und Verwaltung
an Ständen, in Workshops oder Vorträgen treffen und austauschen. Auch
Unternehmen sind eingeladen, sich und ihre Produkte und Dienstleistungen
rund um Freie Software zu präsentieren.

Einladung zur Einreichung von Beiträgen

Die OpenRheinRuhr lädt Anwender, Entwickler, Administratoren,
IT-Entscheider und Bürgerrechtler herzlich dazu ein, Workshops und
Vorträge zu folgenden Themen einzureichen:

Neue Entwicklungen zu freien Betriebssystemen und Anwendungen

  • Desktop und Grafik
  • Multimedia
  • Büroanwendungen
  • Synchronisation mit mobilen Geräten
  • Internet, Webtechniken
  • Neue Netzwerktechniken wie IPv6, Multicasting
  • Content Management Systeme
  • Workgroup-Lösungen
  • Community-Projekte
  • Administration
  • Virtualisierung, Migration
  • Deployment und Konfigurationsmanagement
  • Scripting
  • Hilfsprogramme
  • Business-Anwendungen
  • Data Warehouses, ERP und CRM
  • Konfiguration und Asset-Management
  • Sicherheit, Privatsphäre, Anonymität
  • Anonymisierungstechniken
  • VPN und IP Sec
  • Sicheres Programmieren und Konfigurieren von Anwendungen
  • Recht, Lizenzen

 

Veranstaltungsräume

Das Rheinische Industrie Museum liegt unmittelbar am Hauptbahnhof
Oberhausen. Es bietet insgesamt 850 Quadratmeter Ausstellungsfläche
sowie vier Vortragsräume für bis zu 120 Personen.

Einreichen der Beiträge

Beiträge können bis zum 15.10.2014 über das Online-Formular eingeben
werden. Folgende Einzelheiten sind uns wichtig:

  • Kurze Zusammenfassung (Abstract, ein Absatz)
  • Ausführliche Beschreibung (max. 3 Absätze)
  • Zielgruppe (Anwender/Vertrieb/Admins/Marketing)
  • Schwierigkeitsgrad (leicht, fortgeschritten, schwer)

Sprache der Beiträge

Wir bitten um deutschsprachige Beiträge. In Ausnahmefällen können
Beiträge auch in Englisch sein. Beiträge in anderen Sprachen werden
nicht angenommen.

Zeiteinteilung

Für den Vortrag, inklusive der obligatorischen Fragerunde, stehen 60
Minuten zur Verfügung. Die Dauer der Workshops wird individuell
abgesprochen.

Format und Lizenzen

Wir bitten darum, die Folien als OpenOffice-, TeX-, DVI- oder PDF-Datei
einzureichen. Im Sinne des Open Access erscheint eine Veröffentlichung
unter der CC-by-SA 3.0 Lizenz sinnvoll.

Das Team der OpenRheinRuhr freut sich auf interessante Beiträge. Wenn wir in irgendeiner Weise helfen können, scheuen Sie sich nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen: vortrag@openrheinruhr.de

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17.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #175

Computersicherheit

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Depression

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Justiz

Pädophilie

Qualitätsjournalismus

Polizeigewalt

Rassismus

Störerhaftung

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Urheberrecht

Verschlüsselung

Ganz zum Schluß

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14.08.2014

Frosch - „Mehr haben die nicht zu tun“

Grad war ich mal wieder beim Amt.. Diese Aussage hab ich grad in der Vermittlung bekommen: „Die Arbeitslosen haben den Job, auf unsere Briefe und Anrufe zu warten, und die Bude zu putzen. Mehr haben die nicht zu tun.“ – DA wundert die sich, dass ich schlechte Laune kriege? -.-

(Quelle: darksider3 auf StatusNet/GnuSocial)

Damit ist auf den Punkt festgehalten, wie ARGE-Mitarbeiter Erwerbslose sehen. So behandelt man Gegenstände, aber keine Menschen.

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13.08.2014

Michael Stehmann - “Bericht aus Bonn”

Ich wurde eingeladen, auf dem Bonner Fellowshiptreffen am 11.08.2014 einen Vortrag zum Thema Lizenzen Freier Software zu halten. Dieser Einladung kam ich gerne nach und begab mich mit Mechtilde nach Bonn, wo im Netzladen das Treffen stattfand.

Die Anreise gestaltete sich deshalb etwas schwierig, weil die Bonner Altstadt, in welcher der Netzladen liegt, ein Gewirr von Einbahnstraßen darstellt, die zudem noch mit einige Baustellen gespickt waren. Auch unser Navi war uns dort nicht die erwünschte Hilfe, weil wohl einige Verbote links abzubiegen von den fleißigen Helfern von OpenStreetMap nich berücksichtigt worden waren. Aber wir fanden schließlich den Netzladen und mussten dann “nur noch” einen Parkplatz finden. Dies gelang mit viel Glück in hinreichender Nähe zum Netzladen, wobei die dortige Ausschilderung, wer wann wo parken darf, als “gewöhnungsbedürftig”" zu bezeichnen ist. Schließlich fanden wir auch zu Fuß den Netzladen wieder und später am Abend sogar unser Auto.

Für einen Beamer war gesorgt worden, und so kannte ich nach einer Vorstellungsrunde vor interesiertem Publikum meinen Vortrag halten. Dabei stellte sich heraus, dass meine Angaben zu der Zahl der Lizenzen Freier Software nicht mehr aktuell waren; leider sind inzwischen weitere hinzugekommen.

Das Treffen hatte etwa zehn Teilnehmer, von denen einige besonders wegen des Themas gekommen waren. Nach dem Vortrag und seiner Diskussion haben wir noch allgemeinere Gespräche auch in kleineren Runden geführt.

Der “Referentenaustausch” zwischen den rheinischen Gruppen hat somit seinen Anfang genommen, Ich hoffe, dass er einen lebendigen Fortgang nehmen wird.

Viele, die wir in Bonn getroffen haben, werden wir bereits am 23. und 24. August 2014 auf der Free and Open Source Software Conference (FrOSCon) in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin wiedersehen. Insoweit fiel der Abschied auch nicht zu schwer.

Insgesamt war es aus meiner Sicht ein gelungener Abend, der die nicht ganz einfache Anreise mehr als gelohnt hat. Es gibt in Bonn eine lebendige Fellowshipgruppe mit interessanten und engagierten Menschen.

Nachtrag: Das Protokoll des Treffens findet sich im Wiki.

12.08.2014

Frosch - Autismus und Empathie

In einem Kommentar warf Joachim die Frage auf, wie ich denn als Autistin empathisch sein könnte.

Zunächst einmal unterstelle ich als bekannt, daß nicht alle Autismus-bedingten Eigenschaften bei jedem Autisten vorhanden sind und die, die vorhanden sind, nicht gleich stark ausgeprägt sind. Deshalb nennt man das ja mittlerweile auch ein Spektrum – die veränderte „Verschaltung“ im Gehirn erzeugt individuell unterschiedliche Ergebnisse, die wir als positiv oder negativ einordnen, oder die sogar beides sein können, je nach Situation.

Ich persönlich kann nicht immer die Intention einer verbalen Aussage erkennen, da mir tatsächlich Kommunikationsanteile fehlen. Augen kann ich gar nicht lesen, und Mimik lesen muß ich bei jedem Menschen quasi wieder erneut erlernen, auch wenn ich im Laufe meines Lebens natürlich einen Teil der menschlichen Mimik generell zu lesen gelernt und mir damit sozusagen eine Basis aufgebaut habe.

Was ich auch bei jedem Menschen in Sachen lautsprachlicher Kommunikation neu lernen muß, sind Stimmfärbungen, die beispielsweise Ironie oder bewußte (für andere als solche erkennbar) Falschaussagen oder Übertreibungen kennzeichnen. Das empfinde ich oft sogar noch als schwieriger als Gesichtsausdrücke zu deuten.

Dazu kommt noch eine gewisse Neigung, Aussagen (zumindest in erster Reaktion) erst einmal wörtlich zu interpretieren und dann erst, sofern Erfahrungsschatz und Situation das hergeben, eine weitere mögliche Bedeutung in Betracht zu ziehen. Von dieser Reaktion merkt man häufig nichts, weil ich im allgemeinen versuche, die erste Interpretation für mich zu behalten, sobald ich den Verdacht hege, daß das nicht gemeint war – allerdings merke sich es leider nicht immer. Nach außen fällt dann eher auf, daß ich auf eine Aussage sozusagen verspätet reagiere – oder gar nicht, wenn ich der Meinung bin, daß eine Reaktion dann zu spät käme; in dem Fall lasse ich es dann lieber ganz sein. So mancher denkt sich vermutlich, daß ich ein bißchen schwer von Begriff sei …

Das alles heißt aber doch nicht, daß ich mich überhaupt nicht in andere Menschen hineinversetzen oder ihre Gefühlslagen oder Intentionen überhaupt nicht verstehen könnte! Ist die notwendige Information nämlich einmal bei mir angekommen, kann ich darauf genauso reagieren wie ein neurotypischer Mensch, und zwar unabhängig davon, ob es um fachliche oder emotionale Informationen geht.

Interessant ist, daß dieser „Nachteil“ in einem Medium, in welchem nur geschrieben wird und es keine Gestik, Mimik, Augen, Stimmfärbung etc. gibt, zu einem gewissen Teil wieder ausgeglichen wird, weil den neurotypischen Menschen da genau die gleichen Kommunikationsanteile fehlen. Es gibt nun natürlich Mittel, diese ansatzweise (!) zu ersetzen wie Schreibstil, Wortwahl, zusätzliche Erklärungen, aber auch Smileys und andere Symbole. Letztere wiederum sind im Vergleich mit einem individuellen Gesichtsausdruck viel eindeutiger, so daß ich in diesem Medium nicht mehr ganz so stark benachteiligt bin (was nicht heißt, daß es da keine Mißverständnisse geben kann).

Eigentlich gibt es da jetzt noch einen dritten Teil nach dem Erkennen und Verstehen: Das angemessene Handeln. Denn auch daran wird ja die Empathie gemessen: Handle ich unangemessen (oder gar nicht, obwohl ich hätte handeln sollen), wird leicht unterstellt, ich hätte das Problem oder die Situation nicht verstanden. Das muß aber gar nichts miteinander zu tun haben.

Denn beim angemessenen Handeln klemmt es dann gelegentlich wieder, aber das ist auch stark von der konkreten Situation, den beteiligten Menschen und meiner eigenen Stimmungslage und Stabilität abhängig.

Da ich sehr direkt bin, mag meine Reaktion nicht immer angemessen erscheinen. Auf emotionale Situationen kann ich (vor allem abhängig von meinem eigenen emotionalen Zustand) scheinbar sehr kalt-logisch reagieren, was individuell sehr unterschiedlich aufgefaßt wird – zwischen völligem Unverständnis und der Ansage, daß so eine Distanz jetzt genau richtig sei, war schon alles dabei. In den Phasen der mittelgradigen bis schweren Depression wiederum fiel diese kalte Logik meist weg, und ich reagierte eher (bis zu hoch-)emotional. Daß Depression und Autismus aufeinander Einfluß nehmen, vermute ich generell schon länger (und Erfahrungen spielen ja auch noch eine Rolle).

Dazu kommt noch, daß ich in manchen Situationen meinen Gesichtsausdruck und meinen Augenausdruck willentlich steuern müßte (ja, ich bin dazu in der Lage), um nicht mißverstanden zu werden, weil ich so „ausdruckslos“ aussehe. Wenn ich selbst nicht fit oder stabil genug dafür bin, schaffe ich das nicht unbedingt. Um die Irritation jetzt noch zu vergrößern: Nein, nicht jeder Gesichtsausdruck von mir ist willentlich erzeugt; im allgemeinen mache ich das sehr selten, weil es doch ordentlich Kraft kostet.

Der fehlende Augenkontakt tut dann noch sein Übriges.

Also, nochmal zusammengefaßt: Ich kann nicht unbedingt ablesen, was jemand empfindet, aber ich kann es verstehen und ggf. nachempfinden oder zumindest akzeptieren, wenn die nötigen Informationen bei mir angekommen sind. Ob ich darauf dann auch adäquat reagieren kann, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Generell: Vorsicht mit Aussagen wie „Autisten haben …“, „Autisten sind in der Lage, …“ oder „Autisten können nicht …“, denn „die Autisten“ gibt es nicht. Ich kann nicht für andere Betroffene sprechen, sofern diese sich nicht selbst schon irgendwo dazu geäußert haben. Einige haben das bereits getan:

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11.08.2014

Frosch - Ich bin ein Spiegel.

Das habe ich in den letzten Tagen schon zweimal auf Twitter erwähnt, und ich wollte mal noch ausführlicher erklären, was ich damit meine: Ich spiegele das Verhalten wider, das andere mir gegenüber an den Tag legen. Genaugenommen, die Wirkung ihres Verhaltens. Ich kann nicht anders. Ich bin so.

Eigentlich ist das ja ganz einfach: Wenn Dich jemand anlügt und Du findest es heraus, glaubst Du ihm nicht mehr, oder zumindest nicht mehr so unbedenklich wie vorher vielleicht. Du wirst mißtrauisch, wenn er etwas sagt, spätestens, wenn es Dir seltsam vorkommt, und prüfst genauer nach, ob es stimmt. Es wäre dumm, jemandem nochmal unbesehen zu vertrauen, der Dich einmal belogen hat – oder?

Allerdings gibt es, sagen wir, Einrichtungen, in denen ein solches Verhalten nicht geduldet wird. Da darfst Du nicht einfach „spiegeln“, wie ich es mache. Da hast Du Dir alles an systematischen Demütigungen, Lügen, Nötigungen und was ihnen sonst noch einfällt gefallen zu lassen, und das am besten noch lächelnd. Du darfst dort nicht einmal sagen, daß gedemütigt, gelogen und genötigt wird.

Warum? Weil sie Dein Leben in der Hand haben.

Nein, ich rede nicht von der Mafia. Ich rede von den ARGEn und den Ämtern für asoziale Desintegration (oder so ähnlich). Es mögen vielleicht nicht alle so sein, aber bereits das SGB ist ja darauf angelegt, diesen Behörden alle Rechte in die Hand zu geben und den Bedürftigen alle zu nehmen. Als Bedürftige hast Du nur noch Pflichten, und wenn Du die erfüllst, darfst Du – vielleicht – weiterexistieren. Und auch nur existieren, denn alles, was darüber hinaus geht, betrachten sie schon als Anmaßung. Es genügt bereits, zu erwähnen, daß Du Grundrechte hast, oder daß das Bundesverfassungsgericht eine Sache anders sieht als sie selbst; wenn Du Glück hast, schalten sie dann nur auf Durchzug.

Manche meinen nun, ich dürfe nicht den „Fehler“ machen, dieses demütigende Verhalten zu „spiegeln“. Sie dürfen mir damit drohen, mir das Existenzminimum zu nehmen, und das dann „Konsequenz“ nennen – naaaain, natürlich würden sie niiiiie Drohungen aussprechen. Ich darf umgekehrt keine Konsequenzen ankündigen, denn das wären natürlich ganz böse Drohungen, die sich ein Bedürftiger aber mal gar nicht erlauben darf.

Ich kann aber nicht anders. Ich kann genausowenig anders wie manche Leute bestimmte Lebensmittel nicht essen können. Ich kann das genauso wenig ändern, wie ich mein Geschlechtsempfinden ändern kann. Oder meine durch den Autismus bedingten Eigenschaften. Oder meine Schuhgröße.

Klar, ich könnte mich beugen. Ich könnte Unterlagen geduldig zweimal, dreimal, zehnmal einreichen, wenn sie verloren gegangen werden. Oder jedesmal extra Geld ausgeben, um sie per Einschreiben gegen Unterschrift zu schicken. Ich könnte immer schön brav Ja und Amen sagen, ihre Lügen wegstecken, mich zu sinnlosen Dingen nötigen lassen und – mich letztendlich selbst dafür hassen.

Sie können versuchen, mir meine Würde zu nehmen; aber erst damit, daß ich so etwas zulasse, das ich mich beuge und mich selbst beschäme, lasse ich sie mir auch tatsächlich wegnehmen.

Das ARGE kann mir buchstäblich alles nehmen, auch das Leben. Aber nicht meinen Stolz und meine Würde.

Nur, falls das jetzt jemandem einfällt: Nein, ich will kein Märtyrer sein, und schon gar nicht steht mir der Sinn nach irgendeiner Art von Heldentum.

Aber ich bin ich, und auch, wenn ich so keiner wie auch immer zu definierenden Norm entspreche – ich habe meine Menschenwürde. Und ich habe jedes Recht, so zu sein, wie ich bin, solange ich niemandem schade.

Und ich bin nun mal ein Spiegel.

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10.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #174

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Freihandel

Geheimdienste

Geisterhaftes

Hartz IV & Co.

Justiz

MMS

Pressefreiheit

„Recht auf Vergessen“

Transgender

Urheberrecht

Ganz zum Schluß

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Michael Stehmann - Fellowshiptreffen am 30.07.2014

Das Vortragsthema des Fellowshiptreffens in Düsseldorf am 30.07.2014 war: “ZFS: Love Your Data”

Nach der Vorstellungsrunde ging es also um ein fortschrittliches Dateisystem, dessen Vorzüge uns Neal nahebrachte. Hervorgehoben wurden die einfache Bedienung selbst komplexer Konfigurationen, die eingebauten RAID-Funktionalitäten, das Volume-Management sowie der prüfsummenbasierte Schutz vor Datenübertragungsfehlern. Darüber hinaus hat ZFS eine enorme maximale Dateisystemgröße.

Der Verbreitung dieses vorzüglichen Dateisystems ist es leider abträgkich, dass es unter der (zwar freien, aber gpl-inkompatiblen) Common Development and Distribution License (CDDL) vertrieben wird.

Nach dem offiziellen Teil gab es wieder – wie üblich – Gespräche bis tief in die Nacht hinein.

Nachtrag: Neal hat auch seine Folien zur Vefügung gestellt.

Nächste Treffen:

Am 23. und 24. August 2014 findet die neunte Free and Open Source Software Conference (FrOSCon) in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin statt. Dieses Event ist auch immer ein Fellowshiptreffen. Die FSFE wird mit einem Stand vertreten sein.

Meine Empfehlung gilt besonders den Vorträgen von Matthias und Isabel.

Das nächste Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 27.08.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

04.08.2014

Frosch - Dear George Takei,

since some time I follow you on Twitter and Google+, and I adore your fight for the rights of homosexual people. I saw your videos on YouTube in which you spoke – partly ironically, partly seriously – to those who have prejudices against homosexuals and/or the marriage between people of the same sex.

The more I wondered about a tweet you sent twice these days. It comes with a photograph which shows a woman from behind. She just stood up from her wheelchair to stretch for a bottle of an (obviously alcoholic) drink in a supermarket. Additional text on this photo says: „There has been a miracle / in the alcohol isle“. In your tweets you commented it with „She was filled with the holy…spirits:“. This photo was posted by you or somebody who has access to your account on August 2nd, and once again on August 3rd.

I wonder even more about the fact that you did not react on the comments in which several people (me included) told you that there are of course wheelchair users who can stand up and even walk a few steps. Not all of them, sure, but more than many people might think.

This photo shows a scene that should be quite normal in both of our societies: A disabled woman who does her shopping. Obviously she does not need any help in this situation and is getting along by herself.

There is really no reason to assume (or give your followers the assumption) that this unknown woman was faking a paralysis or just pretending to be disabled.

Even more, these two tweets of yours give people the impression that you think every wheelchair user who is able to stand up is just faking her/his disability – and your followers could or should think that, too.

To get things straight (no pun intended): I am not a wheelchair user. I was born autistic („Aspergers“) and additionally suffer from a chronic depression. So, like you, I know what prejudices mean and how much harm they can cause.

Please, dear George Takei, delete these two tweets and show and tell your followers that you are not willing to spread prejudices against disabled people!

With great respect

your fan

Sabine (@AtariFrosch)

[Update 2014-08-05 09:55] Auf die diversen Beschwerden – vermutlich auch auf Facebook – kam dort eine Reaktion. Eine, die ich nur als enttäuschend bezeichnen kann:

Fans get „offended“ from time to time by my posts. There hardly is a day where something I put up doesn't engender controversy. Concerned fans, worried the sky may fall, ask me to „take it down. So I'm also going to ask them also to take it down--a notch, please.

(Ausschnitt eines Screenshots von Facebook; Original auf Imgur; aufmerksam gemacht hat mich @kamikazow auf Twitter)

So sehr, wie er für die Rechte und Anerkennung von Homosexuellen kämpft, so wenig interessiert er sich offenbar für die Rechte und Anerkennung anderer benachteiligter Menschen. Schade. Ich entfolge dann mal, aber ihm kann es ja egal sein, ob ihm eine Person mehr oder weniger folgt – während es behinderten Menschen leider nicht egal sein kann, ob sie ein Mensch mit großer Reichweite mehr oder weniger lächerlich macht. [/Update]

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03.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #173

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Internetsperren

Leistungsschutzrecht

Netzneutralität

Netzwerksicherheit

Polizei

Rassismus

„Recht auf Vergessen“

Überwachung

Urheberrecht

Zensur

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27.07.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #172

Arbeit

Asyl

Computersicherheit

Drogenpolitik

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Freihandelsabkommen

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Rüstung

Steuern

Störerhaftung

Telefonspam

Terrorismus

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26.07.2014

dictvm - Besuch der Critical Mass in Köln

Eine Delegation des Chaosdorfs war gestern bei der Critical Mass in Köln. Eher spontan sind wir mit der @FW409 kurzerhand in die Nachbarstadt gefahren um dort dann den @docanonymous_ und @zakx zu treffen. Ausserdem konnte ich so gleich die letzten 3 versäumten düsseldorfer Critical Mass wett machen.

8 Räder sind der neue Benchmark dafür, was sich in so einer alten Feuerwehr wider Erwarten alles unterbinden unterbringen lässt. Leider habe ich gestern verpeilt, davon ein Foto zu machen. In letzter Minute habe ich mir vor der Abfahrt dann noch eine neue Sattelstütze für das Koga gekauft. Zum einen kann ich mir nur schwer vorstellen, dass das eher niedrige Tempo einer Critical Mass mit dem Rennrad besonders angenehm zu fahren ist, zum anderen wollte ich das gute alte Koga auch mal wieder bewegen. Inzwischen stand das gute Gefährt schon rund 1 ½ Monate alleine im Wohnungsflur und schaute mir und dem Rennrad immer etwas neidisch hinterher. Für den Transport zwischen all den Stahltrümmern waren mir die Carbon-Komponenten am Rennrad auch etwas zu schade.

Die Hinfahrt gestaltete sich als recht angenehm, dafür, dass wir größtenteils auf ungepolsterten Holzplanken hinter der Fahrgastzelle des alten Feuerwehrwagens saßen. Wenig überraschend hat mich die Fahrt umgeben von Rauchern auch keinen Deut gestört.

Vor Ort ging es dann gegen 18 Uhr los. Gezählt wurden insgesamt etwa 370 Teilnehmer. Eine stolze Zahl, verglichen mit den 60-80 Mitfahrern in Düsseldorf. Insgesamt ging es ganz entspannt zu. Einen Taxifahrer der eher unangenehmem Art mussten wir nach wiederholten Versuchen, durch unsere Kolonne zu fahren, festsetzen. An der Ampel wurde zu einem späteren Zeitpunkt von ihm bedroht. Süß. Ein weiterer motorisierter Verkehrsteilnehmer musste seiner kleinen Tochter an einer späteren Kreuzung dann noch demonstrieren, wie man möglichst undiplomatisch mit Problemsituationen umgeht, indem er sich mit seinen 1,60m vor mir aufbäumte, als ich ihn mit meinem Rad beim Korken daran gehindert habe, in die Menge zu fahren. Dennoch war es alles in allem sehr entspannt. Die meisten Autofahrer gingen sehr vorbildlich damit um, dass sie nun alle ein paar Minuten an der Straße stehen mussten.

Bevor es dann zurück nach Düsseldorf ging, gab es noch einen kurzen Abstecher zur ins AZ Köln. Da muss ich aber nicht nochmal hin. Den Rest der Nacht haben wir dann beim Freitagsfoo zugebracht.

Fotos gibt es beim netten Kraken von nebenan.

Critical Mass Köln

20.07.2014

Frosch - Träumerei mit Kamera (2)

Vor einem knappen Monat fing ich hier mit einer Träumerei mit Kamera an. Nun habe ich einen Ansatzpunkt gefunden, der zwar ein wenig anders funktioniert, aber hey, man kann ja mehrere Dinge parallel machen. :-)

Die niederländische Fotografin Marjolein Katsma ist gaaanz zufällig auf StatusNet/GNUSocial, und sie gab mir eher versehentlich ;-) den Hinweis auf eine Website, auf der man seine Fotos nicht nur zeigen, sondern auch direkt in verschiedenen Formaten zum Kauf anbieten kann: ArtFlakes. Eigentlich wollte ich nur wissen, was sie so treibt. Nunja, was soll ich sagen: Seit heute (äh, gestern) habe ich ebenfalls einen Shop auf ArtFlakes.

Das ganze funktioniert so, daß ich die Bilder in voller Auflösung, aber mindestens in 1200 * 1200 px, hochlade, Beschreibungen dazu eingebe und meinen Anteil am Kaufpreis festlege. Zur Transparenz: Derzeit steht für die meisten Bilder mein Anteil auf 25 %; für einige wenige, die ich technisch nicht ganz so gelungen finde, zwischen 10 und 20 %. Mehr möchte ich derzeit nicht ansetzen; erstmal sehen, ob überhaupt was rumkommt oder ob meine Fotos nur interessant sind, solange man sie kostenlos im Internet angucken kann.

Erwerben kann man die Fotos als Kunstdruck, Poster, Leinwanddruck, „GalleryPrint“ (auf Aluminiumträgerplatte) oder als Grußkarte.

Nun habe ich die Qual der Wahl! 23 Fotos habe ich bereits ausgewählt, und die Entscheidung ist gar nicht so einfach. Ich werde natürlich versuchen, in nächster Zeit möglichst viele weitere Fotos fertigzumachen und hochzuladen. Wenn jemand ein bestimmtes Foto von mir auf ArtFlakes sehen (und vielleicht sogar kaufen :-)) möchte: Schreibt es mir per E-Mail, Twitter, StatusNet/GNUsocial oder auf Google+.

Die große Auswahl steht auf Picasa – derzeit 253 Alben mit ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie vielen Fotos. Ein paar Tausend dürften es schon sein. Zur Identifikation benötige ich dann den jeweiligen Dateinamen des Bildes (steht rechts unter den Foto-Informationen, einfach ausklappen).

Ein echtes Handicap ist für mich nun noch die Tatsache, daß der Sensor meiner Kamera schon seit längerem einer Reinigung bedarf. Die Flecken auf dem Sensor sieht man dann besonders deutlich, wenn ich einen hohen Blendenwert benutze – wegen der damit verbundenen Tiefenschärfe und/oder eines gewissen plastischen Effekts mache ich das allerdings sehr gerne. Da ich mangels Erfahrung diese Flecken mit GIMP nur notdürftig und selbst das nicht in allen Bildbereichen entfernen kann, kommen relativ viele Fotos für die Veröffentlichung auf ArtFlakes damit erstmal nicht in Frage. Für die größenreduzierten Fotos, die ich auf Picasa schiebe, hat mir das notdürftige Drüberwischen bislang genügt; für ArtFlakes ist mein Anspruch natürlich höher.

Aber ich hoffe, daß ich dieses Problem bald lösen, sprich, den Sensor wieder reinigen lassen kann.

BTW, ich suche immer noch (mindestens einen) Menschen mit Erfahrung, der mit einem dieser Reinigungs-Kits umgehen kann. Die kosten nämlich schon pro Stück deutlich weniger als eine Reinigung im Fotogeschäft und können dann auch noch mehrfach genutzt werden. Die Anwendung soll allerdings bei allen mehr oder weniger tricky sein. Ich hätte da gern mal Erfahrungen gesammelt; optimalerweise wünsche ich mir jemanden, der sich mal mit mir zusammensetzt und mir das direkt vorführt bzw. mich anleitet. Schließlich will ich mir nicht gleich beim ersten Versuch den Sensor töten.

Oh, übrigens – ich bin ziemlich heftig im Hyperfokus. :-)

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Frosch - Im Netz aufgefischt #171

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Vorratsdatenspeicherung

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17.07.2014

dictvm - Quake III Arena: Eine Ode an CPMA & Clan Arena

Ich liebe Quake III Arena. Seit ich das Spiel am Tag des Erscheinens irgendwann im Jahr 1999 in Form eines frisch gebrannten CD-R-Rohlings in der Hand hielt hat es mich gepackt. Irgendwann ging ich allerdings mit Unreal Tournament fremd, weil mir die Spielphysik und das Movement eher zusagten. Erst als ich dann auf einer LAN-Party auf die Promode-Mod CPMA (Challenge ProMode Arena) gestoßen wurde, hat mich Quake III wieder gepackt.

Quake III Arena Screenshot

Seit dem passiert es mindestens einmal im Jahr, dass mich die Lust packt, mal wieder einen gewissen Level in UT, UT2004 und Quake III zu erreichen. Insbesondere Quake III schafft mich aber jedes Mal wieder, weil man dem Spiel und dessen Konfiguration so langsam das Alter anmerkt. Ich spiele zur Zeit auf einem Retina Macbook Pro 13” und ich brauchte durchaus einige Zeit, bis ich mir die nötigen Konfigurationszeilen herausgesucht habe. Also halte ich die nun hier einfach mal fest, damit ich nicht jedes Mal von neuem suchen muss:

Quake III stammt noch aus einer Zeit, in der Displays primär eine Aspect Ratio von 4:3 hatten. Heutzutage dürfte 16:10 die größte Verbreitung haben, gefolgt von 16:9. Für ein Retina Macbook Pro überschreiben wir die AR wie folgt und setzen gleich die passende Auflösung, indem wir folgende Zeilen in der q3config.cfg editieren:

r_mode -1
r_customwidth 1440
r_customheight 900

Soweit ich erkennen kann, scheint Quake III in dieser Auflösung tatsächlich die maximale Auflösung des Displays zu verwenden, obwohl nicht die native Auflösung angegeben wird. In der nativen Auflösung habe das Spiel leider nicht starten können. Es sieht jedenfalls dem Alter entsprechend ganz passabel aus. Die Auflösung müsstet ihr dann ggfs. eurem Display entsprechend anpassen.

Es gibt noch ein weiteres Goodie, nämlich neue hochaufgelöste Texturen. Einfach herunterladen, entpacken und die Datei xcsv_bq3hi-res.pk3 im baseq3-Verzeichnis der Quake-Installation hinterlegen.

Quake III Arena on 13inch MBP Retina

CPMA: Wer CPMA Clan Arena spielen möchte, steht erstmal vor dem Problem, dass keine Maps gefunden werden. Um Clan Arena zu spielen, muss nämlich erst einmal der Game-Mode umstellt werden - nachdem man bereits ein Spiel in z.B. dem Tournament-Modus gestartet hat. Dort löst man dann einen Callvote für Clan Arena aus:

/cv game ca

Ärgerlich ist, dass standardmäßig der Selfdamage für die Panzerung aktiv ist. Den Selfdamage deaktivieren wir dann also auch mittels Callvote:

/cv selfdamage off

Das sollte erstmal reichen um sich wieder warm zu spielen.

14.07.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 16.07.14

Am Mi. den 16. Juli trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Das C++ Committee Meeting im Juni in der Schweiz.
WIr werden wieder mit Michael Wong über die aktuellen Themen in der C++ Standardisierung reden, C++ 14, C++17 und C++11 werden sicher Thema sein.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

13.07.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #170

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Gustl Mollath

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Psychiatrie

Störerhaftung

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12.07.2014

Frosch - Eintausend

Hoppla. Da will man nur ein bißchen bloggen, das ganze zieht sich über ein paar Jahre, und auf einmal bin ich beim eintausendsten Artikel. :-)

Am 14. April 2007 habe ich – damals gerade zu Besuch in Forchheim beim Roten Ochsen – mal testweise Blosxom installiert. Das war noch auf meinem ersten Server, seeadler, einem süßen kleinen Pentium III, und Blosxom war nicht mehr als ein einzelnes Perl-Script.

Der Grund, damit überhaupt anzufangen, war gewesen, daß mir meine statische Site für einige Themen ungeeignet erschien. Zeitabläufe ließen sich damit nicht gut darstellen, und einige Themen waren eben nur eine Zeitlang relevant, oder sogar nur ein einziges Mal. Da schien mir ein Blog besser geeignet.

In Blosxom ließ sich mein Layout auch sehr gut übernehmen, und es kam ohne Datenbank aus. Allerdings zeigten sich mit der Zeit auch die Nachteile der Schlichtheit:

  • Es war nicht möglich, einen Artikel mehreren Kategorien zuzuordnen, weil jeder Artikel seine Zuordnung dadurch bekam, daß er in einem entsprechenden Ordner im Dateisystem lag.
  • Jede spätere Änderung an einem Artikel änderte auch den Zeitstempel der Datei – den Blosxom hernahm, um das Artikeldatum zu generieren. Ein editierter Artikel bekam damit also einen neuen Zeitstempel und rutschte wieder nach oben, auch wenn ich einfach nur einen Tippfehler rausmachen wollte. Ich mußte also für jede geänderte Datei vorher den Zeitstempel aufschreiben, dann editieren, dann mit touch den Zeitstempel zurücksetzen. Das war auf Dauer etwas störend.
  • Eine Vernetzung mit anderen Blogs war nicht möglich, weil Kommentare und Trackbacks/Pingbacks nicht vorgesehen waren.
  • Die Erfassung durch Suchmaschinen, insbesondere Google, war mangelhaft und generell schlechter als die Erfassung der statischen Website.

Da ich mich an das Bloggen nun doch recht schnell gewöhnt hatte und ein wenig „mehr“ wollte, schaute ich mir WordPress an und war erstmal gar nicht so begeistert. Die damals aktuelle Version von der Website hatte dann allerdings schon einige Probleme weniger. Ich hätte ja zu diesem Zeitpunkt gern etwas gehabt, was vom Funktionsumfang her zwischen Blosxom und WordPress steht, aber das gab’s nicht; zumindest habe ich nichts gefunden. Serendipity hatte ich mir angesehen und war an der Erstellung des eigenen Themes grandios gescheitert; mir lag nämlich schon daran, daß statische Website und Blog das gleiche Layout haben. Wiedererkennungswert und so.

Wie man sieht, ist es dann bei WordPress geblieben ;-)

Ein bißchen Statistik:

Juni 2014
Besucher 9482
Pageviews 71480
Spiders 15321
Feeds 25887

Zugriffe via Spider und Feeds dürften allerdings zu einem nicht ganz so geringen Anteil von Spammern/Harvestern generiert worden sein.

Valide Kommentare seit Umstellung auf WordPress: 2.287

Ungezählt: Spamkommentare und Einbruchsversuche. ;-)

Installierte und aktive Plugins:

  • Admin renamer extended
  • Clean Archives Reloaded
  • D64 LSR-Stopper
  • Flattr
  • FlattrComments
  • NoFollow Free
  • StatPress Reloaded
  • Subscribe To Comments
  • Thin Out Revisions
  • Wordfence Security

Dankeschön

… an alle, die das Blog durch Kommentare und eingehende Links bereichert haben.

… an alle, die mir durch Tips und Hinweise geholfen haben, das Blog zu verbessern und besser abzusichern.

So, jetzt auf zu den nächsten tausend Artikeln ;-)

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