Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

21.04.2014

Frosch - Eike

… oder: Wie Autismus den Lebensweg verbiegen kann

Wir schreiben das Jahr 1994. Ich war 26 Jahre alt, hatte gerade eine Trennung nach einer langjährigen Beziehung hinter mir und wollte eigentlich erstmal emotional zur Ruhe kommen. Aber es kam anders – ganz anders.

Eike hatte ich in jenem Jahr beim Star Trek Fanclub Enterprise Germany kennengelernt, der sich zu dieser Zeit regelmäßig in einer Gaststätte in Mannheim-Neuostheim traf. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich da mal hingekommen war. Jedenfalls war er dort auch Mitglied gewesen.

In einem anderen Umfeld, nämlich in dem einer klassischen Mailbox, hatte ich außerdem H. kennengelernt. Beide, Eike und H., fand ich zunächst einfach sympathisch. Beide waren sehr nett zu mir; H. reparierte meine alte Heimorgel und brachte mir ein wenig Digitaltechnik bei; Eike fuhr mich nach den Clubtreffen mit dem Auto nach Hause, weil der Weg mit dem ÖPNV für mich ziemlich umständlich war.

H. zeigte mir bald recht deutlich, daß er „mehr“ von mir wollte, und zog im August oder September ’94 bei mir ein.

Eike dagegen schien einfach nur nett zu sein. Ich war unfähig, zu interpretieren, ob er es auf mehr abgesehen hatte oder einfach immer so war. Gedanken machte ich mir durchaus. Ein massiver Mangel an Selbstwertgefühl meinerseits machte es mir unmöglich, die entscheidende Frage zu stellen. Eike war groß, gutaussehend, offenbar wirtschaftlich abgesichert, ein paar Jahre jünger als ich. Was sollte er also wollen von einer Frau, die schon älter ist, übergewichtig und in wirtschaftlich prekärer Situation? Ich hatte nur ein Halbtagsgehalt und konnte nach Miete, Strom und Telefonrechnung kaum mein Essen bezahlen.

Umgekehrt war mein Verhalten wohl auch nicht ausgeprägt genug, um zu zeigen, daß ich durchaus ebenfalls Interesse hatte. Das hing anfangs auch mit der gerade vollzogenen Trennung zusammen; ich scheute mich davor, mich direkt ins nächste Abenteuer zu stürzen. Später kam eben H. quasi dazwischen.

Und dann kam dieser eine Tag, den ich nie vergessen werde; das müßte etwa September oder Oktober ’94 gewesen sein. Ich war schon eine Weile nicht mehr beim Clubtreffen des Fanclubs gewesen. Eike kam überraschend zu mir nach Hause, aber H. öffnete die Tür, und ich stand so halb hintendran. Eike erkannte die Situation mit einem Blick, machte einen tiefen Diener – und in einem Sekundenbruchteil erkannte ich den Schmerz in seinem Gesicht. Danach drehte er sich um und ging. Ich habe ihn nie wiedergesehen.

Ich habe an den darauffolgenden Tagen viel gegrübelt. Hatte ich die richtige Entscheidung getroffen? (Nein, hatte ich nicht, aber das sollte mir erst Jahre später klar werden.) Hätte ich in der Situation irgendwas tun können?

Und mir wurde klar, daß ich von ihm überhaupt keine Kontaktdaten hatte. Keine Adresse, keine Telefonnummer (Mailadressen waren zu der Zeit noch nicht so üblich), nicht einmal den Nachnamen. Oder vielleicht wußte ich den mal und weiß ihn nur heute nicht mehr, keine Ahnung. Ich hätte danach gern mit ihm drüber gesprochen, aber konnte ihn nicht mehr finden.

Zum Club hatte ich auch keinen Kontakt mehr; nach der Star-Trek-Convention im August 1994 (im Kongreßzentrum Rosengarten in Mannheim) war für mich da erstmal die Luft raus gewesen. Zum einen war die Con ziemlich anstrengend gewesen, zum anderen hatte ich dann auch noch zu viel anderes um die Ohren gehabt, um weiterhin zu den Treffen gehen zu können.

Ich konnte mir damals einfach nicht erklären, warum ich seine Signale nicht verstanden hatte. Und ich habe mir schon manches Mal überlegt, von wievielen Anderen ich entsprechende Signale nicht verstanden habe, wenn ich das schon in diesem Fall nicht konnte.

Inzwischen habe ich die Antwort: Sie heißt Autismus. Ich kann solche Signale nicht interpretieren, sondern brauche klare Ansagen.

Für die Situation damals kommt diese Antwort natürlich viel zu spät. Aber immer mal wieder geistert Eike durch meinen Kopf, und dieses „was wäre, wenn“ kreiselt in meinen Gedanken.

Wäre ich damals in der Lage gewesen, die Signale rechtzeitig richtig zu deuten – mein Leben wäre möglicherweise sehr anders verlaufen …

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20.04.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #158

Asyl

Bundeswehr im Innern

Computersicherheit

Computersicherheit extra: Heartbleed

Demokratie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Häusliche Gewalt

Journalismus

Justiz

Lavabit

Lebensmittelsicherheit

LGBTI

Netzwerkadministration

Rüstung

TTIP & Co.

Vergewaltigung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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18.04.2014

Michael Stehmann - “Kivitendo”

war das Thema des ordentlichen Fellowship-Treffens am 26.03.2014 in Düsseldorf.

Erfreulich viele Teilnehmer interessierten sich für diese Freie Software. Zunächst jedoch fand jedoch pünktlich um 20:00 Uhr die obligate Vorstellungsrunde statt.

Kivitendo ist eine betriebswirtschaftliche Freie-Software-Anwendung für die Bereiche Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung. Der Name Kivitendo kommt aus dem Suaheli und bedeutet “praktisch”. Bekannt ist diese Freie Software auch unter ihrem früheren Namen “Lx-Office”.

Jan Büren hat – unterstützt durch seinen Partner – uns nicht nur dieses Programmpaket vorgestellt, sondern auch beispielhaft erläutern, wie ein Unternehmen mit Freier Software Geld verdient. Auch der Aspekt Offener Standards kam an diesem Abend nicht zu kurz.

Programme wie Kivitendo tragen dazu bei, dass sich Freie Software in Unternehmen etablieren kann.

Anschließend diskutierten wir noch lange.

Jan hat uns auch freundlcherweise sein Folienmaterial zur Verfügung gestellt.

Nächstes Treffen

Das nächste Fellowshiptreffen findet am 30.04.2014 ab 19:30 Uhr wieder im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Jochim wird über die CryptoParty-Bewegung referieren. Aus dem Umstand, dass IT-Sicherheit ohne Freie Software kaum vorstellbar ist, ergibt sich eine Nähe dieser Bewegung zu unseren Aktivitäten und Zielen.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Michael Stehmann - Chemnitzer Linux-Tage 2014

Auch im Jahre 2014 fuhr wieder unser Bus zu den Chemnitzer Linux-Tagen am 15. und 16.03.2014.

Dieses Mal mussten wir sogar mit einem Doppeldeckerbus fahren, um alle Mitreisenden befördern zu können. Die Rekordzahl an Mitfahrern des letzten Jahres konnte also nochmals deutlich übertroffen werden.

Der Doppeldeckerbus

Wie üblich ging es bereits Freitagmittag um 12:15 Uhr auf dem Staufenplatz los. Weitere “Haltestellen” sind das FSFE-Büro in Bilk, Essen, Wuppertal und Haaren. In Wuppertal wurden auch die “Teckids” und ihre Betreuer eingeladen, die die “FrogLabs” in Chemnitz besuchten.

Der FSFE-Stand war an der gleichen Stelle wie im letzten Jahr. Sein Ein- und Ausladen auf der Bilker Allee war dieses Jahr gut organisiert und ging unter der Beteiligung der Mitreisenden rasch vonstatten.

Der Apache-OpenOffice-Stand wurde von dem Team organisiert, das ihn auch im letzten Jahr betreut hatte. Er befand sich dieses Mal jedoch wieder woanders.

AOO-Stand

Neben uns waren allerdings wieder die LateX-Experten vom Dante e.V.. Neben uns war in diesem Jahr jedoch nicht der Stand unserer Freunde von LibreOffice, denn diese hatten leider in diesem Jahr keinen Stand auf den Chemnitzer Linux-Tagen.

Rechtzeitig war auch ein neues “Banner” eingetroffen, welches unseren Stand schmückte.

AOO-Stand mit Banner

Die Fragen waren wieder die üblichen. Zu hoffen ist, dass wir sie zur Zufriedenheit des Publikums beantworten konnten. Dies hoffen wir vor allem für die Fragen, die in die Abteilung “Usersupport” fielen.

Die Rückfahrt dauerte leider ein wenig länger als geplant.

Chemnitz ist in jedem Jahr eine Reise wert. Spannend ist, wie sich die Zahl der “Busfahrer” im nächsten Jahr entwickeln wird.

15.04.2014

Frosch - Kein „Spirit of Health“ in Hannover!

Es gibt tatsächlich Leute, die meinen, Autismus „heilen“ zu können, indem sie autistischen Kindern Chlorbleiche einflößen. „Erfunden“ hat diese „Methode“ ein Mensch namens Jim Humble, der darüber erstmals 2006 in seinem selbst verlegten Buch „The Miracle Mineral Solution of the 21st Century“ berichtet hat – vermutlich hat er für den Unsinn keinen seriösen Verleger gefunden.

Und so in etwa wird das „Verfahren“ angewandt: Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert (mit weiteren Links).

Nun soll Ende dieses Monats ein Kongreß in Hannover stattfinden, der sich genau damit befaßt – allerdings nicht kritisch, ganz im Gegenteil. Diese Kindesmißhandlung wird auf diesem Kongreß namens Spirit of Health 2014 ausführlich beworben, vom Erfinder selbst bis hin zu Ärzten, die das in Krankenhäusern angewandt haben sowie der im Blogartikel von Psiram genannten Dame, die ihr eigenes Kind damit quält. Dagegen haben sich nun Autisten, Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen, Angehörige und Freunde von Autisten gewandt:

Sehr geehrter Herr Joachim König,
sehr geehrte Frau Anja Engelking,
sehr geehrte Frau Madeleine Angermann,
sehr geehrte Frau Sylvia Bruns,
sehr geehrte Frau Dr. Elisabeth Clausen-Muradian,
sehr geehrter Herr Jens-Michael Emmelmann,
sehr geehrter Herr Martin Hanske,
sehr geehrter Herr Dirk Hillbrecht,
sehr geehrter Herr Dr. Oliver Kiaman,
sehr geehrte Frau Helga Nowak,
sehr geehrter Herr Belit Nejat Onay,
sehr geehrte Frau Angelika Pluskota,
sehr geehrter Herr Lars Pohl,
sehr geehrte Frau Heidi Pohler-Franke,
sehr geehrte Frau Christine Ranke-Heck,
sehr geehrter Herr Gerhard Wruck,

mit großer Sorge haben wir erfahren, dass Sie vom 26. bis 29. April 2014 der Veranstaltung „Spirit of Health“ Unterkunft bieten. Dieses Event ist gesetzeswidrig, unter anderem weil dort Chlorbleiche zur oralen Anwendung als Heilmittel für Kinder beworben wird.

Wir sind Autisten, Angehörige autistischer Menschen sowie Selbsthilfegruppen für autistische Menschen und Interessenvertretungen.

Die Veranstaltung, die zum angegebenen Datum im Kuppelsaal stattfindet, propagiert unter anderem die Anwendung des Mittels „MMS“ oder auch „Magic Mineral Solution“ oder „Magic Mineral Supplement“. Bei dem Mittel handelt es sich um gesundheitsschädliche Chlorbleiche, die zur oralen oder analen Anwendung empfohlen wird. Unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung riet in seiner Stellungnahme 025/2012 dringend von der Einnahme von MMS ab (Anlage 1).

Die Veranstalter verbreiten dabei Heilsversprechen, die vermutlich § 3 des Heilmittelwerbegesetzes verletzen und damit möglicherweise nach § 14 sogar strafrechtlich relevant sind.

Personen, die mitten in Deutschland geltendes Recht brechen, sollten Sie kein Forum bieten.

Wir wenden uns auch vor allem deswegen an Sie, weil im Rahmen der Veranstaltung Personen namens Kerri Rivera und Dr. Andreas Kalcker einen Vortrag mit dem Titel „Autismus heilen“ anbieten.

Autismus ist, laut Diagnosehandbuch, eine „tiefgreifende Entwicklungsstörung“ oder kurz erklärt: Das Gehirn von Autisten entwickelt sich anders als das anderer Menschen, besonders im Bereich der Wahrnehmung. Autisten können Reize schlecht filtern und vermeiden daher Körper- oder Blickkontakt, außerdem können sie Emotionen anderer Menschen schlecht deuten. Entsprechend sind ihre Reaktionen in sozialen Situation oft unangepasst.

Da es sich um nachweislich neurologische Veränderungen – salopp gesagt – der Verdrahtung und der Hirnchemie autistischer Gehirne handelt, ist eine Heilung, erst recht eine kurzfristige, nach dem Stand der aktuellen Forschung unmöglich.

Allerdings sind autistische Kinder wie auch Erwachsene lernfähig und, wie alle Menschen, versuchen sie Verhalten zu vermeiden, das bestraft wird. Die Gabe von MMS oral und MMS-Einläufe lösen schwere Durchfälle, Fieber und Erbrechen aus. Dies wird von MMS-Befürwortern als Zeichen dafür gesehen, dass die gewünschte Wirkung eintritt.

Wir dagegen sind der Ansicht, dass die „Besserung“ autistischer Symptome, die Kerri Rivera und andere MMS-Anwender beobachtet haben wollen, eher darauf zurückzuführen ist, dass die so behandelten Kinder versuchen, unerwünschtes Verhalten zu unterdrücken, um weitere MMS-Gaben zu verhindern.

Wir werten MMS als Mittel der körperlichen Bestrafung und der Kindesmisshandlung.

Wir bitten Sie daher, den Vertrag mit den Veranstaltern von „Spirit of Health“ zu kündigen und Kindesmisshandlung keine Plattform zu bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffentlich sind die Betreiber des Congress-Centrum Hannover einsichtig und verhindern diesen Kongreß, damit nicht noch mehr Eltern von Autisten dazu animiert werden, ihre Kinder zu quälen!

Update 2014-04-15 20:40] Bei Mela im Blog ist mittlerweile eine erweiterte Unterschriftenliste zustandegekommen. [/Update]

Update 2014-04-17 23:32] Mittlerweile hat GlobalVoicesOnline das Thema aufgegriffen: Deutschland: Aufklären über „Wunderheiler“. [/Update]

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Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 16.04.2014

Am Mi. den 16. April trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: 0xBADC0DE. Dieser Vortrag ist eine erste Version für die C++ Now.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

13.04.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #157

Autismus

Bundeswehr im Innern

Computersicherheit

Computersicherheit extra: Heartbleed

(*) Für die Transparenz: Ich bin Mitgesellschafterin von Nerd4U und Autorin des Artikels.

Datenschutz

Demokratie

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Internetfilter

Justiz

LGBTI

Mindestlohn

Netzneutralität

Telefonspam

Überwachung

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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06.04.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #156

Akif Pirinçci

Asylpolitik

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Medikamentenstudien

Mindestlohn

Mobbing

Netzneutralität

Parteispenden

Sebastian Edathy

Überwachung

Und sonst so?

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31.03.2014

forschungstorte - Der Schrei in Orange

Liebe CDU, liebe SPD, liebe Grüne und liebe FDP, liebe andere Parteien und Gruppierungen, die sich dem Grundgesetz und den demokratischen Prinzipien verschreiben haben. Liebe Leute, die keine Lust haben die Schrecklichkeiten der Geschichte sich nach nicht einmal 100 Jahren noch einmal wiederholen zu sehen.

Ich fühle mich wie ein Naivling. Wie ein dummes Ding, dass zurechtgewiesen werden sollte. Weil es sich vorwagt um zu sagen, dass wir unseren Dünkel mal 5 Minuten beiseite legen sollten. Egal ob wir Rot, Grün, Orange, Schwarz oder Gelb seien. Es zählt, dass wir die  Demokratie als so wichtig erachten, dass wir keinen Bock haben diese in den Müll zu werfen um kurzfristig Probleme zu lösen.

Ich schreibe Euch, weil ich Angst habe. Ich habe mich an der Schule und an der Uni mit Geschichte auseinander gesetzt. Ich bin einer dieser Menschen die glauben zu sehen, was los ist. Immer wieder und wieder schreien wir auf und werden trotzdem nicht ernst genommen. Ich habe Angst.

Ich schreibe euch als Enkelin eines britischen Soldaten der über das Elsass nach Deutschland einreiste. Kurz nachdem die Deutschen kapituliert hatten. Ein Soldat, der mit seinen Kameraden johlend über die "Bloody Krauts" fluchend und gröhlend herfallen wollte und dann die bittere Realität im kleinen Städtlein Breisach vorfand.

Mein Großvater fand einen ganzen Bahnsteig voller Hunger leidender Kinder vor. (Ja, ich weiß, dass kann gern mal als Reizmittel für Mitleid genommen werden. In voller Anerkennung jeglichen Zynismus sage ich das mal hier.)

Ich will nicht, dass sowas nochmal passiert. Ich will nicht, dass Deutschland, Europa oder andere Ansammlungen und Gruppierungen von Menschen sich in Furcht und Angst sich dem Faschismus verschreiben. Menschen sich scheinbar arglos totalitären Ideen verschreiben, weil sie daran glauben, dass der Zweck die Mittel heiligt.

Wenn ich sehe, wie eine Partei die erst "eurokritisch" sein möchte, jetzt am Rechtsstaat zu  rütteln beginnt, an Dingen die sich Menschen in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten erkämpft haben zu rütteln beginnt, da werde ich ganz schwach im Herzen.

Bei diesen Leuten kriege ich einerseits Gedanken an meine sächsische Großmutter, die vor der Machtübernahme Hitlers nach England flüchtete. Das war meine väterlichen Linie. Der Großvater meiner mütterlichen Linie war der Soldat der über Colmar nach Breisach nach Deutschland kam. Erst gröhlend, dann verstummend. Vor den verheerenden Auswirkungen eines Krieges, eines verdammt ekelhaften Faschismus den ich nicht selber erleben möchte.

Vielleicht bin ich naiv, vielleicht weiß ich nicht genug. Aber ich weiß, das wir das nicht wollen. Egal welches Parteibuch oder welche Farbe wir für uns beanspruchen.

Ich bin Pirat, und ich bin Demokratin. Ich will mit Leuten zusammen Politik machen die divers sind. Politik machen mit Menschen, die aus verschiedenen Richtungen kommen und mit diesen Leuten streiten. Ich will nicht im Gleichschritt marschieren. Ich will Mensch sein. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Gute Nacht und ich hoffe auf einen Guten Morgen.

Elle Nerdinger

Frosch - Werbeartikel im Blog

Kürzlich kam mal wieder so eine E-Mail, in welcher mir „editorial content“ für mein Blog „angeboten“ wurde. Ein nicht als Werbung markierter Artikel, der irgendeine nicht genannte Firma über den grünen Klee loben und „genau im Ton und Duktus Ihres Blogs“ geschrieben sein sollte. Ja ne is klar. Leute, meinen Ton trefft Ihr eh nicht. ;-)

In diesem Fall besaß die anfragende Marketing-Firma sogar die Frechheit, nochmal „höflich nachzufragen“, ob ich mir das tolle Angebot denn mal überlegt hätte. Um das hier mal klarzustellen: Nein. Ich überlege nicht, mit Spammern ins Geschäft zu kommen. Also: So richtig gar nicht.

Die erste Mail dieser Spammerbude namens „Total Marketing“ sah so aus:

Hi,

We are interested in producing editorial content for your site.

We would be happy to pay an administration fee of €65 annually for your time spent reviewing and publishing our content referencing our client, one of the largest entertainment and gaming operators in Germany & worldwide. The content will be professionally written in line with your site’s tone and voice.

Payment can be made by PayPal.

I appreciate your consideration and look forward to hearing from you.

Sincerely,
Katie Shaw
Marketing Assistant

[Kontaktdaten]

Ich soll also für läppische 65 € im Jahr meinen guten Namen für eine Firma hergeben, die mir erstmal nicht genannt wird und die ich vermutlich auch nicht kenne, ohne mir vorher auch nur ein Bild von diesem Laden machen zu können. Mein Blog soll für diese Firma auf eine reine Werbeplattform reduziert werden, die für sie nur existiert, damit sie ihren Werbemüll irgendwo plazieren können. Denn ich glaube kaum, daß auch nur eine Figur aus dieser Firma oder aus dieser Spammer-Bude sich ansonsten irgendwie für die Inhalte meines Blogs interessiert.

65 € im Jahr dafür, daß ich mir in den Kommentaren jegliche Kritik an dieser Firma um die Ohren schlagen lassen darf, teils vielleicht sogar sehr persönlich (und die „Kritik“ hier im Blog wird gelegentlich sehr persönlich), ohne daß sich der Kunde dieser Marketing-Bude dafür interessieren muß. Die Scheiße, mit der eigentlich die Firma beworfen werden soll, darf doch bitte der kleine Blogger abkriegen, der so dumm war, für ein Taschengeld Werbung zu veröffentlichen. (Und wenn ich die Kommentare abschalte, kommen dann eben E-Mails.)

Denn böse Kritik wird mit Sicherheit kommen. Eine Firma, die meint, daß reguläre Werbung in Form von Anzeigen nicht genügt, sondern sie sich auch noch (oder vielleicht sogar nur) über gekaufte „redaktionelle“ Artikel ihren potentiellen Kunden aufdrängen müssen, muß es ja echt nötig haben. Seriös kommt so ein Laden bei mir jedenfalls nicht rüber. Da stellt sich doch die Frage, was das für ein komischer Haufen ist, der meint, solche Methoden nötig zu haben.

Ganz unabhängig davon glaube ich, daß mein Blog durch solche Artikel teils massiv an Glaubwürdigkeit verlieren würde. So, wie es jetzt ist, ist es authentisch. Würde ich nun unter meinem Namen und ohne Kennzeichnung werbende Artikel publizieren, hinter denen ich gar nicht stehe, dann gäbe ich diese Authentizität auf. Und das werde ich mit Sicherheit nicht tun.

Das heißt nicht, daß ich niemals Produkte erwähne, vielleicht sogar lobend. Aber dann muß ich von dem jeweiligen Produkt wirklich selbst überzeugt sein. Gegen Geld mache ich das nicht, und wenn ich noch so dringend welches brauchen sollte. Denn der Preis, der langfristige Verlust der Authentizität, ist mir zu hoch.

Gekennzeichnete Werbeanzeigen sind ein anderes Thema, aber auch davon müßte man mich erstmal mit guten Argumenten überzeugen (und Geld zählt bei mir nicht als gutes Argument, sondern nur als eines unter „ferner liefen“). Denn ich möchte meine Leserinnen und Leser damit eigentlich nicht belästigen. Stattdessen habe ich ja den Flattr-Button eingebaut.

Die Nachfrage von „Total Marketing“:

Hi,

I emailed you previously about a guest editorial on your site and just wanted to see if you had a chance to think about it?

If receiving quality exclusive content for your site sounds interesting to you, please let me know.

Thanks again for your time.

Sincerely,
Katie Shaw
Marketing Assistant

beantwortete ich dann nur noch mit

I consider every „request“ of placing advertising articles on my blog as spam. So stop spamming me.

Ich hoffe, sie haben es kapiert.

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30.03.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #155

Bedingungsloses Grundeinkommen

CAcert

Geheimdienste

Internetfilter

Jugendmedienschutz

Routerzwang

Überwachung

Und sonst so?

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28.03.2014

dictvm - torproject.org-mirror for people in Turkey

Dear people from Turkey,

if you are a victim of censorship in your country (which is quite likely right now, if you frequent Twitter and Youtube), feel free to use this mirror of the torproject.org-site to download the Tor browser-bundle: https://tor.dictvm.org

The Electronic Frontier Foundation is also hosting a Tor-mirror and a site with additonal information on the current censorship-status of Turkey and a list of additional mirrors.

Using Tor is slower than you are used to, but it is a great tool to cirumvent all kinds of censorship-attempts, whether driven by an evil government or just a boring office environment.

You can also request to get the Tor browser-bundle sent to you via email. For the windows-version, sent an empty email to the following mailaddress: gettor@gettor.torproject.org">gettor@gettor.torproject.org

You will then receive a request to sent either 'windows', 'osx' or 'linux' as a reply to this mail. You will then receive the correct version of the Tor browser-bundle.

This mirror was last updated on 28th of March at 0200 CET. The SSL-certificates' SHA1-fingerprint is the following, just in case that your government decides to do any other nasty things to your traffic:

1A 2E F5 EC 04 41 63 51 AD 14 FA 7A FB 68 A9 AF AA FB 74 C4

27.03.2014

Frosch - „Sperrige Anwendungen wie GnuPG“

Auf Carta erschien heute ein Artikel von Jürgen Drommert, dem ich in den meisten Punkten durchaus zustimmen kann: Worauf es jetzt ankommt: Kryptographie, Freie Software, Dezentralisierung. Allerdings enthält er einen Absatz, den ich so oder ähnlich immer wieder lese und dessen Aussage mir mittlerweile gewaltig auf den Senkel geht:

In der bisherigen Debatte wurde der Einsatz von Kryptographie immer mit sperrigen Anwendungen wie GnuPG assoziiert, oder mit Chat-Programmen, die auf den Protokollen XMPP/OTR basieren. Diese Anwendungen genießen ihren guten Ruf in technischer Hinsicht zwar zu Recht, sind aber für die meisten Menschen schlicht nicht alltagstauglich.

Wenn Journalisten diese Behauptung verbreiten, stützen sie sie. Denn dem Leser, der diese Möglichkeiten noch nicht nutzt, wird vermittelt: „Das ist alles viel zu kompliziert für Dich, das kannst Du sowieso nicht. Probier’s gar nicht erst.“ Gleichzeitig verbindet der Autor damit die Behauptung:

Die Teams von Kryptographen und Programmierern wissen: Kryptographie muss einfacher werden, viel einfacher, einfach bis hin zur Nicht-Wahrnehmbarkeit.

Nicht-Wahrnehmbarkeit? Echt jetzt?

Für mich ist schon der Ansatz falsch. Wenn Anwendern nämlich etwas wichtig ist, dann sind sie auch bereit, den Umgang mit der nötigen Software dafür zu erlernen. Selbst vor Software-Boliden, also Programmen, die so umfangreich sind, daß man in einem Leben gar nicht alle Funktionen nutzen kann, wird dann nicht Halt gemacht. Aber GnuPG bzw. OpenPGP und XMPP/OTR sollen dann auf einmal nicht praxistauglich sein und noch einfacher werden?

Deshalb freue ich mich, dass die Krypto-Szene jetzt starke Verschlüsselung für Technikaverse und Faule anzubieten beginnt. Das ist einfach eine pragmatische Haltung – und ich fürchte, in diesen Zeiten können wir auf einen gewissen Pragmatismus nicht mehr verzichten.

– schreibt er in einem Kommentar. Pragmatismus ist ja an sich schon richtig, aber meiner Ansicht nach nicht aus diesem Blickwinkel.

Der Autor stellt im Artikel nämlich richtig fest:

Die Politik verlegt sich seit Anbruch der Snowden-Ära aufs Leugnen, Beschwichtigen und den weiteren Abbau bürgerlicher Rechte. Die Mehrzahl der Bürger schert sich nicht um die Abschaffung ihrer Privatsphäre.

Und hier muß doch angesetzt werden. Den Menschen muß bewußt gemacht werden, daß die scheinbar unsichtbare und auf den ersten Blick wirkungslose Überwachung sehr wohl einen Einfluß auf unser Leben hat, und zwar unter Umständen einen relevanten Einfluß. Denn wenn die Menschen begreifen, was Privatsphäre bedeutet und wieviel sie wert ist, dann ist das Erlernen von Verschlüsselungstechniken und ggf. Anonymisierungstechniken nur noch ein Klacks. Oder, um es in den Worten von Jürgen Drommert zu sagen: Dann ist es für den Anwender sehr wohl pragmatisch, sich mit der nötigen Technik zu befassen.

Wie ich schon dort in meinen Kommentaren darlegte: Klar, Überwachung tut erstmal nicht weh, wir haben deswegen nicht (oder zumindest nicht erkennbar) weniger Geld auf dem Konto, und das Autofahren wird auch nicht teurer. Deshalb sind die Gefahren von Überwachung nicht so einfach zu vermitteln. Vorfälle wie die der Frau, die nicht in die USA einreisen durfte, weil sie die falschen Bücher auf ihrer Amazon-Wunschliste stehen hatte, werden medial kaum beachtet. Wie oft Menschen aufgrund von abgeschnorchelten Daten Nachteile haben, oft vielleicht, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu sein, wissen wir nicht einmal; unsere christlichen Überwachungsfanatiker, die diesbezüglich politisch das Sagen haben, werden darüber wohl auch kaum eine Studie in Auftrag geben.

Und genau deshalb sind solche Aussagen wie von Jürgen Drommert kontraproduktiv. Die Botschaft darf nicht sein: „Hey, Leser, das ist alles viel zu kompliziert für Dich, das schnallst Du eh nicht“, sondern: „Hey, Leser, Deine Privatsphäre ist wichtig, und hier gibt es eine Möglichkeit, sie Dir zu schaffen bzw. zurückzuholen, und das ist gar nicht so schwer.“ Denn wenn Menschen erst einmal verstanden haben, wo das Problem liegt, ist es für sie auf einmal gar nicht mehr zu kompliziert.

Das erfahre ich immer wieder, wenn ich auf Cryptoparties Menschen dabei helfe, zu lernen, insbesondere ihre E-Mails zu verschlüsseln. Denn diejenigen, die auf Cryptoparties gehen, haben diese weit verbreitete Ansicht, nichts zu verbergen zu haben, überwunden, sonst würden sie nicht hingehen. Und diesen Menschen ist es dann auf einmal nicht mehr zu unbequem, sich mit Thunderbird und OpenPGP zu befassen, zu lernen, ihre Datenträger und Handys zu verschlüsseln, etwas über symmetrische und asymmetrische Schlüssel zu erfahren oder, vereinzelt, sich sogar in die Mathematik dahinter einzufuchsen. Warum? Weil sie verstanden haben, worum es geht.

Unsere Innenminister tröten derweil Hand in Hand mit ihren Ermittlungsbehörden herum, daß unsere Privatsphäre ja ach so hinderlich dabei sei, organisierte Kriminelle auszuheben oder etwas „gegen Kinderpornografie“ zu tun. Und die Mehrheit der Menschen glaubt es. Die anfangs kritisierte Behauptung, das Verschlüsseln sei ja sowieso zu kompliziert, vervollständigt dann die öffentliche Meinung: Ich habe nichts zu verbergen, ich muß nichts verschlüsseln, und das mit den Geheimdiensten ist gar nicht so schlimm.

Die Aufgabe von Journalisten – gerade von Journalisten, die selbst in besonderem Maße betroffen sind! – sollte daher nicht sein, den Menschen das Verschlüsseln auszureden, sondern im Gegenteil, ihnen genug Gründe zu liefern, damit sie ihren Hintern zur nächsten Cryptoparty bewegen, oder zu sonst jemandem, der ihnen erklärt, wie man seinen eigenen Beitrag zum Schutz seiner Daten leisten kann.

Dazu kommt, daß vielen Menschen wohl gar nicht klar ist, daß es hier nicht nur um ihre bewußte Internet-Nutzung geht. Das meiste an Telefongesprächen läuft mittlerweile zumindest abschnittsweise über VoIP, also übers Internet, und ist genauso abschnorchelbar wie ihre E-Mails oder der Zugriff auf einen Webserver. Behörden, mit denen man zwangsweise mehr oder weniger zu tun hat, übermitteln persönliche Daten aus Bereichen, mit denen wir nicht mal mit jedem in unserem Freundeskreis reden würden, wie beispielsweise Finanzinformationen oder Gesundheitsdaten. Auf die Art und Weise, wie diese Daten transportiert und wie und wo sie überall gespeichert werden sowie darauf, wer hinterher alles Zugriff darauf bekommt, haben wir praktisch keinen Einfluß mehr, selbst wenn wir (zum Beispiel bei Sozialbehörden) gezwungen sind, diese Daten anzugeben. Das taucht in den Medien praktisch nicht auf.

Jürgen Drommert beschreibt zutreffend die „Soziale Bodenhaltung“ nach Hartz IV, aber daß auch hier der Datenschutz betroffen ist und sich die Betroffenen gar nicht mehr wehren können, weil nach dem SGB der Datenschutz gegen die pure Existenz eingetauscht werden muß, das erwähnt er mit keinem Wort. An diesem Punkt kann nur die Politik etwas ändern, weil sie dem Einzelnen die Mittel dafür vorher komplett aus der Hand genommen hat.

Aber bezogen auf alles, was wir auf unseren eigenen Computern (und da rechne ich Smartphones direkt mit ein) betreiben, was wir darauf verarbeiten, eingeben, lesen, hören – da haben wir die Möglichkeit, den Grad des Schutzes unserer Daten zu bestimmen. Da haben wir die Autonomie, denn wir haben die Werkzeuge! Wir haben jede Menge Freie Software, wir haben mit TrueCrypt und LUKS/LVM mächtige Werkzeuge zur Plattenverschlüsselung (die übrigens, wenn sie einmal eingerichtet sind, tatsächlich „nicht wahrnehmbar“ arbeitet), wir haben GnuPG mitsamt grafischen Oberflächen dafür (OpenPGP ist nichts anderes), wir haben XMPP und OTR, wir haben die freie Wahl des Mailserverbetreibers, wenn wir schon nicht alle selbst einen Mailserver betreiben können. Wir haben alternative, dezentrale soziale Medien, auch wenn diese teilweise noch in der Entwicklung sind, und selbst die völlige Anonymisierung ist mit TOR und VPNs möglich.

Richtig ist, daß Technik allein nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Aber es geht auch nicht ohne. Ich habe letzten Sommer in meinem Artikel über Verschlüsselung geschrieben, daß es auch ganz unabhängig von Geheimdiensten Bereiche gibt, die wir „geheim“ halten möchten, die wir – völlig zu Recht! – nicht mit jedem teilen möchten. Deshalb ist Verschlüsselung nicht schon deshalb obsolet, weil, wie ein Kommentator bei Carta meint, der Staat sowieso übermächtig ist und uns das Verschlüsseln dann eben einfach verbietet, wenn es zu viele machen.

Wir brauchen diese drei Ansätze:

  1. Aufklärung auf allen Ebenen,
  2. politische Vorgaben,
  3. technische Umsetzungen.

Und wenn die technischen Umsetzungen dann auch noch „bequem“ sind, gerne. Aber erst müssen die Leute mal kapieren, worum es eigentlich geht.

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23.03.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #154

Abmahnwahn

Armut

Bundestagsabgeordnete

Computersicherheit

Datenschutz / Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Menschenrechte

Mindestlohn

Polizei

Spam

Transmenschen

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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20.03.2014

Frosch - Warum ich CC-NC benutze

Der Verein Digitalcourage (früher: FoeBuD) veröffentlichte heute einen Artikel unter der Überschrift Nutze nie NC, denn das tut uns weh!. Darin wird die Behauptung aufgestellt, daß die Lizenz CC-NC (Creative Commons – non commercial) ein Werk „nicht richtig frei“ machen würde. Ich möchte hier einmal meine Gründe darlegen, warum ich das für Unsinn halte und warum ich für meine veröffentlichten Fotos die Lizenz CC-BY-NC-SA nutze.

Zunächst einmal ist eine Nutzungseinschränkung ein relativ normaler Teil einer Lizenz – sonst könnte ich ein Werk auch direkt unter CC0 oder auch als „Public Domain“ herausgeben und somit auf nahezu jegliche Rechte verzichten. Auch der Lizenzteil SA – „share alike“ – ist eine Einschränkung: Geteilt werden darf nur unter gleichen oder vergleichbaren Bedingungen. Den Lizenzteil BY mag man nicht als Einschränkung sehen, denn es ist durchaus ohne weiteres zumutbar, die Lizenz selbst und den Hersteller eines Werkes zu nennen.

Digitalcourage führt als Argumente auf, daß zum einen nicht klar abgegrenzt werden könnte, ab wann eine Nutzung als kommerziell zu betrachten ist, und zum anderen der Lizenzteil SA den gleichen Zweck erfüllen würde.

Richtig ist, daß eine klare Definition dessen, was kommerziell ist, nicht vorhanden ist. Da sehe ich zwei Möglichkeiten: Die eine besteht darin, den Hersteller des Werkes einfach mal zu fragen oder umgekehrt, daß ein Hersteller entsprechende Anmerkungen macht. Die zweite besteht darin, grundsätzlich jede Verwendung auszuschließen, die auf die Einnahme von Geld ausgerichtet ist. Das kann im Zweifelsfall auch für eine Website gelten, auf welcher Werbeanzeigen zur Deckung der Serverkosten geschaltet werden.

Wenn der Hersteller eines Werkes sich für eine Lizenzform entscheidet, dann mag das für die Nutzer des Werkes unangenehm sein. Letztendlich erlaubt mir aber das Urheberrecht, darüber zu entscheiden, in welchem Umfang und mit welchen Nutzungsrechten ich ein Werk anderen zur Verfügung stellen will. Ich könnte es ja auch ganz bleibenlassen.

Das „frei“ in „freier Lizenz“ steht übrigens nicht dafür, den Nutzern eines Werkes einseitig Freiheiten einzuräumen; wollte man das, gibt es wie gesagt die Möglichkeit, ein Werk unter Public Domain (Gemeinfreiheit) zu stellen. Primär steht das „frei“ in freien Lizenzen dafür, daß diese Lizenztexte, für die man sonst bei einem Anwalt viel Geld bezahlen müßte, frei verwenden kann.

Im Gegensatz zur Behauptung von DigitalCourage verhindert CC-SA juristisch gesehen keine kommerzielle Verwertung. Im Gegensatz zur ungenauen Definition von CC-NC gibt „share alike“ überhaupt nichts zum Thema Geldverdienen her. CC-SA verhindert also (rein rechtlich gesehen) überhaupt nicht, daß sich andere an meinen Werken bereichern. Natürlich wird das jemanden, der die Lizenz generell nicht beachtet, erstmal nicht jucken; zumindest nicht, solange ich ihn nicht erwische. Aber unter der Prämisse könnte man auch alle Gesetze abschaffen, denn sie können ja in der Praxis gebrochen werden.

Man kann nun also versuchen, den Hersteller eines Werkes davon zu überzeugen, sein Werk unter eine Lizenz zu stellen, die es Nutzern erlaubt, es zu republizieren, weiterzuverarbeiten oder sogar in gleicher oder veränderter Form zu verkaufen. Ich habe aber schon mehrfach erlebt, daß – wie hier im Artikel von Digitalcourage – versucht wird, auf die Hersteller von Werken sozialen Druck auszuüben, um Nutzern mehr Rechte einzuräumen. Das kann’s ja nun nicht sein.

Natürlich wäre es toll, wenn wir alles an digitaler oder digitalisierbaren Musikwerken, Fotos, Videos etc. unter CC-BY haben könnten. Aber letztendlich muß die Entscheidung beim Hersteller bleiben, diese Entscheidung liegt nicht beim Nutzer.

Meine Fotos lade ich, sofern sie nicht privaten Charakter haben oder Persönlichkeitsrechte verletzen würden, seit einiger Zeit bei Picasa hoch. Das ist nicht optimal, weil der Dienst zu Google gehört, und irgendwo auf meiner ToDo findet sich auch der Punkt, das mal irgendwann™ selbst zu hosten. Dort habe ich die Lizenz CC-BY-NC-SA angegeben. Das meiste mögen Fotos sein, die qualitativ für andere nicht interessant sind. Aber ich bilde mir ein, daß ich da auch das eine oder andere Schätzchen dabei habe.

Warum erlaube ich nun also nur eine rein private, nicht kommerzielle Nutzung? Nun, ganz einfach: Solange ich selbst nicht in der Lage bin, die Fotos zu Geld zu machen, obwohl ich seit vielen Jahren zwangsverarmt bin und mir sowas wie Teilhabe überhaupt nur leisten kann, weil ich an nötigen Dingen spare, sehe ich überhaupt nicht ein, anderen (zumindest mit der Lizenz) das Recht einzuräumen, mit meinen Fotos Geld zu machen – sei es durch Abzug als Postkarte oder Poster (wobei ich dem auch damit entgegenwirke, daß ich die Bilder nur in der relativ geringen Auflösung von 800 x 533 bzw. 800 x 600 veröffentliche), sei es durch die Verwendung auf einer kommerziellen Website oder sonstwie. Und sollte sich das jemand trotzdem erlauben, behalte ich mir das Recht vor, demjenigen juristisch auf die Finger zu klopfen und den Gewinn daraus einzukassieren.

Bei privaten Websites, Blogs etc., die nur Flattr benutzen und vielleicht noch ein paar Werbeanzeigen schalten, mag das noch gehen, da würde ich aber erwarten, daß vorher gefragt wird. Alles, was darüber hinaus geht, geht nach derzeitigem Stand der Dinge einfach mal gar nicht.

Oder, in Twitter-Kürze ausgedrückt:

Atari-Frosch @AtariFrosch
@digitalcourage Schafft ein BGE, und ich nehme NC von all meinen Fotos weg. Solange ich zwangsverarmt bin, bleibt NC stehen.

13:06 – 20. März 2014

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Chaosdorf e.V. - Hack your School

Ein Hackathon mit Schülern zwischen dem 26. und 30. März

Hände mehrer Menschen, die gemeinsam eine Bombe entschärfen

Bei dem Gedanken an Schule kommen vielen von uns Bilder glücklicherweise vergangener Tage in den Kopf: technikfreie Räume, autoritäre Strukturen und wenige inspirierende Momente. Da war es teilweise schon eine Höhepunkt, wenn mal jemand den Alarm ausgelöst hat.

Logo der Aktion "Chaos macht Schule"

Aber Schule kann so viel mehr sein. Es ist ein komplexes, wandelbares System zum Lernen. Es soll euch nicht nur wichtige Kulturtechniken beibringen, sondern euch auch fördern und eure Ideen verwirklichen. Auf das Lernen hatten wir vom Chaosdorf auch nach der Schule noch Lust, also haben wir unseren Hackspace gegründet. Hier treffen wir uns jeden Tag und machen einfach, was uns gefällt und unser Interesse weckt.

Have a lot of fun!

Wir möchten euch zeigen, was in eurer Community so alles drin ist. Wir möchten eure Interessen herausfordern und euch helfen, ein eigenes Projekt zu verwirklichen. Die sogenannten Hacker schütteln ihre Erfindungen auch nicht einfach so aus dem Ärmel, sondern zeigen sich gegenseitig, was möglich ist und wie es geht. Dafür gibt es Hackspaces: kollektiv betriebene Räume wie das Chaosdorf und das GarageLab, in denen wir uns das Werkzeug teilen und das Know-How vermitteln.

Eine Reise durch die Hackspaces

Wir laden interessierte Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren dazu ein, einen gemeinsamen Hackathon an diesen Orten zu erleben. Beim Forum Freies Theater gastiert die Gruppe machina Ex, die ein paar kleine Workshops vorbereitet hat und die richtige Bastlermentalität mitbringt, um euer Potential zum Explodieren zu bringen.

Los geht es mit einem Kennenlernen am Sonntag, den 23. März im FFT. Dort könnt ihr auch Right of Passage spielen, das neueste Werk von machina eX. Am Mittwoch (26. März) gibt es eine Einführung im FFT, bei der ihr eine Foto-Tour durch die Hackspaces und ein kleines Rätsel zum Einstieg bekommen werdet. Weiter geht es am Donnerstag bei uns im Chaosdorf mit einem Workshop. Ihr lernt, wie ihr eure eigene Elektronik zusammenbaut und zum Leben erweckt. Am nächsten Tag gibt es im GarageLab die Möglichkeit, weiter zu basteln, zu programmieren und zu gestalten. Ob ihr nun bei Elektronik bleiben wollt oder nicht: im GarageLab findet ihr eine Fülle von Werkzeugen und Material, um weiterzumachen und andere Dinge zu probieren.

Wenn ihr Lust bekommen habt, dann meldet euch per E-Mail bei info@fft-duesseldorf.de an. Die Menschen beim FFT organisieren die Woche und geben uns Bescheid, wie viele Lötkolben wir bereit halten sollen.

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18.03.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 19.03.2014

Am Mi. den 19. März trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Vortrag: Exception safety guarantees in C++

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

16.03.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #153

Backup

Computersicherheit

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Neoliberalismus

Transparenz

Urheberrecht

Vorratsdatenspeicherung

Werbung

Ganz zum Schluß

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12.03.2014

Frosch - Spaß mit Routing

Heute um etwa 11:15 Uhr kam ich plötzlich nicht mehr auf Twitter. Das war erstmal nichts Besonderes, vor allem im Hinblick darauf, daß Twitter gestern schon Störungen hatte. Allerdings bekam ich nicht die Störungsseite, sondern – gar nichts.

Nachdem dann auch ein paar andere Hosts zumindest träge auf ping reagierten, verpaßte ich erstmal dem Router einen Reset. Das änderte allerdings nichts am Problem. Also fing ich an zu suchen.

Besonders irritierend war für mich zunächst, daß ich meinen Server bei Hetzner ganz normal per ssh erreichen konnte, meine ZNC-Verbindungen alle stabil waren und auch der ping dorthin problemlos durchging; dagegen war meine StatusNet-Instanz nur zeitweise erreichbar, und das Dashboard dieser WordPress-Installation wollte auch nicht immer laden. DNS war bei alledem nicht betroffen, die Namensauflösung funktionierte immer. Ich konnte auch von allen Mailservern (meinem, einem weiteren privaten und Telekom) meine Mails abholen.

Umgekehrt konnte ich vom Server aus per ping alle Hosts erreichen, die von hier aus schlicht aus dem Netz verschwunden zu sein schienen, vor allem Twitter und Flattr. Die Ursache für die Ladeprobleme beim Blog vermutete ich zunächst beim Flattr-Plugin.

Also testete ich weiter: Heise lud einwandfrei und schnell, von SpOn lud zwar die Website schnell, aber der ping war irgendwie arg träge. Websites, auf welchen Flattr eingebunden ist, luden zwar, aber Chromium „kurbelte“ weiter, als sei da noch was nachzuladen – vermutlich der Flattr-Button.

Nun fände ich es schon sehr seltsam, wenn mein Router auf die Idee käme, von jetzt auf eben zwei Websites ganz zu blockieren und von weiteren Hosts nicht alles durchzulassen. Daher rief ich erstmal bei der Telekom-Kunden-Hotline an (0800/330-2000). Nach so 10 bis 15 Minuten Wartezeit hatte ich einen netten Mann am anderen Ende, der mir glaubhaft versicherte, daß meine Leitung völlig in Ordnung ist und es auch keinerlei Störungsmeldungen für Düsseldorf gebe.

Ich wurde nur etwas grummelig, als er meinte, ich solle doch mal meinen Rechner neu starten. Seh ich aus wie so’n Windows-User oder wat? ;-)

Also testete ich nochmal alle Domains durch, testete noch ein paar mehr, aber bis auf Flattr und Twitter ging dann eigentlich alles durch.

Und um ca. 13:20 Uhr, fast genau zwei Stunden nach seinem Beginn, war der Spuk zu Ende. Beide Websites waren für mich wieder erreichbar, nur der ping auf spiegel.de ist immer noch genauso träge wie vorher; das liegt dann wohl an deren Server.

Also fragte ich mal:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Düsseldorfer Telekom-Kunden: Hattet Ihr von ca. 11:20 bis 13:20 Uhr Probleme, Twitter und Flattr zu erreichen?

13:39 – 12. März 2014

Und schau an: Als erstes erfuhr ich, daß von Telekom Wuppertal aus das Problem ebenfalls bekannt war. Und Hetzner hatte es auch bemerkt: Uplinkstörung (Deutsche Telekom) – das erklärt dann auch, warum ich zu meinem eigenen Server nicht immer durchkam. Auch wenn ich es erstaunlich finde, daß die ssh-Session die ganze Zeit über stabil blieb.

Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom AG schafft es also nicht, ihre Störungen intern und extern zu kommunizieren. Ich habe mir jetzt mal den RSS-Feed von Hetzner abonniert, vielleicht erfahre ich ja in Zukunft von meinem Serverhoster früher als von meinem Zugangsprovider, wenn mein Zugangsprovider Probleme hat. Bei der Telekom gibt es einen solchen Störungsmelder offenbar nicht, zumindest habe ich keinen gefunden. Schade aber auch.

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09.03.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #152

Computersicherheit

Datenschutz

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Netzzensur

Papierwerbung

Staatstrojaner

Thilo Sarrazin

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

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08.03.2014

Chaosdorf e.V. - Heute CryptoParty im LZ Hinterhof

Heute treffen wir uns für eine CryptoParty im Linken Zentrum Hinterhof.

Wir zeigen euch und uns gegenseitig, wie Programme zur Verschlüsselung von E-Mails und Datenträgern funktionieren. Außerdem gibt es Beiträge zur Sicherheit und Anonymität im Web. Im Kollektivbetrieb des Hinterhofs treffen sich Aktivisten, Datenreisende und Interessierte zum Austausch. Es gibt auch etwas zu Essen und Lounge-Musik.

Der Eintritt ist wie immer frei. Bringt eure Laptops mit!

Datum: 8. März 2014 (heute!)
Beginn: 14 Uhr
Ort: LZ Hinterhof, Corneliusstraße 108 Düsseldorf

(Sorry, dass wir so kurzfristig einladen. Verpeilung.)

07.03.2014

Michael Stehmann - Besuch vom Vizepräsidenten

Am 05.03.2014 fand ein außerordentliches Fellowshiptreffen im Schwesterherz statt.

Anlass war, dass Matthias Kirschner , der Vizepräsident der FSFE und ihr Koordinator für Deutschland, in Düsseldorf weilte. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen, um mit ihm über die Arbeit der FSFE zu sprechen.

Die Vorstellung der Teilnehmer fand bei diesem Treffen eher informell statt. Sehr erfreulich für ein außerordentliches Treffen war auch die Teilnehmerzahl. die uns veranlasste, die Runde in den Kellerraum zu verlegen. Auch der niederländische Koordinazor und sein Stellvertreter waren gekommen, letzterer direkt von einem Treffen im europäischen Parlament in Brüssel.

Gesprochen wurde in offener Diskussion auch in kleineren Runden über alle Themen, die die Teilnehmer bewegten. Dabei hatte Matthias die Gelegenheit, rheinische Aktivisten für Freie Software kennenzulernen.

Einge der Teilnehmer werden sich bald in Chemnitz wiedersehen.

03.03.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #151

Causa Edathy

Computersicherheit

Datenschutz

Dokumentierte Kindesvergewaltigung

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Netzzensur

Piratenpartei

Polizei

Rassismus / Antisemitismus

TTIP

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02.03.2014

Michael Stehmann - Das Fellowshiptreffen am 26.02.2014

hatte ein wirtschaftliches Vortragsthema. Man kann zwar die Bedeutung koffeinhaltiger Kaltgetränke für die Entwicklung Freier Software nicht überschätzen, aber darum ging es an diesem Abend nicht. Vielmehr ging es um das Projekt oder Unternehmen, welches hinter “premium”-Cola steht, und seine Menschen und wie sie miteinander umgehen.

Um 20:00 Uhr fingen wir mit dem “offiziellen” Teil, nämlich einigen Verkündigungen und dann der Vorstellungsrunde an. Etwa zwanzig Teilnehmer hatten sich eingefunden.

Uwe Lübbermann, der Initiator dieses Unternehmens, berichtete in einem interessanten und spannenden Vortrag, wie es zur Gründung dieses Unternehmens kam, vor allem aber auch über den Umgang mit Konsumenten, Lieferanten, Mitarbeitern und Mitbewerbern dieses Projektes. Entscheidend ist für ihn und seine Mitstreiter, dass man sich “auf Augenhöhe” begegnen kann, was er immer wieder betonte und auch anschaulich schilderte. Ein derart offenen Projekt, wie dieses, kann natürlich beispielsweise auch Trolle anziehen. Uwe schilderte jedoch. wie man auch damit klar kommt, ohne von Prinzip des gleichrangigen Umgangs miteinander abzuweichen.

Transparenz ist ein weiteres Prinzip, dessen praktische Anwendung er uns erläutern konnte. Wer wieviel vom Preis beispielsweise einer Flasche premium-Cola bekommt, ist klar vereinbart und jedem bekannt. Auch Fehler werden veröffentlicht, beispielsweise wenn bei der Abfüllung etwas schief gegangen ist. Transparenz schafft Vertrauen und damit auch Kundenbindung.

Insgesamt ist dieses Unternehmen etwas anders, als man sich das gemeinhin vorstellt, genießt aber trotz oder gerade wegen dieses andersartigen Umgangs mit Menschen den Respekt seiner Mitbewerber.

Ein weiteres schönes Beispiel für die Andersartigkeit dieses Projektes war der Umgang mit “Wachstumsschmerzen”. Als relativ kleines Unternehmen kann man als Kreditnehmer mit Banken nicht “auf Augenhöhe” verkehren. Also musste premium auch einmal einen Großauftrag ablehnen und sein Wachstum bewußt begrenzen, um wegen der Vorfinanzierung der Produktion nicht in Abhängigkeit zu geraten.

Insgesamt war es ein interessanter Vortrag und eine anregende Diskussion, bei der sowohl das Publikum als auch der Referent einiges voneinander lernen konnten. Vieles kannte man auch von Freien-Software-Projekten oder ließ sich auf diese übertragen.

Auch im Jahre 2014 fährt wieder unser Bus zu den Chemnitzer Linux-Tagen am 15. und 16.03.2014. Wie üblich geht es bereits Freitagmittag um 12:15 Uhr auf dem Staufenplatz los. Weitere “Haltestellen” sind das FSFE-Büro in Bilk, Essen, Wuppertal und Haaren.

Birgit konnte dann noch berichten, dass der Doppeldeckerbus bestens ausgelastet ist und nur noch wenige Plätze zur Verfügung stehen.

Jeder sollte einmal in Chemnitz zu den Linux-Tagen gewesen sein und der beste Weg dorthin ist der Freedom-Tours-Bus, der auch dieses Jahr wieder mit der freundlichen Empfehlung der Düsseldorfer Fellowship-Gruppe der FSFE auf die Reise geht.

Auch die Kinder und Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen, die an den FrogLabs des Teckids e.V. in Chemnitz teilehmen, werden mit dem Freedom-Tours-Bus anreisen.

Nächstes Treffen

Thema des Vortrages des Treffens im März am 26.03.2013 ist Kivitendo. Kivitendo ist eine betriebswirtschaftliche Freie-Software-Anwendung für die Bereiche Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung. Der Name Kivitendo kommt aus dem Suaheli und bedeutet “praktisch”. Bekannt ist diese Freie Software auch unter ihrem früheren Namen “Lx-Office”. Der eingeladene Referent kann uns nicht nur dieses Programmpaket vorstellen, sondern auch beispielhaft erläutern, wie ein Unternehmen mit Freier Software Geld verdient.

Das Treffen findet ab 19:30 Uhr statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

23.02.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #150

Asyl

Causa Edathy

Computersicherheit

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Datenschutz

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Gewalt in der Familie

Internetfilter

Leistungsschutzrecht

NSU

Piratenpartei

Pressefreiheit

Qualitätsjournalismus

Überwachung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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22.02.2014

dictvm - Detailed impressions of the Chromebook Pixel

A few weeks ago I bought a used Chromebook Pixel. As I previously mentioned, it is a quite capable machine.

Chromebook Pixel Keyboard

The Hardware

The more I use it, the more I learn to appreciate the sheer quality of the keyboard. The Macbook Pro’s keyboard feels a bit cheap and clumsy in comparison. Its display is also more glossy than the Pixel’s. Performance wise, the Macbook Pro is totally superior in almost all aspects: It's available with an i7, it comes with two 10GBit-Thunderbolt-Ports, two USB 3.0-ports and the HDMI-port allows easy plug’n’play to any TV you can imagine, while the Pixel only supports a Micro-DisplayPort. The Pixel shines with its sturdiness. The boxy construction of the shell feels robust and the dark grey aluminum looks even better than one might assume by looking at Google’s renders on its Chromebook Pixel-site. The Macbook looks thinner due to the rounded design of the device, but in direct comparison the Pixel wins at about a Millimeter of "additional" thinness. (Although it’s perfectly reasonable to argue that we’ve reached peak-thinness for the time being anyways.) The Pixel’s touchscreen is surprisingly useful and it happens more and more often that I reach for my Macbook’s display, especially when using Google Maps. I never expected this to happen when I made jokes about Microsoft’s attempts to establish touch on a desktop-OS.

Chromebook Pixel side #1

The only weakness I could find so far is the back plate of the Pixel, which is a thin layer of aluminum that bends easily. Unfortunately, the previous owner managed to put a tiny dent into it while removing it in order to replace the LTE-modem with one which works within the EU. However, the device is easier to disassemble than the non-unibody Macbook Pro. If you ever had to open a non-Unibody Macbook, you will appreciate this.

The Software

Let me say it bluntly: Chrome OS is the first Linux-distribution that just worked out of the box. There is zero input-lag, the trackpad works with amazing precision, the scrolling is perfectly fluid I have never seen Chrome this fast. It’s also the first time I’ve been blown away by the quality of Linux’ font-rendering. As far as I have learned, Chrome OS is using its own Aura-window manager, while X11 is simply a means to handle the hardware-input. Sadly, Chrome OS is pretty much unusable out of the box, if you want to do anything that cannot be done outside of the browser. I am one of these persons. I am a systems administrator which makes me pretty dependent on a shell and the dumbed down command line interface (ctrl+alt+t) just didn’t do it for me. Thanks to the fine people developing Chrome OS, Chromebooks are all setup to be configured to be put into a developer mode in which basically all codesigning is being stripped from the OS, while enabling access to a real Linux-shell (by typing shell into the basic Chrome OS-shell) - including the ability to gain root privileges via sudo. Basically, you are now running a heavily customized Gentoo-distribution on your Pixel. Just make sure to set a password for the chronos-account, unless you want everyone to get local shell access to your box via VT2. More on this is documented in the excellent Chrome OS-wiki. After being able to sudo, I chose to setup a separate chroot-environment with crouton, to make sure that updates to Chrome OS’ base-system do not interfere with my customized setup.

Chromebook Pixel side #2

I have settled with a with applications that are absolutely necessary for me, if I want to use this device in my free time. Most of these are the bare minimum to get anything useful out of Chrome OS.

  • TweetDeck is such an amazing client that it replaced Tweetbot for Mac on my Macbook Pro
  • Crosh Window is a simple wrapper that puts a terminal emulator into a basic window that doesn’t solely exist in a Chrome-tab
  • Google Drive is where I keep most of my “not so private stuff” that I am comfortable enough to host in the cloud
  • Caret is a text-editor that has the option to be used with vim-shortcuts
  • Pixlr Touchup enables basic picture editing (though I’d give an organ or two for something as powerful as Pixelmator on Chrome OS)
  • 500px is a service I don’t really use myself but sometimes I just scroll through a few pictures to remind myself of the great display the Pixel has to offer

17.02.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 19.02.2014

Am Mi. den 19. Februar trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

„A Coding Dojo is a meeting where a bunch of coders get together, code,
learn, and have fun. It’s got to be a winning formula!“ – Emily Bache

In unserem ersten C++ Coding Dojo werden wir zusammen
Test-Driven-Development ausprobieren. Anhand einer Übungsaufgabe
erstellen alle gemeinsam Tests und Lösung. Dabei stellen wir uns
gegenseitig Fragen, geben Hinweise und wechseln uns an der Tastatur ab.
Zum Schluss fassen wir alles zusammen und betrachten unsere Erfahrungen.
Zusammen wird das mindestens 90min dauern.

Das Coding Dojo ist ein Ort, an dem wir die typischen Restriktionen der
täglichen Arbeit aufheben. Die Idee ist, Programmieren als Fertigkeit zu
üben. Gerade so, als wäre dies eine Sportart, die man übt. Zu sehen, wie
Code entsteht, anstatt sich nur fertigen Code anzuschauen, bedeutet,
dass man lernt mit welchen Mitteln guter Code geschrieben wird.

„Those elements – intro, retrospective, moderation, showing working, and
tests – are what sets a coding dojo apart from any other kind of coding
meeting.“ – Emily Bache, The Coding Dojo Handbook

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

16.02.2014

Michael Stehmann - FOSDEM 2014

Der erste größere Event in jedem Jahr ist das Free and Open Source Developers European Meeting (FOSDEM) in Brüssel.

In diesem Jahr ging es zeitig bereits am Freitagmittag auf nach Brüssel, denn wir wollten den Apache-OpenOffice-Stand schon am Freitag aufbauen. Die beiden Rollupdisplays wurden auf der anderen Seite des Ganges gegenüber dem Stand so platziert, dass sie schon aus einiger Entfernung auf Stand hinwiesen. Neben uns war wieder der Perl-Stand; auf der anderen Seite Jenkins. Flyer hatten wir in englischer, französischer und deutscher Sprache, leider aber keine in niederländischer Sprache.

Am Freitagabend gingen wir nach getaner Arbeit in den Irisch Pub gegenüber der Börse. Dort erschien dann nach kurzer Zeit ein wohlbekannter Fellow der FSFE aus Wien, mit dem wir uns gut unterhielten. Allerdings verließen wir den Pub frühzeitig, sodass uns die dort später eingetroffenen Freunde nicht mehr antrafen.

Am Samstagmorgen wurde dann der Standaufbau durch die Installation von Rechner und Bildschirm vollendet. Ein freundliches Apache-Mitglied stattet uns mit weiteren Apache-Aufklebern aus, die sich in den beiden Tagen als “Renner” erwiesen – unser Stand war wohl auch der einzige Ort in Brüssel, wo man sie bekommen konnte. Unser Stand war dann auch der Anlaufpunkt nicht nur für die anwesenden Apache-OpenOffice-Entwickler, sondern auch für die Entwicklern anderer Apache-Projekte, die vorbeischauten.

Am Samstag gab es auch einen gemeinsamen Dev-Room mit LibreOffice (Open document editors devroom). LibreOffice hatte den Stand im selben Gang, aber etwas entfernt von unserem. Dort konnten wir Freunden “aus alten Tagen” ein “Hallo” sagen.

Die Fragen waren immer wieder dieselben: Warum gibt es keinen Merge beider Projekte? Was ist der Unterschied zwischen Apache OpenOffice und LibreOffice? Daneben gab es dann die üblichen User-Support-Fragen. Interesse wecken beim Publikum konnten wir einerseits mit der Sidebar und anderseits mit Loook. Die meisten Gespräche führten wir in Englisch, viele aber auch in Deutsch.

Samstagmittag war ich dann noch “als Nachbar” Gast beim belgisch-niederländischen Fellowshiptreffen.

Der FSFE-Stand wird von Jahr zu Jahr prächtiger. Die Arbeit hinter dem Stand lief dieses Jahr “wie am Schnürchen”. Es hat sich ein gutes Team herausgebildet, das “Hand in Hand” arbeitet.

Routiniert verlief schließlich der Abbau der Stände am Sonntagabend. Noch unter dem Eindruck der zahlreichen Gespräche, die wir mit dem interessierten Publikum, aber auch mit Freunden aus anderen Projekten geführt hatten, traten wir dann die Heimreise an. Die FOSDEM war auch in diesem Jahr die Reise nach Brüssel wert.

Die nächste Reise geht ganz gemütlich mit dem Bus im März nach Chemnitz.

Frosch - Im Netz aufgefischt #149

Abgeordnetendiäten

Causa Edathy

Computersicherheit

Datenschutz

Depression

Edward Snowden

Fraktionszwang

Freie Software

Geheimdienste

Internetfilter

LGBTI

Netzpolitik

Pressefreiheit

Stop Watching Us!

Verschlüsselung

Und sonst so?

Ein Bankier, ein BILD-Leser und ein Asylant sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen 12 Kekse. Der Bankster nimmt sich 11 Kekse und sagt zum BILD-Leser: »Paß auf, der Asylant will Deinen Keks!« (Quelle unbekannt)

Ganz zum Schluß

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12.02.2014

Frosch - Gefickt

Gerade lese ich den Artikel Europaabgeordnete wenden sich von Snowden ab auf Spiegel Online, und wie schon in anderen Berichten und Kommentaren zuvor, fällt mir wieder diese Phrase ins Auge: „Angst um die Beziehungen zu Washington“.

Brechen wir die Situation mal weit herunter: A tut B etwas an, und statt sich, auf welche Art auch immer, zu beklagen, bemüht sich B, ja nichts über A kommen zu lassen, weil A sonst Ärger kriegen und dieser Ärger auf B zurückfallen könnte. Erinnert Euch das nicht an etwas?

Mich erinnert das an die Situation „Vergewaltigung in der Familie“. Das Opfer traut sich nicht, sich anderen anzuvertrauen, damit der Papa, der Bruder, die Tante etc. nicht ins Gefängnis muß, denn das würde Ärger in der Familie geben, die Familie würde auseinanderbrechen, und alle würden mit dem Finger auf das Opfer zeigen. Dabei sollte das Opfer doch dankbar für diese Familie sein!

Und wieder auf den Geheimdienst-Skandal übertragen: Die USA und UK haben Deutschland, Europa und die ganze Welt gefickt, und die Opfer dürfen jetzt aber nichts sagen, weil die USA sonst in ihrer Weltmacht erschüttert würden und die Gefickten daran schuld wären. Dabei sollten die Gefickten doch dankbar für diese Weltmacht sein!

Oder wie seht Ihr das?

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10.02.2014

Frosch - bi-gender

Tja, wie fang ich das an … in gewisser Weise wird das hier ein „Coming Out“, mit etwas, was mir schon seit Jahren im Kopf rumgeht. Gestern hat sich mein Kopf dann mal entschieden, das ganze konkreter zu formulieren. Vorab möchte ich hier Wendelherz für den Artikel Vom verlieren, was man nie hatte. danken, der gab einen wichtigen Anstoß.

Bei mir ist die Sache aber nochmal ein bißchen anders. Zwar habe ich mich nie als „richtige Frau“ gefühlt, aber ich würde auch kein „richtiger Mann“ sein wollen. Ich habe von beidem etwas. Welchen Geschlechts letztendlich mein Körper ist, ist mir dabei nicht so wichtig; das hat ja nur was mit der Sexualität zu tun, nicht mit Geschlechtsempfinden.

Daß ich bisexuell bin, sehe ich dabei eher als Zufall – schließlich hängt auch bei Transmenschen die sexuelle Präferenz nicht vom biologischen oder gewählten Geschlecht ab.

Als ich 17 war, stellte eine Gynäkologin fest, daß ich zu viele männliche Hormone im Blut hätte. Also: zu viele für eine „richtige“ Frau. Ihr war auch aufgefallen, daß mir ein paar einzelne Barthaare am Kinn wuchsen, die ich gelegentlich mit einer kleinen Schere abschnitt. Deshalb verschrieb sie mir, als ich entsprechenden Bedarf anmeldete, nicht eine „leichte“ Antibabypille, sondern einen regelrechten Hormon-Hammer, „Diane 35“ (interessanterweise ist der deutschsprachige Artikel aus der Wikipedia verschwunden, es gibt aber noch diesen englischsprachigen: Cyproterone acetate). In der Zeit der Einnahme hat mir dieses Dreckszeug 30 kg Körpergewicht draufgepackt, und es hat mir meine erste Depression verschafft. Zumindest die Depression war nach dem Absetzen quasi sofort weg; die Gewichtszunahme ging danach erstmal einfach weiter. Der einzige Vorteil: Meine sehr unregelmäßige und wenn, dann heftige Periode wurde quasi zurechtgebügelt.

Nach dem Absetzen wurde die Monatsblutung wieder zur Quälerei, jahrelang. Mit Abständen zwischen zwei und sechs Wochen und Bauchkrämpfen, die mich mit Wärmflasche und Decke aufs Sofa zwangen, bis zu drei Tage lang am Stück. Ein paar Jahre später dann hörte sie einfach auf. Dann stellte sich heraus, daß ich so gut wie unfruchtbar geworden war. Und: Der Bart, an dem sich Frau Dr. Gynäkologin gestört hatte, wuchert seitdem erst richtig. Ich muß mich alle paar Tage im Gesicht rasieren. Das „Übergewicht“ an männlichen Hormonen hat sich dagegen nicht geändert, obwohl mir deswegen auch im Rahmen einer anderen Art von Eierstock-Operation ein Keil aus einem der Eierstöcke geschnitten worden war, was den Hormonhaushalt angeblich regulieren sollte.

Mein Körper will offenbar darauf nicht verzichten. Das gehört zu mir dazu und macht mich zu dem, was ich bin. Wenn ich mich dagegen wehre (oder andere meinen, daß ich das tun müßte), zahle ich einen hohen Preis.

Nur so nebenbei kommt mir eine Statistik in den Sinn: Es wurde ja festgestellt, daß das Verhältnis von Männern zu Frauen, die eine Form von Autismus haben, 7:1 ist. Vielleicht bin ich hier gar nicht auf der Seite der Frauen zu suchen, sondern auf der der Männer.

Ich bin eine Frau: Mein Körper ist weiblich, und ich mag meine weibliche Sexualität. Ich mag auch meine Gesangsstimme (Sopran). Und umgekehrt nervt mich, daß ich Haare im Gesicht habe, wo sie meinem Gefühl nach überhaupt nicht hingehören. Und auch sonst mag ich keine Haare am Körper haben. Also: „typisch weiblich“.

Vielen weiblichen Rollenbildern mag ich jedoch nicht entsprechen: Ich will keine „Mode“, sondern Kleidung. Am liebsten bequeme. Wenn sie gut aussieht, umso besser. Ich möchte auch nicht aufgrund meiner Optik bewertet werden (was im allgemeinen sowieso schiefläuft, wie mich die Erfahrung lehrt). Ich bin nicht bereit, mich aufzutakeln, um irgendjemanden zu beeindrucken. Statt einer Handtasche, die offenbar bei „richtigen Frauen“ zur Standard-Ausstattung gehört, habe ich seit vielen Jahren immer nur eine Stofftasche bei mir, auch Drecksack genannt, weil die Dinger immer so leicht schmutzig werden.

Ich mag überall da, wo es um Können und Wissen (und letztendlich auch ums Geldverdienen) geht, nicht einmal als Frau wahrgenommen werden, weil meiner Ansicht nach das Geschlecht da gar keine Rolle spielen sollte.

All diese Anforderungen und Verhaltensweisen habe ich bereits seit meiner ersten Ausbildung an Frauen beobachtet, die sich für „richtige“ Frauen halten, und es wurde auch immer wieder von mir verlangt. Aber all das, was von mir erwartet wird, nur weil ich eine (biologische) Frau bin, stößt mich ab. Es fühlt sich für mich schrecklich falsch an.

Wie ist das nun mit dem männlichen Teil? Zumindest einigen männlichen Rollenbildern dürfte ich deutlich stärker entsprechen als weiblichen. Ich bin eher bereit, Aggression und Wut herauszulassen (wenn auch möglichst auf nicht-zerstörerische Weise), als das von Frauen erwartet wird. Ich will zuerst, daß Dinge funktionieren; wenn sie dann auch noch gut aussehen, ist das nett, aber nicht nötig (siehe auch Mode vs. Kleidung).

Vor Jahren versuchte ich einmal, eine medizinische Indikation für eine Brustreduktion zu bekommen. Ich hatte das Stück Papier schon in der Hand gehabt, verlor es dann allerdings bei meinem Umzug nach Düsseldorf. Also ging ich in Düsseldorf nochmal zu einem entsprechenden Arzt. Der wollte mir die Indikation nicht ausstellen, sondern erklärte, ich solle erstmal abnehmen, da ansonsten im Fall einer Gewichtsreduktion nach einer solchen Operation „zu wenig“ übrig bleiben würde. Ich konnte dem Arzt nicht klarmachen, daß mir das völlig egal war. Er ging wohl davon aus, daß eine Frau sich (auch) über ihre Brüste als weiblich definiert (was wohl für andere wirklich so sein mag), und daß das auch für mich so zutreffen müsse. Es wäre mir wirklich egal. Mich definieren sie jedenfalls nicht.

Auch zu meinem weiblichen Vornamen habe ich – und das schon sehr früh – eine starke Distanz aufgebaut. Dieser Name definiert mich nicht. Er wurde mir nur gegeben, weil ich zufällig in einem weiblichen Körper geboren worden war. Ich kann mir aber umgekehrt auch nicht vorstellen, bei einem der üblichen männlichen Vornamen gerufen zu werden. Insofern ist mein Autonym „Atari-Frosch“ tatsächlich der Name, zu dem ich am besten stehen kann.

Die Bezeichnung für eine Tierart ist geschlechtsunabhängig. Zwar ist der Artikel in diesem Fall zufällig männlich, aber deutsche Artikel sind ja sowieso nahezu komplett zufällig auf die Substantive verteilt. Ist der Tisch männlich? Die Pfanne weiblich? – Eben.

Was bin ich nun? Frau? Mann? Beides? Nichts davon?

Ich definiere mich dann erstmal als bi-gender, also beides. Von jedem ein Stückchen, keins davon „richtig“, aber das macht nichts. Denn was „richtig“ ist, ist sowieso nur eine gesellschaftliche Definition.

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09.02.2014

Michael Stehmann - Erstes ordentliches Fellowshiptreffen im neuen Jahr

Das erste ordentliche Fellowshiptreffen in Düsseldorf, das in diesem Jahr am 29.01.2014 stattfand, dient traditionell dem Rückblick auf das vergangene und der Planung unserer Aktivitäten im neuen Jahr.

Leider waren zu diesem Treffen – im Gegensatz zum vergangenen Jahr – recht wenig Teilnehmer erschienen. Dafür waren aber der niederländische Fellowshipkoordinator und sein Stellvertreter zu Gast. Das Treffen begann mit einer Vorstellungsrunde.

Im Rückblick auf die Vergangenheit wurde der bedauerliche Umstand festgestellt, dass wir immer erst mit zum Teil erheblicher Verspätung anfangen, was auch für die Referenten eine unangenehme Situation darstellen kann. Fellowshiptreffen werden traditionell “ab 19:30 Uhr” angesetzt. Dies hat seinen Grund darin, dass man (beispielweise wegen der Parkplatzsuche oder unpünktlicher öffentlicher Verkehrsmittel) verspätete Teilnehmer nicht ausschließen will. Es ist allerdings auch schon vorgekommen, dass ein erheblicher Teil der Teilnehmer erst um 20:00 Uhr oder sogar noch später “eintrudelte”. Auch bei dem Treffen, über das hier berichtet wird, war die Situation ähnlich. Teilweise wurde in der Vergangenheit auch vergeblich auf weitere Teilnehmer gewartet.

Als Lösung bieten sich folgende Möglichkeiten an:

1. Pünktlich um 19:30 Uhr anfangen. unabhänging davon, wer (schon) erschienen ist und wer eventuell noch erwartet wird.
2. Den regelmäßigen Beginn der Treffen auf einen späteren, noch zu bestimmenden Zeitpunkt verlegen.
3. Den Beginn der Treffen bei dem bisherigen Zeitpunkt belassen, aber mit dem “offiziellen Teil” erst später, beispielsweise um 20:00 Uhr beginnen. Und die Referenten diesbezüglich von vornherein entsprechend informieren.

Ich neige zu der letztgenannten Lösung, möchte die Frage aber mit den Teilnehmern auf einem der nächsten Treffen erörtern.

Stefan “Penny” Harmuth, ein Düsseldorfer Fellow und ehemaliger Mitarbeiter in der Düsseldorfer Geschäftsstelle der FSFE, kandidiert für die Wahl zum Fellowshipvertreter in der Mitgliederversammlung der FSFE. Er hat sich vorgestellt und seine Ambitionen erläutert. Den anwesenden Fellows wurde eine Beteiligung an dieser Wahl und die Unterstützung des einzigen Kandidaten nahegelegt.

Sodann sprach der Chronist die Frage an, ob sich jemand findet, der als sein Stellvertreter oder seine Stellvertreterin zu fungieren bereit ist. Die weitere Erörterung dieser Frage wurde jedoch auf ein späteres Treffen vertagt.

Vertagt werden musste auch die Sammlung weiterer Vorschläge für Vorträge auf den Treffen in diesem Jahr. Allerdings gab es interessante Vorschläge für Workshops, die allerdings mehr als abendfüllend sind und daher wohl besser an Samstagnachmittagen (in Zusammenwirken mit dem Chaosdorf) realisiert werden.

Bisher sind folgende Vorträge “festgezurrt”:

Die Menschen, die hinter der “premium”-Cola stehen, wollen sich als Genossenschaft organisieren. Einer von ihnen berichtet am 26.02.2013 von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses interessanten Projektes.

Thema des Vortrages des Treffens im März am 26.03.2013 ist Kivitendo. Kivitendo ist eine betriebswirtschaftliche Freie-Software-Anwendung für die Bereiche Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung. Der Name Kivitendo kommt aus dem Suaheli und bedeutet “praktisch”. Bekannt ist diese Freie Software auch unter ihrem früheren Namen “Lx-Office”. Der eingeladene Referent kann uns nicht nur dieses Programmpaket vorstellen, sondern auch beispielhaft erläutern, wie ein Unternehmen mit Freier Software Geld verdient.

Am 30.04.2013 wird Jochim über die CryptoParty-Bewegung referieren. Aus dem Umstand, dass IT-Sicherheit ohne Freie Software kaum vorstellbar ist, ergibt sich eine Nähe dieser Bewegung zu unseren Aktivitäten und Zielen.

Am 14.02.2014 feiern wir den “I love Free Software Day 2014″. Eine gute Gelegenheit, einmal Freunde zu besuchen und unsere Liebe zu Freier Software zu zeigen.

Am 14.02.2014 feiert die Cultural Commons Collecting Society (C3S) die Einweihungsparty für ihr eigenes Büro. im Gerresheimer Bahnhof (Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf). Da wäre eine eigene “konkurrierende” Party unangemessen. Also sollten wir unsere Freunde, die zurecht feiern, einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Verwertungsgenossenschaft zu passieren, besuchen und gemeinsam feiern.

Los geht es um 17:30 Uhr mit einer Führung durch die neuen C3S-Büroräume. Ab 18:30 Uhr erfolgt der Einlass in den Saal. Und dann gibt es Freie Livemusik.

Michael Stehmann - Tag des Datenschutzes

Am 28.01.2014 wurde der europäische Tag des Datenschutzes begangen. Zu diesem Anlass lud das Kulturreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses der RWTH Aachen zu einem Vortragsabend in diese exzellente Universität ein.

Die Veranstaltung war recht gut besucht.

Den ersten Vortrag hielt Priv.-Doz. Dr. Walter Unger vom Lehrstuhl i1 der RWTH zum Thema “Kryptografie in einfach – ein Informatiker erklärt”. Der lebhafte Vortragsstil dieses Dozenten der theoretischen Informatik beeindruckte. Inhaltlich war sein Vortrag historisch angelegt und begann in ferner Vergangenheit. Zeitlos ist wohl seine Betrachtung, dass kryptographische Fehler meist nicht auf dem verwendeteten Algorithmus beruhen, sondern häufig auf einer fehlerhaften Implementation desselben, wofür er prominente Bespiele anführen konnte. Man kann dies als Plädoyer für quelloffene Software verstehen.

Danach erläuterte der zuständige Manager des IT-Centers der RWTH, Dipl.-Inform. Guido Bunsen, wie es um die Informationssicherheit an der RWTH Aachen bestellt ist. Er führte dabei deutlich vor Augen, dass diese Aufgabe notwendigerweise der Strafarbeit des Sisyphos durchaus vergleichbar ist. Wer sich die IT-Sicherheit zum Beruf macht, muss also nicht befürchten, mit seiner Arbeit irgendwann einmal am Ende zu sein.

Der Chronist hatte die Ehre, als einziger “auswärtiger” von vier Referenten einen Vortrag mit dem Titel “Datenschutz und Software: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” halten zu dürfen, in welchem er die Bedeutung Freier Software für die IT-Sicherheit hervorheben konnte. Da er als Fellow der FSFE eingeladen war und auch vom Organisator entsprechend angekündigt wurde, konnte er die Zuhörerinnen und Zuhörer zugleich auf die FSFE und ihr Fellowship aufmerksam machen.

Bemerkenswert war auch, dass der Referent Marius Politze, M. Sc., aus dem Entwicklungsteam RWTH-App, der zu “Smartphones und Apps – Die Spione in der Hosentasche” sprach, sowohl die Free-Your-Android-Aktion der FSFE ausführlich und lobend erwähnte, als auch den F-droid-AppStore geradezu als Offenbarung pries.

Die anschließende lebhafte “Podiumsdiskussion”, die auch politische und gesellschaftliche Fragen thematisierte, hätte wohl kein baldiges Ende gefunden, wenn nicht der freundliche Facility-Manager den Sauseschritt der Zeit dezent in Erinnerung gebracht hätte.

Angenehm war die professionelle und engagierte Organisation dieser Veranstaltung. Die Vortragsfolien wurden von der Vortragenden zur Veröffentlichung freigegeben.

Der Abend endete akademischer Tradition folgend in einem leider nur kurzen Kneipenbesuch.

Die Vorträge finden sich hier:

Kryptographie – aus Theoretikersicht,

Informationssicherheit an der RWTH,

Datenschutz und Software: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser und

Smartphones und Apps – Spione in der Hosentasche

Frosch - Im Netz aufgefischt #148

BLÖD-Hetze

Computersicherheit

Datenschutz

DE-Mail

Edward Snowden

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Gutachten

LGBTI

Pressefreiheit

Psychiatrie

Steuerhinterziehung

Überwachung

Urheberrecht

Vorratsdatenspeicherung

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08.02.2014

Michael Stehmann - Free Your Android!

hieß es am 18.01.2014 im Chaosdorf.

Mehr und mehr wird unsere alltägliche Kommunikation und Organisation von kleinen Computer, sogenannten ‘Smartphones’ und ‘Tablets’ erleichtert.

Hieraus ergibt sich jedoch auch eine zunehmende Gefahr für unsere Privatsphäre. Diese Geräte speichern immer mehr persönliche Daten, z.B. Kalender, Emails, Kontaktdaten, Bilder, Videos oder Chat-Inhalte. Außerdem sind sie mit Mikrofon, Ortsbestimmung und Kamera ausgestattet und sind ständig mit dem Netz verbunden. Die Medien berichten, dass Besitzer über diese kleinen Computer ausgespäht werden.

Freie Software hilft, die Kontrolle über die eigenen Technik und die eigenen Daten zu behalten.

Um den Nutzern von Android-Systemen ihre Freiheit zurückzugeben, hat die Free Software Foundation Europe (FSFE) deshalb die “Free Your Android”-Kampagne gestartet. Ziel ist es die Kontrolle über Technik und Daten denjenigen (zurück) zu geben, denen sie eigentlich gebührt: den Nutzern.

Die zweite Veranstaltung der Düsseldorfer Fellowshipgruppe im neuen Jahr war in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Chaosdorfes an diesem Samstagnachmittag daher der schon länger geplante FreeYourAndroid-Workshop. Vorbereitet worden war dieser Workshop im Wiki des Chaosdorfes.

Als Moderator konnten wir Erik Albers, den Fellowship-Koordinator der FSFE, gewinnen, der eine einleitende Präsentation über Hintergründe zu Freier Software und Android hielt und danach den Workshop leitete.

Trotz unseres Warnhinweises über die Risiken des Versuchs, das Betriebssystem der Mobilgeräte zu wechseln, fanden sich etwa dreißig Interessierte ein. Viele waren zum ersten Male im Chaosdorf. Sie erhielten dann zunächst Führungen durch die Räume des Hackspaces. Manche wunderten sich wohl über die offene Art, mit der ihnen alles gezeigt wurde. Es bleibt zu hoffen, dass einige von ihnen bei nächster Gelegenheit wieder den Weg ins Chaosdorf finden.

Sogar aus Belgien, allerdings aus der Nähe von Aachen, war eine interessierte Familie angereist.

Nach dem Vortrag begann der praktische Teil des Workshops. Es wurden zwei Tische gebildet, Einen mit Besitzern von Geräten eines Herstellers, und der andere mit den Besitzern von Geräten aller übrigen Hersteller. Erfahrene Nutzer halfen Neulingen auf dem Weg in die Freiheit. Diejenigen, die schon Erfahrung in der Befreiung von Telefonen hatten, leiteten die an, die ihr Telefon befreien wollten.

Lediglich bei einem Gerät gelang dies nicht, Ein weiteres bedurfte der häuslichen Nachbearbeitung. Kein Gerät wurde in einen Briefbeschwerer verwandelt. Eine gute Bilanz!

F-droid ist ein Free-Software-App-Repository und ermöglicht es, alle alltäglichen Anwendungen mit Freien-Software-Apps zu gestalten, anstatt insoweit weiterhin von unfreien Apps abhängig zu sein. Auch hierüber wurde nicht nur gesprochen, sondern F-droid und die Freien Apps wurden auch praktisch erprobt.

Mein Dank gilt insbesondere marudor und hillbicks, die mit großem Eifer erfolgreich ihre Erfahrungen weitergaben.

Insgesamt war es nicht nur wegen der überraschend hohen Teilnehmerzahl eine gelunge Veranstaltung, bei der in gegenseitiger Hilfe und gemütlicher Atmosphäre Freiheit auf Mobilgeräten verbreitet werden konnte. Eine gute Werbung für Freie Software und das Chaosdorf!

Im Chaosdorf klang dann auch der Abend aus, bis man zu den letzten Bahnen und Bussen eilen musste. Erik, dem zu danken ist, dass er für diese Veranstaltung von Berlin an den Rhein gekommen war, wird hoffentlich einen günstigen Eindruck von den Freunden Freier Software im Rheinland mit an die Spree genommen haben.

Michael Stehmann - Außerordentliches Fellowshiptreffen mit Freunden aus Wien

Das erste Fellowshiptreffen im neuen Jahr war ein außerordentliches.

Anlässlich des Besuchs zweier FSFE-Freunde aus Wien fand bereits am 14.01.2014 ein außerordentliches Fellowshiptreffen im Schwesterherz auf der Bilker Allee statt. Der Besuch von FSFElern in Düsseldorf ist uns nämlich häufig ein Anlass, zu einem außerordentliches Treffen einzuladen. Dieses Mal war die Einladung allerdings auch außerordentlich kurzfristig.

Den Vorabend hatten Albert und Martin im Chaosdorf verbracht, wo es ihnen gut gefiel. Martin kannte das Chaosdorf bereits, Albert erhielt eine Führung.

Angesichts der Kurzfristigkeit der Einladung war das Treffen recht gut besucht. Zunächst nahmen fünf Düsseldorfer Fellows daran teil, dann erschien m.eik von der C3S (die eindeutig relevant ist) und schließlich noch einige Freunde aus dem Chaosdorf.

Das “cloudige” Bierfass (statt eines “richtigen” Bierfasses gab es die entsprechende Menge aus der allgemeinen Leitung) wurde geleert und bis tief in die Nacht zogen sich die Gespräche hin über Freie Software, die FSFE, ihr Fellowship, die kommende FOSDEM in Brüssel und vieles mehr.

Insgesamt ein gelungener Abend unter Freunden.

03.02.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #147

Armut

Autismus

Computersicherheit

Edward Snowden

Freie Software

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Homosexualität

Informationsfreiheit

Mindestlohn

Öffentlich-rechtliches Fernsehen

Pressefreiheit

Rechte Gewalt

Urheberrecht

Versammlungsrecht

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27.01.2014

dictvm - How I came to buy a Chromebook Pixel

It was about a year ago that I received my Retina Macbook Pro 13" for my dayjob. I instantly fell in love with its HiDPI-display and I've always hated the smudgyness of current LoDPI-displays. Roughly around the time my Macbook shipped, a video was leaked. This video showed a prototypy laptop that was supposedly built by Google as a prime example of how to build a modern laptop that is supposed to run their Linux-based Chrome OS. This device was rumoured to even outnumber the massive pixel-count of the new Macbook Pro's Retina-display - which was already quite impressive. It didn't stop there. Google also managed to pack a touchscreen into this device.

Picture of a Chromebook Pixel

Coming from a history of being interested in data security, the hacker subculture, free software and a healthy preference of privacy, a system like Chrome OS doesn't seem very thrilling. However, after using Linux on the desktop for the better part of rougly 4 years I've grown quite dissappointed in the weak state of the Linux desktop - especially when compared to a mostly perfect desktop-OS like Mac OS X. I've also adopted a few habits that might be considered to border on taking part in the concept of Post Privacy. I am also quite curious as to how Google envisions their version of the future of desktop computing.

I stumbled upon someone offering a Chromebook Pixel on Ebay and I was curious enough to just start bidding. I stopped smoking almost two years ago so I was motivated enough to spend a few hundred bucks on a great piece of hardware that I'm going to dual-boot with Chrome OS and a Linux distribution that I haven't yet decided on. I don't even expect to actually get any work done on Chrome OS.

I have no idea what I'm doing (And I'm not going to put any private keys on it that I use to connect to hosts of my employer.)

Thanks to my friend @fibre2342 I didn't have to put too much trust into the person selling me the Pixel, because he was scheduled to drive to Frankfurt anyways, so we just took a roadtrip the guy selling me the device via a short trip to the Equinix-datacenter in Frankfurt. It had two slightly annoying scratches on it, but the previous owner already replaced the US-only LTE-modem with a compatible one that works with european carriers and also supports UMTS, so I decided to take it anyways, despite the small scratches. (Of which I'll provide pictures tomorrow.) I've only gotten to play with it for a few hours so far, but I am quite fond of the hardware already. Its body feels sturdy and solid, the display is just gorgeous, the keyboard is among the best I've had the opportunity to type on and I still need to find a way to get that fan to make any perceptible noise. The preinstalled browser leaves nothing to be desired and I have never seen a browser this snappy. And finally a Linux-box comes with decent font rendering out of the box. It's readability rivals that of Mac OS X.

picture of my Pixel in the car

I still don't think that the touchscreen will be of much use to me in the long run, but it's an option that I'm not being forced to use, while still being able to, when it seems useful. The problem of smudgy fingerprints on reflective displays remains unsolved as of yet, which makes it a tough sell to use it. But I'll keep an eye on that. I already played Angry Birds on it though it works as expected.

Expect a lot more about my take on this device in the near future. (This text was mostly written in Chrome OS, which worked surprisingly well, after I updated it via the Beta-channel and installed a neat text editor, interchanged the functions of the CTRL/ALT-keys to better fit into my Mac-habits, and put the shelf (which is was the combined Dock/menubar is called) to the left of the screen.)

26.01.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #146

Armut

Behinderung

Computersicherheit

Depression

Edward Snowden

Geheimdienste

Homosexualität

Informationsfreiheit

Dr. Martin Luther King jr.

Polizeigewalt

Sexismus

TTIP

Überwachung

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25.01.2014

Frosch - Realitätsverweigerung

DAS

KANNSTE

SCHON

SO

MACHEN,

ABER

DANN

ISSES

HALT

KACKE

Dieser aktuell im Netz und auch als Aufkleber herumgehende Spruch fiel mir ein, als ich gestern bemerkte, daß mich @Heinrich_Alt auf Twitter geblockt hat. Der Grund kann eigentlich nur sein, daß ich ihm den Zynismus, mit dem er und seine Schergen Zwangsverarmte behandeln und ihre Zwangsverarmung verteidigen, ein Stück weit zurückgegeben habe. Nur ein kleines Stück weit.

So kann man sich das natürlich leicht machen. Ich frage mich, was Leute wie Heinrich Alt eigentlich erwarten? Daß sie den Menschen beliebig ins Gesicht kotzen und die sich noch artig dafür bedanken sollen?

Unsereins kann die Zwangsverarmung, den Zynismus, die Wegnahme von Grundrechten, die Verursachung von Krankheiten und Obdachlosigkeit und die Vernichtung unserer Lebenszeit nicht einfach blocken. Wir müssen mit diesem ständigen auf uns einprasselnden Zynismus leben. Manche von uns können das nicht mehr und bringen sich um.

Ich habe Heinrich Alt auf Twitter in den letzten Monaten mehrfach auf Fälle hingewiesen, in denen das SGB dazu mißbraucht wurde, Menschen obdachlos, mittellos, hilflos zu machen, und klargemacht, daß er dafür mitverantwortlich ist. Heinrich Alt macht das ganz einfach: Er klickt seine Verantwortung weg, mit einem Mausklick auf den Blockieren-Button. So kann man Verantwortung natürlich auch wahrnehmen. Aber für das Wegklicken von Verantwortung werden solche Leute eigentlich nicht bezahlt. Übrigens von denselben Steuergeldern, die sie so eifrig horten, wenn Zwangsverarmte es wagen, mal zu spät zu kommen.

Selbst twittert er vor allem darüber, daß er sich mit den Chefs in den ARGEn und mit Arbeitgebern ach so angenehm unterhalten hat. Ja, das ist ja nett, aber wann unterhält er sich mal mit Zwangsverarmten? Mit denen, die er ständig schikanieren läßt? Ach, will er nicht? Ich glaube, das Wort dafür heißt „Feigheit“.

Denn Heinrich Alt ist zu feige, sich der Realität zu stellen, die er selbst mitverursacht hat und immer noch mitverursacht. Statt hinzusehen, wenn seine Schergen menschliche Existenzen zerstören, versteckt er sich lieber hinter fröhlich gefälschten Arbeitslosen-Statistiken.

[Update 2014-01-30 18:20] … wie Katja Kipping gerade eben auf Twitter postete:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Januar 2014 3.913.744
Offizielle Arbeitslosigkeit 3.135.801
Nicht gezählte Arbeitslose 777.943
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II 194.242
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) 82.628
Förderung von Arbeitsverhältnissen 7.932
Fremdförderung 85.667
Beschäftigungsphase Bürgerarbeit 26.715
berufliche Weiterbildung 156.955
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte) 139.137
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose) 4.548

[/Update]

An seiner Position bräuchten wir statt dessen einen Unbequemen, einen, der der asozialen Bundesregierung (und die jetzige wird keinen Deut sozialer sein als die vorherige, glaubt das ja nicht) tagtäglich auf die Zehen steigt und ihr klarmacht, daß sie hier gegen das Volk arbeitet und an jedem verdammten Tag ihrer Amtszeit ihren Amtseid bricht. Aber unbequem sein ist auch unbequem, und auch dazu ist Heinrich Alt zu feige.

Heinrich Alt, Sie blocken nicht mich als Person. Sie blocken die Realität. Wachen Sie endlich auf, oder überlassen Sie den Posten jemandem, der noch an die Menschen denkt! Ich glaube kaum, daß Sie danach Hartz IV beantragen müßten.

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